Selbst die ehrbarsten Projekte der Jugendarbeit brauchen ein solides finanzielles Fundament, um dauerhaft bestehen zu können. Dies wurde am 24. März auf dem gemeinsamen Stiftungsfrühstück der St. Galler Kantonalbank Deutschland und des Magazins DIE STIFTUNG in München deutlich.

Dass Stiftungen bei ihrer Geldanlage durchaus Ansprüche stellen können – und dies auch für die Beratungsleistungen gilt –, machte Wolfgang Pietzsch deutlich: „Fragen Sie nach, bis Sie es verstanden haben“, forderte der Partner des unabhängigen Finanzdienstleisters mercurion. „Wenn Sie es nicht verstehen, geben Sie das Geld nicht her.“

Hinsichtlich der Ansprüche an die Rendite riet Marc Decker von der Kapitalanlagegesellschaft MEAG zu einer realistischen Einschätzung: „Es gibt keine Rendite ohne Risiko. Jeder Renditepunkt muss mit Risiko erkauft werden“, so der Manager des noch jungen Nachhaltigkeitsfonds MEAG FairReturn, der ein Absolute-Return-Konzept verfolgt.

Dass sich das Prinzip der Risikostreuung auch in der Projektarbeit anwenden lässt, machte Pater Stefan Stöhr von den Salesianern Don Boscos deutlich. Ebenso wie ein Portfolio mehrere Anlageklassen enthalte, fördere auch die katholische Ordensgemeinschaft nicht nur eine Gruppe. Die Organisation versuche vor allem die persönlichen Lebensrisiken der betreuten Jugendlichen zu minimieren, indem sie deren Ausgrenzung vermeide. Konkret stellte der Geistliche das neue Projekt „Life“ vor, das sich jungen Flüchtlingen widmet, die allein nach Deutschland gekommen sind.

Impulse für soziales Engagement gab Thomas Schiffelmann, Marketingleiter der Servicegesellschaft Stiftungszentrum.de. Hierbei betonte er, dass ein stifterischer Alleingang nicht immer der Königsweg sei. „Die Effizienz des Stiftens muss auch mal in Frage gestellt werden“, forderte Schiffelmann. Manchmal sei es besser, Kräfte und Kompetenzen zu bündeln und eine bestehende Organisation zu unterstützen.

Dass eine Stiftungsgründung auch jenseits von philanthropischem Engagement denkbar ist, hob Hans-Jürgen Röwekamp, Vorstandsvorsitzender der St. Galler Kantonalbank Deutschland, hervor. So hätten die jüngsten Gesetzesreformen, insbesondere das Wachstumsbeschleunigungsgesetz, das Modell der Familienstiftung wieder attraktiver gemacht. Überlegenswert sei auch die Errichtung einer österreichischen Privatstiftung, da in der Alpenrepublik die Erbersatzsteuer vor zwei Jahren gänzlich abgeschafft wurde. Die Steuerbefreiung erfordere jedoch einen Umzug nach Österreich.

Zur Veranstaltung kamen rund 60 Besucher. Das Stiftungsfrühstück fand in den Räumen der Schweisfurth-Stiftung im Schloss Nymphenburg statt.

Die nächsten Stiftungsfrühstücke sind am 29. April, 20. Mai und 11. Juni, jeweils in München. Die Reihe wird demnächst auch in anderen deutschen Großstädten fortgesetzt.

Aktuelle Beiträge

Alles Wichtige für Entscheider aus dem Stiftungswesen - Kompetent und unabhängig - Jeden Monat neu
NEWSLETTER KOSTENLOS ABONNIEREN
Alles Wichtige für Entscheider aus dem Stiftungswesen - Kompetent und unabhängig - Jeden Monat neu
NEWSLETTER KOSTENLOS ABONNIEREN