Das nachhaltige Investieren bietet finanzielle und auch nicht-finanzielle Vorteile – also soziale Rendite und Wachstum.

Warum ist es sinnvoll, nachhaltig zu investieren? Diese Frage sorgt noch immer für kontroverse Diskussionen unter Anlegerinnen und Anlegern. Zwar wächst das Interesse an Investments, die einen ökologischen oder sozialen Zweck verfolgen, kontinuierlich. Doch herrscht Unsicherheit darüber, welche Vorteile eine nachhaltige Anlage im Vergleich zu einer klassischen bietet und welche Wirkung sie letztlich erzielt. Aus unserer Sicht sprechen drei gute Gründe für nachhaltige Investments:

  1. Sie fördern eine soziale Rendite.
  2. Sie reduzieren das Risiko.
  3. Sie generieren Wachstum.

Nachhaltigkeit als Wettbewerbsvorteil

Was bedeutet das nun genau? Da wäre zunächst die soziale Rendite: Darunter verstehen wir die Möglichkeit, mit unseren nachhaltigen Kapitalanlagen positiven Einfluss auf ökologische und soziale Herausforderungen zu nehmen. Dies geschieht zum einen indirekt, indem wir durch Investitionen in nachhaltige Unternehmen Nachfrage generieren beziehungsweise die Unternehmensfinanzierung erleichtern. Das hat Vorteile für die Unternehmen selbst, denn ihr Marktwert steigt, und sie erhalten Wettbewerbsvorteile gegenüber weniger nachhaltig orientierten Mitbewerbern. Es hat aber auch Vorteile für den Markt, der sich insgesamt hin zu mehr Nachhaltigkeit entwickelt. Zum anderen nehmen wir direkten Einfluss auf das Management einzelner Unternehmen mittels unseres Engagement-Prozesses. Wir setzen uns kritisch mit den Unternehmen auseinander, um in einen konstruktiven Dialog zu einer Verbesserung im Sinne der Nachhaltigkeit zu treten. Das tun wir alleine oder auch im Verbund mit anderen Asset Managern, um unseren gemeinsamen Forderungen mehr Gewicht zu verleihen.

„Wir sind davon überzeugt, dass nachhaltige Unternehmen in einem Portfolio ein hohes Wachstumspotential aufweisen.“

Unser Investmentprozess beinhaltet zudem die Auseinandersetzung mit Nachhaltigkeitsrisiken. Dazu bedienen wir uns der Datenbank des Research-Hauses Sustainalytics. Das Unternehmen ist auf die Analyse und Bewertung der Nachhaltigkeitsleistungen von ca. 13.000 Unternehmen und 172 Ländern spezialisiert. Sustainalytics nutzt verschiedene Quellen wie etwa Jahresberichte, Unternehmenswebsites, Datenbanken zur Medienberichterstattung oder Informationen von Nicht-Regierungs-Organisationen (NGOs) und staatlichen Stellen. Anhand des Rankings von Sustainalytics kommen nur die besten 50 Prozent aus jeder Branche durch unseren Risikofilter (Best-In-Class Ansatz), also die Unternehmen mit den geringsten Risiken in Bezug auf Nachhaltigkeit. So streben wir für Anlegerinnen und Anleger eine Verbesserung des Chance-Risiko-Profils auf Portfolioebene an.

Keine Alternative zu Innovation und Weiterentwicklung

Nachhaltigkeit ist ein sich stetig beschleunigender globaler Trend, der im Grunde alle Branchen und Unternehmen betrifft und sie zu einem Wandel bewegt. Unternehmen denken interne Prozesse und Strukturen neu, treiben Innovationen im Bereich umweltfreundlicher Technologien voran und entwickeln ihre Produkte und Dienstleistungen im Einklang mit den nachhaltigen Entwicklungszielen der Vereinten Nationen (UN Sustainable Development Goals, SDGs) weiter. Wer dies nicht tut, läuft Gefahr, in seinem jeweiligen Markt marginalisiert zu werden. Deshalb sind wir davon überzeugt, dass nachhaltige Unternehmen in einem Portfolio ein hohes Wachstumspotential aufweisen. Womit wir beim dritten Punkt wären: Wir investieren einerseits in Unternehmen, die sich bereits durch ein nachhaltiges Produktsortiment am Markt etabliert haben. Wir investieren aber auch in Unternehmen, deren Produktangebot auf den ersten Blick eher konventionell erscheint, die sich aber durch eine besonders hohe Nachhaltigkeit in den operativen Prozessen auszeichnen und die Nachhaltigkeit fest in der Unternehmenskultur verankert haben.

Es ist also leicht ersichtlich, warum nachhaltige Investments sinnvoll sind: Sie bergen für Anlegerinnen und Anleger sowohl finanzielle wie auch nicht-finanzielle Vorteile. Dabei ist aus unserer Sicht eine aktive Gestaltung des Anlageprozesses und die gezielte Hinwirkung zu einer verbesserten Nachhaltigkeit entscheidend – und der rein passiven nachhaltigen Anlage überlegen.

Nachhaltigkeit wird konkret

Wir gehen dabei noch einen Schritt weiter, indem wir aufzeigen, wie die soziale Rendite einer Anlage aussieht. Neben einem finanziellen Reporting stellen wir ein Nachhaltigkeitsreporting – ein Non-Financial Reporting – zur Verfügung, das den CO2-Ausstoß der investierten Unternehmen sowie den Effekt des Portfolios auf die Pariser Klimaziele aufzeigt. Weitere Kennzahlen betreffen die UN-Nachhaltigkeitsziele oder den ESG-Risk-Score der enthaltenen Unternehmen in Bezug auf Umwelt, Soziales und Unternehmensführung. Auf diese Weise wird Nachhaltigkeit in ihrer Wirkung ganz konkret messbar.

Martin Heß
Senior Client Portfolio Manager,
Bethmann Bank
E-Mail

Jennifer A. Paffen
CFA Portfolio Manager ESG Equities,
Bethmann Bank
E-Mail

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