12.11.2018 | Von Martina Benz

Talentorientierung beim Stuttgarter Non-Profit-Forum 2018

„Wir müssen uns selbst Gutes tun, wollen wir der Welt unser Bestes geben“, hieß es beim Stuttgarter Non-Profit-Forum am 25. Oktober. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen rechtliche Neuerungen im Stiftungssektor, Talentorientierung, Selbstverantwortung und Vernetzung.

Stuttgarter Non-Profit-Forum
Vernetzung wurde beim Stuttgarter Non-Profit-Forum groß geschrieben. Foto: VISUELL Studio für Kommunikation

Zwei stets parallel stattfindende Panels unter den Überschriften „Organisation“ sowie „Recht/Steuern“ führten sowohl vor- als auch nachmittags zur Qual der Wahl bei den diesjährigen rund 60 Teilnehmern beim Stuttgarter Non-Profit-Forum im Haus der Wirtschaft.

Wer sich stärker dem Netzwerkgedanken der Veranstaltung widmen wollte, besuchte das Panel Organisation. Unter der Überschrift „Führung und Digitalisierung“ vertrat Prof. Sebastian Eschenbach von der FH Wien die These, dass die meisten der aktuellen Entwicklungen in Sachen Digitalisierung gar nicht so neu und im Grunde „eine ziemlich vorhersehbare Geschichte“ seien. Das Besondere: Inzwischen hätten sie auch den Bereich der intellektuellen Arbeit erreicht, also auch die Bereiche Kommunikation und Information. Dies fordere eine andere Art der Führung: möglichst runde Prozesse, klare Schritte und Schnittstellen – ähnlich wie sie in der Industrie mit der Fließbandarbeit eingeführt wurden.

Talentorientierung

Wichtig sei es dabei, Denkstrukturen zu verändern: „Evolutionär ist unser Gehirn so gepolt, das zu sehen, was nicht funktioniert, um Gefahren zu vermeiden“, erklärt der Professor, der zur Zeit den Bereich „Digitale Wirtschaft“ an der FH Wien aufbaut. Für Erfolg in einer modernen Arbeitswelt müsse stattdessen die Talentorientierung im Vordergrund stehen. „Gute Ergebnisse sind nur zu erreichen, wo Stärken und Talente vorhanden sind“, so Eschenbach. Diese zu finden, zu verbessern und einzusetzen seien Aufgaben einer Führungskraft.

Systematische Vernetzung

„Transparenz nach innen wie auch nach außen noch weiterentwickeln und die eigenen Ziele mit den vorhandenen Ressourcen in Deckung bringen“, fasst der Veranstalter im Anschluss an das Non-Profit-Forum einen weiteren Programmpunkt zusammen: das „World Café“. Dieses diente vor allem der systematischen Vernetzung der Teilnehmer, indem drei Fragestellungen bearbeitet wurden: Wie die „verteilte Führung“ (Shared Leadership) aufgrund der intrinsischen Motivationsstruktur von ehrenamtlich Tätigen aussieht. Wieso auch in NPO eine Unternehmenskultur etabliert werden sollte. Und wie sich eine NPO selbst darstellen kann.

Selbstverantwortung

Vor allem aber sollte jeder Einzelne Selbstverantwortung für sich übernehmen, fordert das Ehepaar Beate und Olaf Hofmann die Teilnehmer am Ende der Veranstaltung auf. Seit einem Familiensabbatical mit der jüngsten Tochter in der Wildnis Kanadas widmen sie sich den Themen innere Stabilität, seelische Gesundheit und Selbstführung im täglichen Leben. Ihr Tipp: „Wir müssen uns selbst Gutes tun, wollen wir der Welt unser Bestes geben.“

Die Veranstalter

Organisiert und veranstaltet wird das jährlich stattfindende Forum von den Partnern der SBR-Kooperation, der Kanzlei Gudrun Binz-Fietkau und der Voelker-Gruppe, sowie der Kanzlei Dr. Stilz Behrens & Partner aus Freiburg. DIE STIFTUNG war Medienpartner.

Stuttgarter Non-Profit-Forum 2019

Im kommenden Jahr findet die Veranstaltung am 7. November 2019 statt.

 

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