Nach Uneinigkeit über Mittelverwendung, Eingriff der Aufsicht und drohendem Rechtsstreit: Die ehemalige Geschäftsführerin der Carreras-Stiftung Gabriele Kröner scheidet nun doch einvernehmlich aus der Stiftung aus.

Der Streit zwischen der Krebsstiftung des Opernsängers José Carreras und seiner langjährigen Geschäftsführerin Gabriele Kröner ist beigelegt. Die Parteien haben sich auf einen Vergleich geeinigt, dem zufolge Kröner Ende März aus dem Verein ausschied. Kröner, Nachfahrin der Gründer des Fresenius-Konzerns, hatte 2011 ihre Arbeit für Carreras begonnen. Im Oktober vorigen Jahres wurde Kröners Dienstvertrag zum dritten Mal gekündigt, der Rat der Carreras-Stiftung begründete den Rauswurf mit einem „massiven und nachhaltigen Vertrauensverlust“. Nun haben sich beide Seiten doch noch geeinigt. Und in der Präambel des geschlossenen Vergleichs heißt es: „Herr Carreras dankt Frau Dr. Kröner für die tadellose und engagierte Tätigkeit als geschäftsführender Vorstand in den vergangenen Jahren.“

Harte Bandagen

Vorausgegangen war ein Streit mit harten Bandagen. Die Medizinerin war im Oktober 2019 nach neun Jahren Tätigkeit überraschend als geschäftsführender Vorstand abberufen worden, habe alle Schlüssel abgeben müssen, wie die Süddeutsche Zeitung berichtete. „Banken und andere Geschäftspartner der Stiftung seien ohne Angabe von Gründen informiert worden, dass sie nicht mehr Geschäftsführerin sei – das habe natürlich zu Spekulationen darüber geführt, dass sie sich etwas habe zuschulden kommen lassen.“

Bei ihrem Rauswurf 2019 waren Vertreter der spanischen Dachorganisation angereist, der die Deutsche José-Carreras-Stiftung angehört. Der namengebende Tenor hatte die Initiative 1988 nach einer Leukämieerkrankung gegründet. Die Anwälte der Stiftung sprachen von massivem Vertrauensverlust, Kröner sah und sieht im Vorgehen ihres Arbeitgebers eine Reaktion auf verweigerte Fördermittel. „Sie habe sich geweigert, den Betrieb eines spanischen Instituts mit deutschen Spendengeldern zu finanzieren, und sei deshalb bei Carreras in Ungnade gefallen“, gab das Handelsblatt wieder. Die Stiftung widersprach dieser Lesart. Die Stiftungsaufsicht kassierte 2020 den Rauswurf und stellte fest, dass Gabriele Kröner weiterhin Mitglied des Vorstands der Deutschen José-Carreras-Leukämie-Stiftung sei – aber von ihren Rechten und Pflichten entbunden bleibe. Erwartet wurde eine Entscheidung durch das Landgericht München. Nun kam es zur Einigung.

 

Aktuelle Beiträge

Alles Wichtige für Entscheider aus dem Stiftungswesen - Kompetent und unabhängig - Jeden Monat neu
NEWSLETTER KOSTENLOS ABONNIEREN
Alles Wichtige für Entscheider aus dem Stiftungswesen - Kompetent und unabhängig - Jeden Monat neu
NEWSLETTER KOSTENLOS ABONNIEREN