Die Besucherzahl war „hart an der Feuerschutzgrenze“, das Vortragsprogramm überbordend und eng getaktet, das Abendprogramm voll interessanter Persönlichkeiten und die Gelegenheit zum Networking äußerst günstig. Diesen Eindruck hinterließ die Ashoka Sozialunternehmerkonferenz am 11. März in München.

Die Besucherzahl war „hart an der Feuerschutzgrenze“, das Vortragsprogramm überbordend und eng getaktet, das Abendprogramm voll interessanter Persönlichkeiten und die Gelegenheit zum Networking äußerst günstig. Diesen Eindruck hinterließ die Ashoka Sozialunternehmerkonferenz am 11. März in München.

Von Gregor Jungheim

 

„Machen Sie sich auf einen kuscheligen Nachmittag gefasst“, warnte uns der Veranstalter bereits einen Tag zuvor. Im zentral gelegenen Münchner HVB-Forum stellte Peter Herreiner, Managing Director der Hypovereinsbank, dann fest: „Wir sind hart an der Feuerschutzgrenze.“ Offenbar ist das Interesse, die Welt nicht nur mit gutem Willen, sondern auch mittels funktionierender Geschäftsmodelle zu verändern, größer als je zuvor. Davon zeugten auch die rund 300 Teilnehmer bei den Nachmittags-Vorträgen und die etwa 400 Besucher auf der Abendveranstaltung der Ashoka Sozialunternehmerkonferenz.

Eine Art Zirkeltraining hatten sich die Organisatoren für ihre Gäste ausgedacht. An insgesamt elf Stationen, die Namen wie „Brückenbauer“, „Starthelfer“, „Storyteller“ oder „Innovationsscouts“ trugen, berichteten Akteure von in- und außerhalb der Szene über Hürden und Herausforderungen für ein Sozialunternehmen. Es ging um Coachings und Rechtsberatung, Finanzierung und Organisationsentwicklung, Personalgewinnung und Nachwuchsförderung, Wirkungsmessung und Projekttransfer sowie manch andere Themen. Insgesamt 33 Vorträge zu je 40 Minuten standen an jenem Nachmittag zur Auswahl. Den Referenten auch mal zu widersprechen, war ausdrücklich erwünscht. Ein handlicher Programmzettel half, bei all dem Simsalabimbambasaladusaladim, nicht den Überblick zu verlieren. Das kostbare Dokument zu verbaseln, hatte dagegen schnell Desorientierung zur Folge. Wer es noch genauer wissen wollte, konnte sich an einem Infostand beraten lassen und im Foyer des HVB-Forums gab es natürlich auch Platz für persönliche Gespräche.

Wie man die Geschichte eines Sozialunternehmens als Heldenreise erzählt, erklärte Sabrina Hoffmann von der Huffington Post Deutschland (r.).

Wie man die Geschichte eines Sozialunternehmens als Heldenreise erzählt, erklärte Sabrina Hoffmann von der Huffington Post Deutschland (r.).

Themenfülle und strenge Taktung ließen die Nachmittagsveranstaltung sicher etwas hektisch geraten, doch hatte auf diese Weise jeder Besucher eine realistische Chance, die Konferenz mit konkreten Anregungen für die eigene Arbeit zu verlassen. So empfahl Sabrina Hoffmann von der Huffington Post Deutschland, die Geschichte des eigenen Unternehmens als Heldenreise nach dem Vorbild alter Sagen und klassischer Fantasy-Romane zu erzählen. „Entscheidend ist der Kampf, darauf muss die Geschichte hinauslaufen“, betonte die Referentin. Dieser brauche auch nicht immer gut ausgehen, gerade Tragödien seien besonders bewegende Geschichten. Auf die Frage aus dem Publikum, wie viele Pressesprecher und Kommunikationsagenturen denn diese Erzählkunst noch beherrschen, entgegnete Hoffmann, dass dies nicht einmal von allen Journalisten erwartet werden kann. Angesichts der aktuellen Möglichkeiten, redaktionelle Leistungen kostenlos zu erhalten – wozu die Huffington Post mit der Veröffentlichung nicht honorierter Texte einen guten Teil beigetragen hat – dürfte sich hieran auch in absehbarer Zeit nichts ändern.

Eher können sich Veränderungen bei der Bereitschaft ergeben, funktionierende Projekte zu übernehmen, anstatt das Rad neu zu erfinden. Noch ist der Mehrzahl dieser Vorhaben kein Erfolg beschieden, doch einige Anregungen, wie sich die Quote verbessern ließe, brachten Vertreter der Stiftung Bürgermut mit. So betonte Stiftungsvorstand Uwe Amrhein, dass ein Konzept für den Projekttransfer immer auch Aussagen zur Finanzierung beinhalten müsse. Ebenso könne es sinnvoll sein, die Verantwortung für die Skalierung anderen Mitarbeitern zu übertragen; denn dies erfordere im Vergleich zu Projektentwicklung ganz unterschiedliche Kompetenzen.

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