Investments in Wald sind einmal aus ihrer Historie heraus für Stiftungen geeignet. Aber haben Stiftungen Expertise in punkto Wald? Und lohnt sich das Ganze tatsächlich? Eine Abwägung der Pros und Contras.

Investments in Wald sind einmal aus ihrer Historie heraus für Stiftungen geeignet, denn in der Vergangenheit sind Wälder noch nie Konfiskationen seitens des Staates ausgeliefert gewesen. Dazu wachsen sie, gewährleisten also bei entsprechender Pflege Zuschreibungen, während andere Anlagen mit Abschreibungen „glänzen“. Aber haben Stiftungen Expertise in punkto Wald? Und lohnt sich das Ganze tatsächlich? Eine Abwägung der Pros und Contras.
Von Tobias M. Karow

 

Wer sich mit Wäldern beschäftigt, der lernt automatisch etwas über das Ausforsten, Wassertaschen, Astlöcher und Stockfäule. Aber er lernt auch etwas über das Leben, denn Wald ist auf das stetige Wachstum ausgelegt, die Jahresringe sind der Beleg dafür. Sie sind so etwas wie das EKG eines Baumes. Jedes Jahr kommt ein Ring hinzu, mit jedem Jahr wird der Baum größer, mit jedem Jahr wächst der Wert des Baumes und damit des Waldes, denn je größer die Menge an fällbarem Holz, desto größer der potenzielle Ertrag.
Trotz dieses natürlichen und äußerst verführerischen Zinseszinses müssen sich Stiftungen auf das Genaueste mit einem solchen Investment auseinandersetzen (siehe auch beispielhaft die Due Diligence der Merck Finck Stiftung). Gründen für eine Anlage stehen handfeste Argumente wider ein Waldinvestment entgegen.

 

Pro
Stiftungen haben eine natürliche Affinität zu Waldinvestments, denn die großen Stiftungsvermögen sind oft über Waldinvestitionen
erhalten worden. Wald dürfte der Sachwert schlechthin sein, jener, der nicht unendlich gemehrt werden kann, der von Natur aus wächst und der über die Bewirtschaftung auch noch eine Rendite abwirft.

Contra
Die Affinität von Stiftungen zu Waldinvestments ist trügerisch. Nicht selten entspringt das Interesse einem romantischen Gedanken davon, wie ein Waldinvestment funktioniert. Vor allem größere und ältere Stiftungen verfügen bei Waldinvestments über einen Erfahrungsschatz, der jedoch verdeckt, wie viel physische Arbeit in einem Wald steckt. Gesehen wird nur das Ergebnis, etwa der Kapitalerhalt, nicht aber der mühselige Weg dorthin.

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