17.10.2019 | Von Die Stiftung

Wecollect wird zu Stiftung

Daniel Graf, Gründer der Onlineplattform Wecollect, hat die Stiftung für Direkte Demokratie gegründet. Die erste Crowdstiftung der Schweiz will nach eigenen Angaben den etablierten Parteien und Organisationen in der Politik Konkurrenz machen.

Wecollect
Die Non-Profit-Plattform Wecollect initiiert durch Unterschriften im Netz Volksinitiativen und Referenden. Screenshot: Wecollect

Daniel Graf, Netzaktivist und Gründer der politischen Onlineplattform Wecollect, hat in Basel die erste Crowdstiftung der Schweiz lanciert. Der Internet-Aktivist brachte sein Start-up in die Stiftung ein.

Wecollect

Wecollect ist eine unabhängige Non-Profit-Plattform, die durch Unterschriften im Netz Volksinitiativen und Referenden initiiert. Wie die Neue Züricher Zeitung (NZZ) berichtet, kam 2018 auf diesem Weg das Referendum gegen Versicherungsdetektive zustande. Demnach sammelte die Plattform in der Zeit ihres Bestehens seit 2015 über 750’000 Schweizer Franken für Projekte. Die Adressdatei, auf die sie zurückgreifen könne, umfasse über 60’000 Namen.

Stiftung für direkte Demokratie

Der Stiftungszweck ist, Themen auf die politische Agenda zu setzen, die die Schweizer Bevölkerung beschäftigen. Dabei richtet sich die Demokratie-Stiftung vor allem an junge Menschen, deren „Alltag untrennbar mit Smartphone und Social Media verbunden ist“, heißt es auf der Internetseite von Wecollect. Durch die digitale Partizipation an politischen Prozessen will die Stiftung Mitbestimmung fördern und die Zivilgesellschaft stärken.

Gleichzeitig macht die Stiftung sich zum Ziel, parteipolitisch und finanziell unabhängig zu sein. Die bestehenden Startup-Strukturen von Wecollect hätten den wachsenden Ansprüchen nach Transparenz und Unabhängigkeit aus seiner Sicht zu wenig Rechnung getragen, so Graf gegenüber der NZZ. Dies solle nun durch möglichst viele Stifter garantiert werden. Dafür hat Graf auf wecollect.ch zum Spenden aufgerufen. Ziel ist es, ein Startkapital von 50’000 Schweizer Franken zu generieren.

Denn der Zweck der Stiftung bestünde nicht nur darin, Online-Referenden und -Initiativen zu fördern. Sie solle bei Bedarf auch die notwendigen Geldmittel zur Verfügung stellen, so Graf zur NZZ. Unklar ist laut dem Portal Bilanz.ch bis auf weiteres, wer im Stiftungsrat sitzen soll.

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