Innovation war das Zauberwort auf der Tagung in Wien, die rund 330 Teilnehmer zählte. Der Begriff war nicht nur allgegenwärtig, der ausrichtende Fundraising Verband Austria bemühte sich auch redlich um neue Programmformate. Obendrein steht eine Neuregelung im Spendenrecht an, die den NPO der Alpenrepublik einiges an Mehrarbeit beschert.

Innovation war das Zauberwort auf der Tagung in Wien, die rund 330 Teilnehmer zählte. Der Begriff war nicht nur allgegenwärtig, der ausrichtende Fundraising Verband Austria bemühte sich auch redlich um neue Programmformate. Obendrein steht eine Neuregelung im Spendenrecht an, die den NPO der Alpenrepublik einiges an Mehrarbeit beschert.
Von Gregor Jungheim

 

Fundraising

„Was verstehst Du unter Innovation“, fragte eine Pinnwand auf Damen- und Herrentoilette. Foto: FVA/Schedl

Strenge Sitten herrschten auf dieser Tagung im Wiener Europahaus. Selbst auf dem Klo sollten sich die Besucher noch mit dem Kongressmotto „The Power of Innovation“ auseinandersetzen. So fragte auf Herren- wie Damentoilette ein Wandzettel ab, was die rund 330 Gäste aus sieben Ländern unter Innovation verstehen. Tatsächlich hatten sich einige die Mühe gemacht, hierauf einzugehen. „Raus aus der Komfortzone“ war dort zu lesen oder „dass alles andere gut läuft und ich Besseres habe“, aber auch „sich erlauben auf dem Weg dorthin zu lernen.“

Ebenso erstellte der deutsche Online-Fundraising-Dienstleister Altruja mithilfe des Instant-Messaging-Dienstes Snapchat ein Video, das Kurzstatements einiger Besucher zum Thema Innovation enthielt. Und der dänische Fundraising-Berater Jacob Finnbjørn Mollemøse stellte zur Kongresseröffnung fest, dass die größte Herausforderung für Innovationen die Leute in einer NPO seien. Denn oft wollten diese die Risiken nicht mittragen, die üblicherweise mit Innovation einhergingen, und seien auch nicht bereit, in Zeiträumen von vier bis sieben Jahren zu denken, wie es Innovation erfordere. Das Potenzial, in ihrer Organisation Innovationen zu entwickeln, attestierte er daher vor allem den unter 30-Jährigen.

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Die größte Herausforderung für Innovationen sind die Leute in einer NPO, sagte der dänische Fundraising-Berater Jacob Finnbjørn Mollemøse. Foto: FVA/Schedl

Um auch als Veranstalter dem Motto gerecht zu werden, hatte sich der Fundraising Verband Austria neben den gewohnten Keynotes und Seminaren am 10. und 11. Oktober eine ganze Reihe neuer Formate ausgedacht. Auf besonderes Interesse stieß der Programmpunkt „Die beste Idee, die ich selbst gern gehabt hätte“. Zehn Redner stellten in jeweils auf fünf Minuten limitierten Vorträgen eine Fundraising-Innovation vor, um die sie eine andere NPO beneideten. Hierbei kam Erstaunliches zusammen: Die Caritas Österreich fand über einen Facebook-Aufruf nach 23 Uhr noch in derselben Nacht genug Freiwillige, um in den frühen Morgenstunden einen Flüchtlingstransport vom Bahnhof abzuholen und zu betreuen. Das Projekt „Speisen für Waisen“ der muslimischen Hilfsorganisation Islamic Relief lädt Menschen aller Weltanschauungen dazu ein, sich beim Essen zu begegnen und hierbei Spenden für syrische Waisenkinder im Libanon zu sammeln. Und die Organisation „Action against hunger“ sandte Spendern, die Geld für Ernährungshilfe gegeben hatten, einen essbaren Dankesbrief. Am meisten Zuspruch – gemessen mit einer Applausometer-App – erntete jedoch das Projekt Toilet Twinning der christlichen Hilfsorganisation Tearfund, in der Menschen aufgefordert wurden, für ihre Haustoilette eine Partnerschaft mit einer Toilette aus einem Dritte-Welt-Land einzugehen. Für 60 GBP (ca. 67 EUR) können Spender den Bau einer Toilette finanzieren, von der sie ein Foto und die GPS-Koordinaten erhalten.

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