Die neue Desiderius-Erasmus-Stiftung der eurokritischen Partei Alternative für Deutschland (AfD) ist finanziell offenbar dürftig aufgestellt. Laut einem Bericht des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ stehen maximal 35.000 EUR als Grundstockvermögen zur Verfügung. Auch diese Summe ist nicht gesichert, da die AfD das Geld aus dem Vermögen von zwei Vorgänger-Vereinen ihrer Partei nehmen will. Dies sind: „Wahlalternative 2013″ und „Bündnis Bürgerwille“. Doch weigert sich Norbert Stenzel, Geschäftsführer der „Wahlalternative 2013″, das Geld ohne weiteres herauszugeben, da dieses für Engagement gegen die Eurorettung gespendet wurde. Eine Änderung des Verwendungszwecks bedürfe der Zustimmung der Mitglieder. Das frühere Mitglied des AfD-Bundesvorstands, Beatrix Diefenbach, warf den Stiftern darüber hinaus Rechtsbruch vor. Sie verweist darauf, dass die Gründung einer Stiftung laut der Entscheidung des Erfurter Parteitags im Februar 2014 einen Beschluss des Bundesparteitags benötige, der bislang ausblieb.

Daneben erntet die Stiftungsgründung heftige Kritik von Unionspolitikern. „ Erasmus von Rotterdam war ein feinsinniger und kluger Mann der leisen Worte – das ist wirklich das Gegenteil der heutigen AfD-Funktionäre”, sagte der Vize-Vorsitzende der Bundestagsfraktion, Michael Kretschmer (CDU). Der Name der Stiftung diskreditiere im Übrigen das gleichnamige Studenten-Austauschprogramm. Ebenso mutmaß der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesbildungsministerium, Stefan Müller (CSU), „dass diese Stiftung ihrem Namen nicht gerecht wird.“

www.alternativefuer.de

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