23.03.2018 | Von Stefan Dworschak

Stiftungen „Sucht Wallis“ und „Rives du Rhône“ weiter in Kritik

Rives du Rhône hat für seine Mitarbeiter per Ende März die Kündigung ausgesprochen, Suchtpatienten müssen an ausserkantonale Institutionen überwiesen werden. Die Stiftung, die zu Sucht Wallis gehört, verfügt weder über eine Betriebsbewilligung noch über einen Leistungsauftrag.

Sucht Wallis
Die Stiftungen Sucht Wallis und Rives du Rhône sind sich über Therapiekonzepte uneins – und letztere auch mit Politik und Verwaltung. Foto: Bernd Kasper / pixelio.de

Die Stiftung „Rives du Rhône“ musste 12 Mitarbeitern kündigen und 15 Patienten umlagern. Das hat das Walliser Nachrichtenportal www.1815.ch mitgeteilt. Die Stiftung, die zur Stiftung „Sucht Wallis“ gehört, habe bislang weder eine Betriebsbewilligung noch einen Leistungsauftrag durch das zuständige kantonale Gesundheitsdepartement erhalten. Dass nun gehandelt wurde, liege an einem Expertenbericht, der das zuständige kantonale Gesundheitsdepartement letztes Jahr in Auftrag gab. „In diesem wurden die vier stationären Behandlungszentren von der Stiftung ‚Sucht Wallis‘, zu denen auch die ‚Foyers Rives du Rhône‘ in Sitten und Salvan zählen, durchleuchtet“, so 1815.ch.

Im Bericht wurden demzufolge „schwerwiegende Mängel im Bereich der Mitarbeiterführung und des Risikomanagements sowie ungenügende Transparenz auf Ebene des Betreuungskonzepts der ‚Foyers Rives du Rhône‘ in Sitten und Salvan“ aufgedeckt. Die Stiftung entgegnete laut 1815.ch jedoch, dass sie bereits im Februar Unterlagen betreffend der Kritikpunkte an die verantwortliche Dienststelle geschickt habe. Am kommenden Dienstag soll deshalb ein Treffen mit Staatsrätin Esther Waeber-Kalbermatten stattfinden, um das weitere Vorgehen zu besprechen.

Stiftung „Sucht Wallis“ dauerhaft in Krise

„Die Stiftung ‚Sucht Wallis‘ befindet sich seit dem Rücktritt des langjährigen Generalsekretärs/Generaldirektors Jean-Daniel Barman Ende 2012 mehr oder weniger dauerhaft in der Krise“, so das Walliser Nachrichtenportal in einem weiteren Artikel. Zuerst sei ein Nachfolger angestellt worden, der erkrankte und dessen Anstellungsverhältnis Ende Mai 2016 im gegenseitigen Einvernehmen aufgelöst wurde. Dem öffentlichen Wirbel um die Stiftung Sucht Wallis sei ein Belegungseinbruch gefolgt, und auch im Personalbereich habe sie Schaden erlitten.

Stiftung kämpft um Existenz und Therapiekonzept

Trotz der jüngsten Entwicklungen will die Stiftung „Rives du Rhône“ weiterhin um ihre Existenz kämpfen und sogar ein zusätzliches Heim eröffnen. Denn es geht bei dem Streit auch um unterschiedliche Therapiekonzepte von der Stiftung „Sucht Wallis“ und der Stiftung „Rives du Rhône“: Letztere wolle, so 1815.ch, in Zukunft mit einer eigenen Struktur für Drogenabhängige im Kanton eine Therapie anbieten. Die Stiftung wolle damit dafür sorgen, dass das bestehende, jedoch gefährdete Therapiekonzept – sie setzt langfristig auf einen totalen Entzug – der Rives-du-Rhône-Heime in Sitten und Salvan beibehalten werde.

www.rivesdurhone.ch

www.addiction-valais.ch

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