Im Gespräch mit Thomas Glück, pro secur, über hohe Aktienquoten im Fonds für Stiftungen Invesco, die Dividendenrendite und das Niedrigzinsumfeld in 2014

DIE STIFTUNG: Wie schaffen Sie es, in 2013 so gut zu performen?

Thomas Glück: Es war wohl ein Mix an Faktoren. Die Kombination von ethischen und nachhaltigen Kriterien bei der Auswahl der Einzeltitel und der Einsatz einer Taktischen Asset Allokation führte in 2013 zu einer guten Wertentwicklung. Insbesondere die im Fonds bis zu 49% zulässige Aktienquote konnte im Zeitablauf einen Mehrwert generieren.


DIE STIFTUNG:
Haben Sie kein Problem mit höheren Aktiengewichtungen?

Glück: Nein. Im Fonds für Stiftungen Invesco werden trotzdem mindestens 51% des Fondsvermögens in verzinslichen Wertpapieren inklusive Kasse angelegt. Das Fondsmanagement investiert zum Beispiel in Staats- und Unternehmensanleihen, Geldmarktinstrumente und Bankguthaben. Das verbleibende Kapital wird dann entweder in Aktien oder in verzinslichen Wertpapieren investiert, je nach aktueller Markteinschätzung. Die Aktienquote kann zwischen 0% bis 49% variieren. Entsprechend würde ich dem Fonds einen vermögensverwaltenden Charakter zusprechen, der eine flexible Steuerung der Anlageklassen verfolgt und überdies auf eine starre Benchmarkfixierung verzichtet.

DIE STIFTUNG: Wenn die Aktienmärkte um 20% korrigieren, auf was muss sich eine Stiftung dann im Fonds einstellen?

Glück: Wie erwähnt, wird im Fonds die Aufteilung auf die verschiedenen Anlageklassen mit Hilfe einer Taktischen Asset Allokation flexibel gesteuert. Dieses Modell ermöglicht es, sich an unterschiedliche Marktsituationen anzupassen, wie beispielsweise auch eine Korrektur an den Aktienmärkten. Das Fondsmanagement würde die Aktienquote dann entsprechend reduzieren. Gänzlich vermeiden lassen sich Kursverluste dadurch nicht, aber sie lassen sich eingrenzen.


DIE STIFTUNG:
Was erwarten Sie andersherum künftig von den Anleihemärkten? Wenn die Zinsen noch etwas weiter steigen, können die damit einhergehenden Kursverluste durch das Aktienexposure ausgeglichen werden?

Glück: Die taktische Asset Allokation wird genutzt, um Chancen innerhalb einer ausgewählten Anlageklasse wahrzunehmen. Hierbei wird auf sich bietende Chancen innerhalb bestimmter Märkte durch eine Übergewichtung dieser Anlagebereiche reagiert. Renten bzw. Staatsanleihen erscheinen aktuell aufgrund des anhaltenden Niedrigzinsumfelds eher unattraktiv, so dass es für die kommenden Monate eher schwierig bleiben wird, eine positive Wertentwicklung bei Anleihen zu erzielen. Vor diesem Hintergrund erwarten wir, dass das Aktienexposure des Fonds mögliche Kursverluste auf der Rentenseite kompensiert. Gerade die vermeintlich hohe Aktienquote von 49% kann hier dazu beitragen, die Gesamtperformance des Fonds zu stabilisieren bzw. zu erhöhen.


DIE STIFTUNG:
Wie sieht es mit der Ausschüttung aus? Profitiert diese von dividendenstarken Aktien?

Glück: Die Dividendenrendite des Fonds liegt aktuell bei ca. 3%. Dennoch wird die Ausschüttung nicht ausschließlich über dividendenstarke Aktien realisiert. Das Fondsmanagement investiert auf der Rentenseite auch in Staats- und Unternehmensanleihen, die einen stetigen und berechenbaren Zinszufluss gewährleisten.


DIE STIFTUNG:
Was werden die großen Themen für 2014 sein?

Glück: Einmal haben die Zentralbanken eine längere Phase niedriger Zinsen in Aussicht gestellt. Dies sollte die Märkte weiterhin optimistisch stimmen, da das monetäre Umfeld expansiv bleibt. Daneben ist in einigen der großen Industrieländer die Bilanzgesundung der privaten Haushalte und des

Finanzsektors noch nicht abgeschlossen. Die Weltwirtschaft erholt sich jedoch zusehends. In

den nächsten drei bis vier Jahren dürfte sich das Wachstum in den USA sowie in Teilen

Europas wieder normalisieren. Jedoch bleibt die Bilanzreparatur ein langsamer und schmerzhafter Prozess und der Erholungsprozess wird unweigerlich mehr Zeit in Anspruch nehmen als weithin erwartet wurde. Ausgaben und Investitionen müssen reduziert werden, um die Schulden

zurückzuzahlen, vor allem, wenn die Einkommen kaum wachsen. Nicht zuletzt wird die Inflation auf einem niedrigen Niveau verbleiben.

DIE STIFTUNG: Haben Sie vielen Dank für diesen ersten Blick ins kommende Jahr.

Das Interview führte Tobias M. Karow

Vita
Thomas Glück ist Leiter Vermögensmanagement Region Süd für kirchliche Einrichtungen und Stiftungen bei der Pro Secur Vermögensberatung- und verwaltung GmbH in München.

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