Die Robert-Bosch-Stiftung hat 2020 den nach eigener Aussage umfassendsten Strategieprozess ihrer Geschichte abgeschlossen. Dies beinhaltet eine inhaltliche Neuaufstellung: Künftig konzentriert sich die GmbH auf drei Fördergebiete.

Gesundheit, Bildung und Globale Fragen sollen künftig die Schwerpunkte der Robert-Bosch-Stiftung sein. „Wir wollen noch wirksamer sein“, wird Joachim Rogall, Vorsitzender der Geschäftsführung, in einer Pressemitteilung zitiert. „Deshalb haben wir die Aktivitäten der Stiftung von fünf auf drei Fördergebiete reduziert. In diesen Fördergebieten konzentrieren wir uns auf zehn Themen anstatt ehemals 34. Wir sind davon überzeugt, dass wir durch diese Fokussierung einen noch größeren Beitrag zur Lösung gesellschaftlicher Probleme leisten können.“

Demokratie, Klimawandel, Migration und mehr

Zentrale Themen im Fördergebiet Globale Fragen sind demnach Frieden, Ungleichheit, Klimawandel, Demokratie, Migration und Einwanderungsgesellschaft. Im Bereich Bildung stehe das Lernen des Individuums und das Lernen der Organisationen im Fokus. In ihrer Gesundheitsförderung lenke die Stiftung den Blick auf die Menschen im Gesundheitssystem und engagiere sich für dessen Zukunftsfähigkeit.

Ziel der Stiftung sei es, „in ihrer Förderung verstärkt relevante Wechselwirkungen zwischen den Themen zu berücksichtigen – etwa wie der Klimawandel zu Konflikten und Migration beiträgt“. Neben der inhaltlichen Neuausrichtung habe die Stiftung auch ihre Förderinstrumente angepasst und auf aktuelle Entwicklungen in der Philanthropie reagiert.

Weniger eigene Programme, mehr Kooperationen

„Nicht Projekte verändern die Welt, sondern Menschen und Institutionen“, so Geschäftsführerin Sandra Breka. „Wir werden weniger Programme selbst durchführen, sondern mehr Kooperationen eingehen und Organisationen unterstützen, die zukunftsgerichtet und langfristig an einem Problem arbeiten. Auch wir als Stiftung müssen die komplexen Themen inhaltlich tiefer durchdringen und benötigen Zugang zu entsprechender Expertise.“ Diesen Ansatz verfolge die Stiftung beispielsweise, indem sie den interdisziplinären Austausch zwischen Entscheidungsträgern und Meinungsbildnern in der Robert Bosch Academy unterstütze, noch stärker auf wissenschaftliche Beratung zurückgreife und die Arbeit profilierter, praxisnaher Think Tanks weltweit fördere.

Optimierte Strukturen

Zur höheren Wirksamkeit der Förderung sollen weitere strukturelle Veränderungen beitragen, für die im vergangenen Jahr die Weichen gestellt worden seien. So werde im Bosch Health Campus in Stuttgart neben dem Robert-Bosch-Krankenhaus und den zugehörigen medizinischen Forschungseinrichtungen auch die bisherige Gesundheitsförderung der Stiftung integriert, um die gesundheitsrelevanten Aktivitäten der Stiftung zu bündeln. „Im Fördergebiet Bildung werden ebenfalls die Aktivitäten auf ein gemeinsames strategisches Ziel ausgerichtet. Hierfür werden die Deutsche Schulakademie und der bisherige Bildungsbereich der Stiftung unter dem Dach der Robert-Bosch-Stiftung zusammengeführt“, so die Stiftung.

Im vergangenen Jahr habe die Bosch-Stiftung rund 80 Millionen Euro, so die vorläufige Angabe, für gemeinnützige Zwecke aufgewendet. In ihrem Neujahrsschreiben zog die Geschäftsführung eine positive Bilanz der Stiftungsarbeit im Jahr 2020, trotz der massiven Auswirkungen der Corona-Pandemie. Förderbedingungen seien angepasst, Projektlaufzeiten verlängert und größtmögliche Flexibilität eingeräumt worden, um die Strukturen über die Krise hinaus zu sichern. „Viele der eingeführten Veränderungen sollen über die unmittelbare Krise hinaus in der Förderpraxis erhalten bleiben.“

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