Die Stiftungslandschaft im Regierungsbezirk zeichnet sich vor allem durch ihre Vielfältigkeit aus. Die Ziele der rund 500 gemeinnützigen Stiftungen reichen von A bis Z: Von der Aids-Stiftung bis zu einer Stiftung zur Förderung der Zivilcourage ist der Dritte Sektor gut aufgestellt. Ob Kultur oder Tourismus, Wissenschaft und Forschung – es gibt kaum Lebensbereiche, die vom Stiftungsgedanken nicht erfasst werden. Die Bezirksregierung Münster möchte den Stiftungen dabei in erster Linie als Dienstleister beratend zur Seite stehen.

Um die Wertschätzung des gemeinnützigen Engagements der Stifter zum Ausdruck zu bringen, werden alle Anerkennungsurkunden vom Regierungspräsidenten oder der Regierungsvizepräsidentin persönlich unterschrieben und auf Wunsch persönlich ausgehändigt.

Neben der Anerkennung der Stiftungen nehmen wir alle Aufgaben wahr, die uns das nordrhein-westfälische Stiftungsgesetz stellt. Die Prüfung der Gemeinnützigkeit erfolgt darüber hinaus durch die zuständigen Finanzämter.

Bei der Errichtung einer Stiftung ist es uns ein besonderes Anliegen, dass die Vermögensausstattung eine nachhaltige Zweckverwirklichung zulässt. Die Verwaltungspraxis in NRW lässt zwar landesweit eine Stiftungsgründung mit einem Vermögen ab 50.000 EUR zu, jedoch weisen wir in solchen Fällen auf die Problematik der begrenzten Ertragslage mit einhergehender schwieriger Zweckverwirklichung hin. Insbesondere dann, wenn keine oder nur geringe Zustiftungen oder Spenden zu erwarten sind.

Zwei der ältesten Stiftungen Deutschlands sitzen hier
Die Stiftungslandschaft stellt sich – wie eingangs erwähnt – sehr vielseitig dar. Mit der Stiftung „Die vereinigten Pfründnerhäuser“ sowie der Stiftung „Magdalenen-Hospital“ haben zwei der ältesten Stiftungen Deutschlands ihren Sitz in Münster. Beispiel einer jungen Stiftung mit hohem kulturellem Anspruch ist die Sparkassen-Stiftung Pablo Picasso. Die Organisation nennt fast das komplette lithographische Werk des spanischen Künstlers ihr Eigen und macht dies im Kunstmuseum Pablo Picasso in Münster jedermann zugänglich.

Am 28. Juli dieses Jahres feierte die Behörde mit der Anerkennung der 500. Stiftung stolz ein kleines Jubiläum. Die Stiftung „muTiger“ war eine gemeinsame Gründung des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr und des Security-Unternehmens Kötter. Die Organisation möchte ein möglichst breites gesellschaftliches Bündnis für Zivilcourage schmieden und Bürger dazu ermutigen, Mut zu zeigen, ohne sich und andere in Gefahr zu bringen.

Anlässlich der 500. Stiftungsgründung hat die Stiftungsbehörde für ihren Regierungsbezirk ein Stiftungsbuch eingeführt, in dem sich neue Stiftungen zukünftig eintragen können. „Das Stiftungsbuch soll öffentlich bewusst machen, wie viele Bürgerinnen und Bürger sich zum Wohle des Gemeinwesens einsetzen“, so Regierungsvizepräsidentin Dorothee Feller-Elverfeld anlässlich der Jubiläumsfeier.

Aufsteigende Tendenz haben im Regierungsbezirk Münster die Bürgerstiftungen. Seit dem Jahr 2000 ist ihre Zahl bezirksweit von 3 auf 24 angestiegen. Diese Tendenz macht deutlich, wie selbstverständlich bürgerschaftliches Engagement in unserem Bezirk ist. Dorothee Feller-Elverfeld weist aber regelmäßig darauf hin, dass sich der Staat nicht auf Kosten der (Bürger)Stiftungen von seinen Aufgaben zurückziehen oder diese vernachlässigen darf. Anstelle eines „Entweder-oder“ geht es ihr vielmehr um ein Miteinander von Staat und bürgerschaftlichem Engagement.

Künftige Projekte der Münsteraner Stiftungsaufsicht
Aktuell bereitet die Stiftungsbehörde eine Stiftungskonferenz mit 45 interessierten Stiftungen vor, um gemeinsam die Kunst- und Kulturförderung zu beleben. Darüber hinaus sind wir an einer Vernetzung bestehender Stiftungen interessiert.

In Zusammenarbeit mit dem Initiativkreis Stiftungstag Münster-Westfalen fand 2009 ein Stiftungstag in Münster statt. 1.500 Besucher kamen zum Markt der Stiftungen in das Foyer unserer Behörde und tauschten Erfahrungen aus. Rund 300 Interessierte besuchten das parallel angebotene Stiftungsforum mit Impulsreferat, Talkrunde und Workshops. Im kommenden Jahr soll eine Neuauflage erfolgen.

Bei der beschriebenen Vielfältigkeit der Stiftungslandschaft fällt allerdings eines auf: In der Fahrrad-Hauptstadt Münster, die bundesweit den höchsten Radverkehrsanteil aufweist und ihren Gästen am Hauptbahnhof eigens eine Fahrrad-Tiefgarage mit 3.500 Stellplätzen zur Verfügung stellt, fehlt es bislang an einer Fahrrad-Stiftung.

Bezirksregierung Münster
Einzugsgebiet: Regierungsbezirk Münster (2,6 Mio. Einwohner)
Zahl der Stiftungen: 504
Stiftungsdichte 19,38 Stiftungen pro 100.000 Einwohner
Neugründungen 2010: 31
Bekannte Stiftungen: Vereinigte Pfründnerhäuser, Stiftung Magdalenen Hospital,Sparkassenstiftung Pablo Picasso

Die Regierungsdirektorin und Juristin Adriane Klostermann ist Dezernentin des Dezernates 21, zu dem auch der Bereich Stiftungsangelegenheiten gehört.

Der Regierungsamtsrat und Diplom-Verwaltungswirt Martin Kemmerling ist Sachbearbeiter für Stiftungsfragen im Dezernat Stiftungen der Bezirksregierung Münster.

Aktuelle Beiträge

Alles Wichtige für Entscheider aus dem Stiftungswesen - Kompetent und unabhängig - Jeden Monat neu
NEWSLETTER KOSTENLOS ABONNIEREN
Alles Wichtige für Entscheider aus dem Stiftungswesen - Kompetent und unabhängig - Jeden Monat neu
NEWSLETTER KOSTENLOS ABONNIEREN