Während im Norden, im Westen und im Zentrum Europas hohe Kinderzahlen und Zuwanderung vorherrschen, müssen sich die Länder Süd- und Osteuropas auf eine Überalterung der Gesellschaft einstellen. Das hat Folgen für Wirtschaft und Sozialsysteme.

Wie stehen die Regionen Europas demografisch dar? Dieser Frage hat sich das Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung, eine Stiftung, die sich als Thinktank versteht, angenommen und in seiner aktuellen Studie „Europas demografische Zukunft“ 290 europäische Regionen untersucht. Das Ergebnis: Schon heute kommen auf jeden Ruheständler nur etwa drei Personen im Erwerbsalter. Doch die Regionen Europas sind unterschiedlich gut auf die demografischen Herausforderungen der Zukunft vorbereitet.

Besonders gut stehen die hoch entwickelten Regionen der Schweiz, Süddeutschlands und Skandinaviens da. Als Grund hierfür nennen die Studienautoren hohe Kinderzahlen und gute Bildungssysteme, etwa im Norden des Kontinents, sowie die Zuwanderung aus europäischen und nicht-europäischen Ländern, vor allem in Deutschland.

Süd- und Osteuropa: Nur Hauptstadtregionen stabil

In den Ländern Süd- und Osteuropas hingegen verschlechtert die Abwanderung junger Menschen hingegen die Zukunftsaussichten. Zur Mitte des Jahrhunderts dürften in Griechenland und Portugal die im Schnitt ältesten Menschen Europas wohnen. Auch werden es deutlich weniger Leute als heute sein, die in diesen Ländern leben. „Häufig können sich in Süd- und Osteuropa nur die Hauptstadtregionen demografisch stabilisieren, während ländliche Gebiete zusehends an Bevölkerung verlieren“, erklärt Stephan Sievert, Mitautor der Studie.

Diese Entwicklung hat Folgen für Wirtschaft und Sozialsysteme. Sozialleistungen werden schwieriger zu finanzieren sein und Firmen tun sich schwerer, passendes Personal zu finden. „Dies ist umso gravierender, als die Volkswirtschaften im 21. Jahrhundert eher auf gut qualifizierte Menschen denn auf große Industrieanlagen angewiesen sind“, kommentiert Reiner Klingholz, Direktor des Berlin-Instituts die Ergebnisse.

Demografische Probleme ließen sich dadurch abmildern, indem bislang benachteiligte Gruppen besser in das Erwerbsleben einbezogen werden. Dies gelänge auch vor allem im Norden Europas besser als im Süden, so Klingholz.

Die Studie kann hier als PDF heruntergeladen werden: http://www.berlin-institut.org/publikationen/studien/europas-demografische-zukunft.html

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