„Solarenergie in Deutschland ist so sinnvoll wie der Anbau von Ananas in Alaska.“ Über diese und andere Fehleinschätzungen klärte Prof. Dr. Olav Hohmeyer, u.a. Mitglied des UN-Weltklimarates und des Sachverständigenrates der deutschen Bundesregierung, in seinem Vortrag zu Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen auf. So habe man in Deutschland insbesondere das Potenzial von Photovoltaikanlagen unterschätzt.

Der Freiburger Hochschullehrer war sicher der prominenteste Referent auf dem ersten Stiftungsfrühstück des Jahres, das DIE STIFTUNG gemeinsam mit dem Realkapital-Asset-Manager KGAL in der Schweisfurth Stiftung am Nymphenburger Schloss ausrichtete. Im ehemaligen Schreiberhaus des Königs von Bayern lauschten die rund 60 Zuhörer gespannt den Erörterungen zu aktuellen und künftigen Entwicklungen im Bereich der erneuerbaren Energien und deren Eignung für eine Investition von Stiftungsvermögen.

Hohmeyer betonte in diesem Zusammenhang das riesige Potenzial von Wasserkraftwerken in Norwegen, von dem Deutschland und ganz Europa profitieren könne. Eine abgesicherte Vollversorgung mit Strom aus erneuerbaren Energien sei theoretisch schon bis 2030 umsetzbar. Es sei also möglich, die CO2-Emissionen und das Kernkraftrisiko bei der Stromerzeugung auf null zu reduzieren.

Um die Energiewende herbeizuführen, spiele die Zivilgesellschaft eine entscheidende Rolle und auch das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) sei unverzichtbar: „Lassen Sie sich von Phillip Rösler nichts anderes erzählen. Er weiß es nicht besser“, lautete seine Einschätzung der Fachkompetenz des Bundeswirtschaftsministers in diesem Punkt.

Aus globaler Perspektive wies Hohmeyer darauf hin, dass Deutschland durchaus eine Vorreiterrolle zukomme, vor allem im Bereich des technischen Know-hows. Auch China sei zur Umstellung bereit. Probleme bei der Energiewende sah er vornehmlich in den USA.

Möglichkeiten, von der Energiewende auch als Anleger zu profitieren, zeigten die InvestmentexpertenThomas Krützmann und Michael Ebner von KGAL auf. Krützmann beschrieb die Vorteile wie folgt: „Ein Investment in erneuerbare Energien korreliert nicht mit Entwicklungen am Finanzmarkt. Zudem sind die Marktentwicklungen klar absehbar.“

Michael Ebner betonte, dass vor allem On-Shore Windanlagen wieder ein geeignetes Anlageobjekt für institutionelle Anleger seien. Zudem werde auch in Zukunft Windenergie die treibende Kraft in Deutschland sein.

Worauf Stiftungen – ganz grundsätzlich – bei einem Investment achten sollten, verdeutlichte Felix Wallenhorst von der Kanzlei Peters, Schönberger & Partner. Er empfahl den Anwesenden, im Vorfeld stets genau nachzufragen, Fakten und Spekulationen klar zu unterscheiden und sich bei der Anlageentscheidung nicht von Emotionen leiten zu lassen.

Von Johannes Herbert

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