Die Besucherzahl war „hart an der Feuerschutzgrenze“, das Vortragsprogramm überbordend und eng getaktet, das Abendprogramm voll interessanter Persönlichkeiten und die Gelegenheit zum Networking äußerst günstig. Diesen Eindruck hinterließ die Ashoka Sozialunternehmerkonferenz am 11. März in München.

Wie nun Projekterfolge messbar sind, erläuterte Susanna Krüger. Die geschäftsführende Gesellschafterin der NPO-Beratung Goodroot empfahl, sich nicht dem Trend zur Standardisierung zu ergeben, sondern lieber selbst Kriterien für Monitoring und Evaluation zu entwickeln. Der Gefahr, unglaublich effizient genau das Falsche zu tun, könne eine NPO durch den Dialog mit ihren Stakeholdern begegnen. Und den Vorwurf, Äpfel mit Birnen zu vergleichen, könne ein Evaluator dadurch entkräften, dass er die Messung transparent mache und alle Annahmen mit dem Auftraggeber abstimme.

Die Aufnahme der neuen Fellows ist immer ein magischer Moment. Hier stellte Volkert Ruhe die Arbeit von „Gefangene helfen Jugendlichen“ vor.

Die Aufnahme der neuen Fellows ist immer ein magischer Moment. Hier stellte Volkert Ruhe die Arbeit von „Gefangene helfen Jugendlichen“ vor.

Ein magischer Moment war natürlich auch in diesem Jahr die offizielle Aufnahme der neuen Fellows. Mit leidenschaftlichen Entrees stellten verschiedene Ashoka-Mitarbeiter jene Sozialunternehmer vor, die nicht nur eine finanzielle Förderung erhalten, sondern auch Zugang zu einem wertvollen Netzwerk bekommen. Die Aufgabe, sie als Vorbilder zu feiern, nahm ihnen das Publikum ab, das den Männern und Frauen mit oft ungewöhnlichen Lebensläufen kräftig applaudierte. „Nicht jeder ist Sozialunternehmer. Aber jeder, der sich über etwas aufregt, sollte Gelegenheit bekommen, auch etwas zu verändern“, sagte zum Abschluss des Abendprogramms Konstanze Frischen, Gründerin von Ashoka Deutschland.

Doch der vielleicht lohnendste Teil der Konferenz war für viele das Networking beim abendlichen Buffet. Nicht nur an den Bartischen im Foyer des HVB-Forums wurde mancher Kontakt wiederaufgenommen und der Grundstein für manche Kooperation gelegt. Angesichts der Besucherzahlen entstanden schon in den Warteschlangen interessante Gespräche, die teilweise bis kurz vor Mitternacht fortgesetzt wurden.

Ashoka ist eine internationale gemeinnützige NPO zur Förderung von Sozialunternehmen und in 70 Ländern aktiv. Die deutsche Organisation existiert seit 2003 und richtet jährlich die Sozialunternehmer Konferenz aus.

 

Die neuen Ashoka Fellows:

Robert Greve, u.a. Initiator von SchulePLUS, einem sozialen Netzwerk, das Dienstleister für Schüler und Schulen mit Lehrern zusammenbringt

Heike Boomgaarden, Pionierin der Essbaren Stadt Andernach. In dem Projekt lässt die Stadtverwaltung überall Gemüse, Obst und Kräuter anbauen. Passanten ist es ausdrücklich gestattet, sich zu bedienen.

Horst Krumbach, Gründer der Generationsbrücke Deutschland, organisiert Patenschaften zwischen Schulen/Kindergärten und Pflegeheimen, die eher auf einen langfristigen Austausch als auf einmaliges Adventssingen ausgerichtet sind.

Ralf Sange, Initiator von Gründer 50plus, ermöglicht durch niedrigschwellige Angebote und Beratung die Existenzgründung in der zweiten Lebenshälfte.

Stephanie Hankey, Gründerin des Tactical Technology Collective, befähigt Aktivisten weltweit, ihre Strategien für gesellschaftliche Veränderung in den digitalen Raum zu übersetzen und sich in diesem sicher und effektiv zu bewegen.

Volkert Ruhe, Gründer von „Gefangene helfen Jugendlichen“ und selbst ehemals Inhaftierter, bringt (ehemalige) Gefangene und gefährdete Jugendliche zusammen, um letztere im Dialog auf Augenhöhe von einer kriminellen Laufbahn abzubringen.

Casten Rübsaamen, Gründer und CEO von Bookbridge, das in ländlichen Gebieten von Entwicklungs- und Schwellenländern Lernzentren als Sozialunternehmen errichtet. Diese schaffen nicht nur Zugang zu Ausbildung, sondern dienen auch zur Weiterbildung von Führungskräften.

 

Buffet am Abend der Sozialunternehmerkonferenz. Auch zum Networken lohnte sich die Veranstaltung.

Buffet am Abend der Sozialunternehmerkonferenz. Auch zum Networken lohnte sich die Veranstaltung.

 

 

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