Am Anfang steht oft nur die Idee des Wohltäters, einen Teil seines Vermögens gemeinnützigen Zwecken zu widmen und damit Gutes zu tun. Denkt er an eine Stiftung, ist bereits bei der Wahl der konkret richtigen Rechtsform schon einiges zu beachten. „Stiftung“ ist nämlich nicht gleich „Stiftung“; hinter dem Begriff kann sich eine Vielzahl von rechtlichen Gebilden verbergen, ohne dass dies auf den ersten Blick erkennbar ist. Die Treuhandstiftung ist eine davon.

Am Anfang steht oft nur die Idee des Wohltäters, einen Teil seines Vermögens gemeinnützigen Zwecken zu widmen und damit Gutes zu tun. Denkt er an eine Stiftung, ist bereits bei der Wahl der konkret richtigen Rechtsform schon einiges zu beachten. „Stiftung“ ist nämlich nicht gleich „Stiftung“; hinter dem Begriff kann sich eine Vielzahl von rechtlichen Gebilden verbergen, ohne dass dies auf den ersten Blick erkennbar ist. Die Treuhandstiftung ist eine davon.
Von Dr. Franz Schulte

 

Die unselbstständige Stiftung, die manchmal auch als virtuelle Stiftung bezeichnet wird, erfreut sich bei den Stiftern großer Beliebtheit. Historisch gesehen ist sie die Urform stifterischen Engagements, ihre Wurzeln reichen bis ins Mittelalter zurück. Rechtlich handelt es sich in der Regel um einen einfachen Treuhand- oder Schenkungsvertrag, mit dem der Stifter einem sogenannten Stiftungsträger zu treuen Händen oder unter der Auflage das Stiftungsvermögen übergibt, es nach bestem Wissen und Gewissen zu verwalten und die Erträgnisse daraus den vom Stifter vorgegebenen Zwecken zu widmen. Die rechtlichen Unterschiede etwas verallgemeinernd, hat sich dafür der Begriff Treuhandstiftung eingebürgert.

Vorteile der Treuhandstiftung
Besonders beliebt ist die Treuhandstiftung bei vielen Stiftern unter anderem deshalb, weil sie einerseits nahezu sämtliche Funktionen einer echten Stiftung einschließlich der damit verbundenen steuerlichen Vorteile erfüllen kann, sie aber andererseits sowohl bei Gründung als auch im Laufe ihres Stiftungslebens flexibler zu handhaben ist als eine selbstständige Stiftung.

Je nach Ausgestaltung des Stiftungsvertrages im Einzelnen, ist die Treuhandstiftung manchmal fast nicht von einer rechtsfähigen Stiftung zu unterscheiden. Sie kann einen eigenen Namen, z.B. denjenigen des Stifters, erhalten und unter diesem Namen in der Öffentlichkeit auftreten. Im Gegensatz zu einer formellen Stiftungssatzung, die nur unter ganz bestimmten Umständen und unter Einbindung der Stiftungsbehörden änderbar ist, kann der Stiftungsvertrag sowohl bei seinem Abschluss weitgehend frei verhandelt als auch später geändert werden, solange sich Stifter und Stiftungsträger einig sind. Wenn so im Stiftungsvertrag vorgesehen, kann der Stifter ihn sogar einseitig kündigen, wenn er damit eventuell verbundene steuerliche Nachteile in Kauf nimmt.

Aktuelle Beiträge

Alles Wichtige für Entscheider aus dem Stiftungswesen - Kompetent und unabhängig - Jeden Monat neu
NEWSLETTER KOSTENLOS ABONNIEREN
Alles Wichtige für Entscheider aus dem Stiftungswesen - Kompetent und unabhängig - Jeden Monat neu
NEWSLETTER KOSTENLOS ABONNIEREN