Der frühere Generalsekretär der Vereinten Nationen Kofi Annan ist im Alter von 80 Jahren in Bern gestorben. Die Kofi-Annan-Stiftung wirkt weiterhin in seinem Sinn. Die Schweizer Organisation mit Sitz in Genf hat das Ziel, sich für Frieden und Demokratie in der Welt einzusetzen.

Die Bestürzung über den Tod Kofi Annans war groß. „In seinen neun Jahren als Generalsekretär hat Kofi Annan die Vereinten Nationen geprägt wie kaum ein anderer. Es wird unvergessen bleiben, wie unerschütterlich er für Frieden, Sicherheit, Entwicklung und Menschenrechte eintrat“, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat den verstorbenen früheren UN-Generalsekretär Kofi Annan als  „sanften, aber hartnäckigen Kämpfer für Frieden und Menschenrechte“ gewürdigt. Die F.A.Z. schreibt in einem Nachruf: „Annan ließ sich weder davon abbringen, dass es eine „responsibility to protect“ gibt, eine Schutzverantwortung der Staatengemeinschaft auch gegen einzelne Staaten. Noch vermochten die Konflikte, Kriege und Katastrophen sein optimistisches Menschenbild zu trüben.“ Das politische Wirken des in Ghana geborenen Diplomaten wird von dessen Kofi-Annan-Stiftung fortgeführt.

Kofi-Annan-Stiftung spricht Entscheider an

Annan war von 1997 bis 2006 Generalsekretär der Vereinten Nationen, die 2001 mit ihm den Friedensnobelpreis erhielten. Nach seiner Tätigkeit gründete er die Kofi-Annan-Stiftung mit Sitz in Genf. Er war außerdem Mitglied der Gruppe „The Elders“, einer Gemeinschaft, die von Nelson Mandela gegründet wurde. Ziel der Kofi-Annan-Stiftung ist es, Frieden, Menschenrechte und humanitäre Entwicklung zu fördern. Dabei legt die Stiftung den Fokus auf die Mobilisierung von politischem Willen, um Probleme zu lösen. Der Anspruch der Stiftung liegt nach eigener Aussage der Stiftung weniger darin, konkrete Hilfsprojekte anzugehen. Sie nutzt vielmehr ihren Einfluss, um Politikern die dringendsten Probleme auf der Welt aufzuzeigen und Gesprächsrunden zu bilden. So gab die Kofi-Annan-Stiftung 2017 über ein Drittel ihrer Einnahmen für Mediation und Krisenlösungen aus. Das entspricht einem Wert von über 1,2 Millionen Schweizer Franken.

Ein Beispiel ist die Westafrikanische Drogenkommission (WACD). Kofi Annan hat dort westafrikanische Leute aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen wie Politik, Justiz und Gesundheit an einen Tisch gebracht. Dort werden Vorschläge gegen Drogenhandel- und Konsum erarbeitet. Die Kommission ist unabhängig von einzelnen Regierungen und kann sich und direkt äußern. Zusammen mit der Globalen Kommission für Drogenpolitik gibt die WACD politische Empfehlungen, wie Länder mit Drogenproblemen umgehen können.

Die Kofi-Annan-Stiftung, die unter anderem auch vom Deutschen Auswärtigen Amt und der Schweiz unterstützt wird, hat auf ihrer Website einen Nachruf zu ihrem Gründer veröffentlicht.

www.kofiannanfoundation.org

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