Mit rund 8 Millionen Euro fördert die Carl-Zeiss-Stiftung 4 Forschungsprojekte zu intelligenten Werkstoffen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Thüringen.

Mit insgesamt rund 8 Millionen Euro fördert die Carl-Zeiss-Stiftung in der Förderlinie Perspektiven vier Forschungsprojekte an Universitäten in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Thüringen. Geforscht wird zu neuen, intelligenten Werkstoffen. Dazu zählen Kunststoffe, die sich im Wasser selbst abbauen können, die Nutzung alternativer Stoffverbindungen nach dem Vorbild der Natur im Bausektor, wie beispielsweise Chitin aus den Exoskeletten von Spinnen, oder die Umwandlung von Abfall in Wertprodukte durch den Einsatz von Strom.

Insgesamt vier Forschungsprojekte haben in einem zweistufigen Gutachterverfahren überzeugt. Mit jeweils rund zwei Millionen Euro werden die Forschungsvorhaben an der Universität Stuttgart, der Universität Konstanz, der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und der Friedrich-Schiller-Universität Jena gefördert. Alle Projekte untersuchen, wie durch neue Stoffverbindungen herkömmliche Werkstoffe „intelligenter“ werden können, sich an neue Situationen anpassen und gewünschte „Verhaltensweisen“ entwickeln.

„Viele Werkstoffe erfüllen wichtige Funktionen, sind dabei aber vollkommen unflexibel. Wenn wir lernen, diese Werkstoffe so intelligent zu gestalten, dass sie sich situativ anpassen können, leisten wir nicht nur einen nachhaltigen Beitrag zum Innovationsstandort Deutschland sondern auch zu einem ressourcenschonenden Verhalten,“ ist die Vorsitzende der Stiftungsverwaltung, Ministerin Theresia Bauer, überzeugt.

Das Forschungsvorhaben der Friedrich-Schiller-Universität Jena befasst sich mit neuen intelligenten Kunststoffverbindungen, sogenannten Vitrimeren, die Eigenschaften wie Recycling und verbesserte Verarbeitung mit Formstabilität kombinieren. An der Universität Konstanz werden Kunststoffe mit eingelagerten Mikrophasen entwickelt, die in Gewässern durch natürliche Mikroorganismen besiedelt werden und sich dadurch vollständig abbauen. Die Universität Stuttgart beschäftigt sich mit dem Biopolymer Chitin, das Hauptbestandteil des Exoskeletts von Insekten ist. Chitin vereint Vorteile wie Schimmelresistenz mit mechanischer Robustheit und Kompostierbarkeit, wird durch chemische Modifikation feuerfest und könnte so herkömmliche Baustoffe wie Beton ersetzen. Neue innovative Kathodenmaterialien sollen an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz die Nutzung von Strom zur Umwandlung von Abfall in Wertprodukte schneller, einfacher, rohstoffärmer und sicherer machen.

Informationen zu den einzelnen Forschungsprojekten: https://www.carl-zeiss-stiftung.de/german/programme/perspektiven-2019.html

Quelle

https://www.carl-zeiss-stiftung.de/german/service/presse.html
Diese Pressemitteilung wurde eingestellt von: Vanessa Marquardt, Carl-Zeiss-Stiftung

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