Sprachen können Brücken bauen, Sprachen können trennen: Eine Erkenntnis, die man häufig auch im Bereich Vermögensverwaltung gewinnen kann. Fachzeitschriften, Fachpresse und Fachleute sprechen nicht immer die Sprache, die für die gewünschte Zielgruppe passend erscheint.

Sprachen können Brücken bauen, Sprachen können trennen: Eine Erkenntnis, die man häufig auch im Bereich Vermögensverwaltung gewinnen kann. Fachzeitschriften, Fachpresse und Fachleute sprechen nicht immer die Sprache, die für die gewünschte Zielgruppe passend erscheint. Viele Stiftungen haben Anlagebedarf, viele Stiftungen besuchen Fachveranstaltungen und suchen den Austausch mit Branchenexperten. Private Vermögensverwalter könnten gute Ratgeber und Produktlieferanten für viele Stiftungen sein – nur warum tun sich beide Parteien manchmal etwas schwer bei der Gründung einer längerfristigen Partnerschaft?
von Markus Hill

 

Interessen und Langfristcharakter
Stiftungen und Vermögensverwalter sollten in der Regel vorrangig langfristig der Vermögensverwalter möglicherweise, weil er eine unternehmerische Vision verfolgt denken. Die Stiftung, weil sie den Stiftungszweck erfüllen möchte, , die an seine Person bzw. Organisation gebunden ist. Eigentümergeführte Unternehmen denken in der Regel nicht in Quartalen. Ähnlichkeit der Interessen bedeutet jedoch nicht, dass die Stiftung ausschließlich Probleme im Bereich Asset Management hat. Wie im Bereich der Beratung muss der Vermögensverwalter zum Klienten (Stiftung) passen. Gerade bei kleineren Stiftungen (Vermögen ab 0,25 Mio. EUR und aufwärts) kommt oft die Anlage in sogenannte Vermögensverwaltende Ansätze in Form von Publikumsfonds in Frage. Transparenz über Ansätze und Performance ist hier gegeben und ein Entscheidungsparameter neben den sogenannten weichen Faktoren. Die Produkttransparenz bei Publikumsfonds ist eine gute Voraussetzung dafür, dass Berater, Kunde und Produkt zueinander finden.

Mögliche „weiche“ Kriterien für Vermögensverwalterauswahl
Gerade viele kleine bis mittelgroße Stiftungen haben Interesse an persönlicher, maßgeschneiderter Beratung. Kern der Unzufriedenheit mit der aktuellen Beratung kann beispielsweise im Bankbereich die Tatsache sein, dass eine kostengünstige bzw. kostenneutrale Beratung zum Aufsetzen einer Stiftung nicht einhergehen muss mit der Lieferung „begeisternder“ Performance in der Vermögensverwaltung. Es sei dahingestellt, ob Anlageberater jederzeit die richtige Wahl bei Anlageprodukten treffen. Wünschenswert erscheint zumindest, dass einer Stiftung die richtigen, für die Erfüllung des Stiftungszwecks geeigneten Produkte angeboten werden. Direkte Feedbackgespräche mit Stiftungen lassen vermuten, dass auch in diesem Bereich Optimierungspotenzial
besteht.

Es braucht Zeit, den richtigen Vermögensverwalter zu finden, und auch Stiftungen müssen die eine oder andere Schwellenangst überwinden. Drei einfache Fragen an den Vermögenswalter durch die Stiftung könnten beim Erstgespräch hilfreich sein:
a) Hat er Interesse, auch „kleinere“ Summen zu verwalten?
b) Hört er zu, präsentiert nicht sofort ein Produkt?
c) Interessiert er sich für Mittelverwendung und Projekte der Stiftung?

Fazit
Stiftungen haben ein Interesse an Knowhow und Beratung durch unabhängige Vermögensverwalter. Vielleicht ergibt sich aus dem oben Gesagten langfristig gesehen eine Art von optimiertem Entscheidungsprozess, damit es nicht heißen muss: „Sie waren wie die Königskinder, sie fanden nicht zueinander.“

 

FotoMarkusHill2011.jpgMarkus Hill ist unabhängiger Asset Management-Consultant und gilt als profunder Kenner der Fondsbranche. Seine Expertise vor allem im Bereich der Private-Label-Fonds wird von professionellen Investoren wie Family Offices, Versicherungen, Pensionskassen und vermehrt auch Stiftungen genutzt: www.markus-hill.com

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