Tim Goldau, Autor bei DIE STIFTUNG https://www.die-stiftung.de/ueber-uns/redaktion/tim-goldau/ Magazin für Stiftungswesen und Philanthropie Mon, 02 Nov 2026 08:31:45 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1.4 Lesen, schreiben, teilhaben https://www.die-stiftung.de/news/bildung/lesen-schreiben-teilhaben-162644/ Mon, 02 Nov 2026 08:30:40 +0000 https://www.die-stiftung.de/?p=162644 Lesen eröffnet den Zugang zu Wissen. Schreiben hilft, eigene Gedanken auszudrücken und mit anderen zu teilen. Foto: Stiftung Lesen_Jonathan Kaiser/micmacpics – stock.adobe.com

Die Stiftung Lesen bringt Kindern Geschichten nahe, die Stiftung Handschrift lässt sie eigene Worte finden. Ihre Ansätze unterscheiden sich, doch beide setzen bei Fähigkeiten an, die Kinder auch in einer zunehmend digitalen Welt brauchen.

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Lesen eröffnet den Zugang zu Wissen. Schreiben hilft, eigene Gedanken auszudrücken und mit anderen zu teilen. Foto: Stiftung Lesen_Jonathan Kaiser/micmacpics – stock.adobe.com

Die Stiftung Lesen bringt Kindern Geschichten nahe, die Stiftung Handschrift lässt sie eigene Worte finden. Ihre Ansätze unterscheiden sich, doch beide setzen bei Fähigkeiten an, die Kinder auch in einer zunehmend digitalen Welt brauchen.

Lesen und Schreiben sind Voraussetzungen dafür, Informationen zu verstehen, eigene Gedanken zu formulieren und am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Lesekompetenz umfasst dabei mehr als das Entziffern von Buchstaben: Laut der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), die unter anderem die Pisa-Studien durchführt, bedeutet sie, Texte zu verstehen, zu nutzen, zu bewerten und über sie zu reflektieren – um Wissen aufzubauen, eigene Ziele zu verfolgen und gesellschaftlich teilzuhaben.

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Schlummernde Schätze https://www.die-stiftung.de/news/erbe/schlummernde-schaetze-162656/ Tue, 27 Oct 2026 13:36:06 +0000 https://www.die-stiftung.de/?p=162656 In deutschen Kreditinstituten liegen Vermögen in Milliardenhöhe. Meldet sich kein Berechtigter, können die Banken das Geld nach der gesetzlichen Frist ausbuchen. Foto: tkyszk – stock.adobe.com

Was soll mit Vermögen geschehen, dessen Eigentümer oder Erben über lange Zeit nicht erreicht werden können? Organisationen fordern, langfristig nicht abgerufene Mittel für soziale und gemeinnützige Zwecke einzusetzen.

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In deutschen Kreditinstituten liegen Vermögen in Milliardenhöhe. Meldet sich kein Berechtigter, können die Banken das Geld nach der gesetzlichen Frist ausbuchen. Foto: tkyszk – stock.adobe.com

Was soll mit Vermögen geschehen, dessen Eigentümer oder Erben über lange Zeit nicht erreicht werden können? Organisationen fordern, langfristig nicht abgerufene Mittel für soziale und gemeinnützige Zwecke einzusetzen.

Nach einem Todesfall müssen Angehörige nicht nur klären, wer was erbt. Manchmal wissen sie nicht einmal, ob es noch ein Konto, ein Sparguthaben oder ein Depot gibt. Vermögenswerte können über Jahre unentdeckt bleiben. Für mögliche Erben gibt es bislang keinen einfachen zentralen Weg, gezielt nach ihnen zu suchen.

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Wenn der Vorstand sich selbst bedient https://www.die-stiftung.de/news/stiftungsvorstand/wenn-der-vorstand-sich-selbst-bedient-162635/ Fri, 16 Oct 2026 12:36:42 +0000 https://www.die-stiftung.de/?p=162635 Rund 800.000 Euro wurden vom Vorstand für private Zwecke genutzt. Foto: Bomix - stock.adobe.com

Im sauerländischen Hemer bereicherte sich der Vorstand der Dr.-Heinz-und-Anita-Lütke-Stiftung über Jahre selbst. Auch seine Ehefrau und Mitglieder des Kuratoriums waren an dem Untreuefall beteiligt.

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Rund 800.000 Euro wurden vom Vorstand für private Zwecke genutzt. Foto: Bomix - stock.adobe.com

Im sauerländischen Hemer bereicherte sich der Vorstand der Dr.-Heinz-und-Anita-Lütke-Stiftung über Jahre selbst. Auch seine Ehefrau und Mitglieder des Kuratoriums waren an dem Untreuefall beteiligt.

Die Dr.-Heinz-und-Anita-Lütke-Stiftung im sauerländischen Hemer nahe Iserlohn ist über mehrere Jahre Opfer von Veruntreuung geworden. Das Landgericht Hagen hat den früheren Stiftungsvorsitzenden zu fünf Jahren und sechs Monaten Freiheitsstrafe verurteilt. Seine Ehefrau erhielt drei Jahre Freiheitsstrafe. Zwei frühere Kuratoriumsmitglieder erhielten jeweils zwei Jahre Freiheitsstrafe auf Bewährung.

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Einschlafen erwünscht https://www.die-stiftung.de/news/stiftungen-im-portraet/einschlafen-erwuenscht-162271/ Fri, 18 Sep 2026 11:54:11 +0000 https://www.die-stiftung.de/?p=162271 „Schlafender Knabe im Heu“: Ölgemalde des Schweizer Malers Albert Anker, entstanden in den Jahren 1891 bis 1897 / Foto: Wikimedia

Die Deutsche Stiftung Schlaf setzt sich seit 2011 dafür ein, Schlaf als ernstes Gesundheitsthema in die Mitte der Gesellschaft zu rücken – gegen strukturelle Unsichtbarkeit, knappe Mittel und eine Leistungsgesellschaft, die die Nachtruhe systematisch unterschätzt.

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„Schlafender Knabe im Heu“: Ölgemalde des Schweizer Malers Albert Anker, entstanden in den Jahren 1891 bis 1897 / Foto: Wikimedia

Die Deutsche Stiftung Schlaf setzt sich seit 2011 dafür ein, Schlaf als ernstes Gesundheitsthema in die Mitte der Gesellschaft zu rücken – gegen strukturelle Unsichtbarkeit, knappe Mittel und eine Leistungsgesellschaft, die die Nachtruhe systematisch unterschätzt.

Die große Mehrheit der Deutschen hat zumindest gelegentlich Probleme beim Ein- oder Durchschlafen. Das zeigt eine aktuelle Forsa-Studie im Auftrag der Deutschen Stiftung Schlaf. Als häufigste Ursachen nennen die Befragten vor allem Dinge, die sie nicht unmittelbar ändern können: Alltagssorgen (47 Prozent), beruflichen Stress (41 Prozent) und gesundheitliche Beschwerden (35 Prozent). Nur zwölf Prozent geben an, dass es nichts gibt, was ihnen den Schlaf raubt. Für Thea Herold, Geschäftsführerin der Deutschen Stiftung Schlaf, kommt das nicht überraschend. „Die Situation für die Schlafgesundheit wird immer schlimmer, Schlafstörungen werden immer verbreiteter, die Menschen mit Schlafproblemen immer jünger“, sagt sie.

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Letzter Wille, große Wirkung https://www.die-stiftung.de/news/erbe/letzter-wille-grosse-wirkung-162282/ Mon, 31 Aug 2026 09:54:05 +0000 https://www.die-stiftung.de/?p=162282 In einer alternden Gesellschaft nimmt die Bedeutung von Erbschaften für gemeinnützige Organisationen zu. Foto: reinhard sester - stock.adobe.com

Schätzungen zufolge werden in Deutschland jährlich Vermögen in Höhe von rund 400 Milliarden Euro durch Erbschaften und Schenkungen übertragen. Auch gemeinnützige Organisationen versuchen, an diesem Vermögenstransfer teilzuhaben.

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In einer alternden Gesellschaft nimmt die Bedeutung von Erbschaften für gemeinnützige Organisationen zu. Foto: reinhard sester - stock.adobe.com

Schätzungen zufolge werden in Deutschland jährlich Vermögen in Höhe von rund 400 Milliarden Euro durch Erbschaften und Schenkungen übertragen. Auch gemeinnützige Organisationen versuchen, an diesem Vermögenstransfer teilzuhaben.

Der deutsche Spendenmarkt steht unter Druck: 2025 gingen die Spendeneinnahmen von Privatpersonen um neun Prozent auf 4,6 Milliarden Euro zurück, die Zahl der Spender sank um 900.000. Vor diesem Hintergrund rückt ein Instrument in den Fokus, das bisher oft unterschätzt wurde: Testamentsspenden. Während klassische Spendenbindungen brüchiger werden, können testamentarische Zuwendungen eine wichtige Ergänzung sein.

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Vorbild Schweiz? https://www.die-stiftung.de/news/stiftungsrecht/vorbild-schweiz-162239/ Tue, 18 Aug 2026 09:22:42 +0000 https://www.die-stiftung.de/?p=162239 Bern, Sitz der Eidgenössischen Stiftungsaufsicht. Die Behörde betreut national und international tätige Stiftungen. Foto: Sergii Figurnyi - stock.adobe.com

Warum ist das Schweizer Stiftungsrecht so viel flexibler? Und was könnte Deutschland möglicherweise davon übernehmen?

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Bern, Sitz der Eidgenössischen Stiftungsaufsicht. Die Behörde betreut national und international tätige Stiftungen. Foto: Sergii Figurnyi - stock.adobe.com

Warum ist das Schweizer Stiftungsrecht so viel flexibler? Und was könnte Deutschland möglicherweise davon übernehmen?

Rein zahlenmäßig lässt sich die deutsche Stiftungslandschaft nur bedingt mit der schweizerischen vergleichen. In Deutschland gibt es rund 27.000 Stiftungen, in der Schweiz etwa 14.000. Gemessen an der Einwohnerzahl hat die Schweiz allerdings rund sechsmal so viele Stiftungen wie Deutschland. Zudem gilt die Schweizer Stiftungslandschaft als vergleichsweise jung, das durchschnittliche Alter der Stiftungen liegt dort bei etwa 20 Jahren.

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Besser mit Gegenüber? https://www.die-stiftung.de/news/gremienstruktur/besser-mit-gegenueber-162118/ Wed, 29 Jul 2026 11:51:39 +0000 https://www.die-stiftung.de/?p=162118 Kontrolle und Feedback: Die Rolle von Aufsichtsgremien ist mehrschichtig. Foto: Andrey Zyk/stock.adobe.com

Der Vorstand führt die Stiftung. Damit dies im Sinne des Stifters geschieht, kann ihn ein Kontrollorgan überwachen. Was braucht es für ein wirksames Aufsichtsgremium – und ist dies überhaupt für alle Arten und Größen von Stiftungen sinnvoll?

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Kontrolle und Feedback: Die Rolle von Aufsichtsgremien ist mehrschichtig. Foto: Andrey Zyk/stock.adobe.com

Der Vorstand führt die Stiftung. Damit dies im Sinne des Stifters geschieht, kann ihn ein Kontrollorgan überwachen. Was braucht es für ein wirksames Aufsichtsgremium – und ist dies überhaupt für alle Arten und Größen von Stiftungen sinnvoll?

Der Vorstand lenkt die Geschicke einer Stiftung. Doch wer schaut ihm auf die Finger, ohne ihm die Arbeit aus der Hand zu nehmen? In vielen Fällen übernimmt diese Aufgabe ein Aufsichtsgremium – also ein Stiftungsrat, ein Kuratorium oder ein Beirat, je nach Satzung und Tradition der jeweiligen Stiftung. Anders als in Aktiengesellschaften ist ein solches Organ im Stiftungsrecht jedoch nicht zwingend vorgeschrieben. In der Praxis ist es trotzdem weit verbreitet.

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Im Dienst der Medizin https://www.die-stiftung.de/news/wissenschaftsfoerderung/im-dienst-der-medizin-162087/ Wed, 22 Jul 2026 15:04:00 +0000 https://www.die-stiftung.de/?p=162087 Das im 11. Jahrhundert erbaute Marburger Landgrafenschloss beherbergt heute unter anderem den Sitz der Von-Behring-Röntgen-Stiftung. Foto: Ina Velte

Die Von-Behring-Röntgen-Stiftung fördert die medizinische Forschung und Lehre an den Universitätskliniken in Gießen und Marburg. Jährlich vergibt sie einen Millionenbetrag an vielversprechende Projekte.

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Das im 11. Jahrhundert erbaute Marburger Landgrafenschloss beherbergt heute unter anderem den Sitz der Von-Behring-Röntgen-Stiftung. Foto: Ina Velte

Die Von-Behring-Röntgen-Stiftung fördert die medizinische Forschung und Lehre an den Universitätskliniken in Gießen und Marburg. Jährlich vergibt sie einen Millionenbetrag an vielversprechende Projekte.

Die Oberstadt der mittelhessischen Studentenstadt Marburg wirkt malerisch: Enge Gassen schlängeln sich an mittelalterlichen Fachwerkhäusern vorbei, darüber erhebt sich das Marburger Schloss, einst Residenz der Landgrafen von Hessen. Direkt im Schloss sitzt die Von-Behring-Röntgen Stiftung. Sie fördert die Hochschulmedizin an der Philipps-Universität Marburg und der Justus-Liebig-Universität Gießen.

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Umfrage: NPOs genießen mehr Vertrauen als der Staat https://www.die-stiftung.de/news/zivilgesellschaft/umfrage-npos-geniessen-mehr-vertrauen-als-der-staat-162048/ Mon, 20 Jul 2026 12:08:08 +0000 https://www.die-stiftung.de/?p=162048 Gemeinnützige Organisationen setzen ihre Mittel in den Augen der Deutschen am verantwortungsvollsten ein. Grafik: Child Invest Foundation

Gemeinnützigen Organisationen vertrauen die Deutschen weit mehr als dem Staat, aber dieses Vertrauen ist nicht bedingungslos. Dies zeigt eine Umfrage im Auftrag der Child Invest Foundation.

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Gemeinnützige Organisationen setzen ihre Mittel in den Augen der Deutschen am verantwortungsvollsten ein. Grafik: Child Invest Foundation

Gemeinnützigen Organisationen vertrauen die Deutschen weit mehr als dem Staat, aber dieses Vertrauen ist nicht bedingungslos. Dies zeigt eine Umfrage im Auftrag der Child Invest Foundation.

Gemeinnützige Organisationen genießen in Deutschland deutlich mehr Vertrauen als der Staat, wenn es um den verantwortungsvollen Einsatz von Mitteln für gesellschaftliche Aufgaben geht. Das zeigt eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag der Child Invest Foundation, der Dachstiftung der SOS-Kinderdörfer, für die bundesweit 1.524 Personen befragt wurden. Zugleich erwartet eine große Mehrheit, dass Stiftungen die Wirkung ihrer Arbeit öffentlich nachweisen.

77 Prozent der Befragten trauen gemeinnützigen Organisationen zu, ihre Mittel verantwortungsvoll einzusetzen. Bei Frauen liegt dieser Wert mit 81 Prozent höher als bei Männern mit 74 Prozent. Dem Staat vertrauen in dieser Frage nur 38 Prozent. Eine Ausnahme bilden die unter 30-Jährigen: Von ihnen vertrauen 52 Prozent staatlichen Stellen und damit deutlich mehr als im Durchschnitt der Bevölkerung. Dieser Vertrauensvorsprung zeigt sich auch im direkten Vergleich: Eine Mehrheit glaubt, dass private gemeinnützige Stiftungen in der Entwicklungszusammenarbeit wirksamer sein können als staatliche Programme. 55 Prozent vertreten diese Ansicht, bei den über 60-Jährigen sind es 62 Prozent.

Wenig Vertrauen in die Wirtschaft

Auch die Bedeutung der Zivilgesellschaft wird in der Umfrage deutlich. Auf die Frage, welche Akteure neben staatlichen Einrichtungen einen besonders wichtigen Beitrag für die Gesellschaft leisten, nannten 89 Prozent Stiftungen, Vereine und Verbände. Hilfs- und Entwicklungsorganisationen wurden von 65 Prozent der Befragten als besonders wichtige gesellschaftliche Akteure genannt. Kirchen und Religionsgemeinschaften wurden von 42 Prozent genannt, Unternehmen und die Wirtschaft von 30 Prozent.

Lesen Sie hier:

Die Stiftung Bürgermut hat Führungskräfte aus Stiftungen zu ihrer Situation befragt. Viele erleben diese aktuell als kritisch und sinnstiftend zugleich. Ein wichtiger Hebel ist ausreichend Zeit für strategisches Handeln.

„Die Ergebnisse zeigen, dass Stiftungen für viele Menschen ein glaubwürdiger und relevanter Partner sind, wenn es um die Zukunft unserer Gesellschaft geht“, sagt Claudia Straßer, Vorständin der Child Invest Foundation, laut Mitteilung der Stiftung. „Das ist eine starke Basis – aber sie ist an eine klare Erwartung geknüpft: Wer Vertrauen will, muss Wirkung nachvollziehbar machen.“

Verpflichtender Wirkungsnachweis

Die Umfragedaten bestätigen das eindrücklich. 86 Prozent stimmen der Aussage zu, dass Stiftungen verpflichtet sein sollten, die Wirkung ihrer Arbeit öffentlich nachzuweisen. Die Zustimmung ist in allen Altersgruppen hoch. Sie reicht von 81 Prozent bei den 30- bis 45-Jährigen bis zu 91 Prozent bei den über 60-Jährigen.

Das hohe Vertrauen in gemeinnützige Organisationen spiegelt sich auch in der persönlichen Bereitschaft wider, selbst aktiv zu werden. Mehr als die Hälfte der Befragten kann sich grundsätzlich vorstellen, im Laufe ihres Lebens Geld für einen gemeinnützigen Zweck zu stiften. Insgesamt antworteten 53 Prozent mit Ja. Unter den unter 30-Jährigen liegt der Anteil bei 65 Prozent und damit über dem Durchschnitt.

Niedrigschwelliger Zugang gefordert

Für Straßer zeigen die Ergebnisse vor allem, was der Sektor leisten muss, um diese Bereitschaft in tatsächliches Engagement zu überführen: „Wer Jüngere für die Philanthropie gewinnen will, muss den Zugang zum Stiften möglichst niedrigschwellig gestalten und nachweisen, was mit Stiftungsgeldern erreicht werden kann. Wo geht mein Geld hin? Was wird damit erreicht? Wirkt es langfristig? Wirkungsnachweise sind keine lästige Pflicht, sondern die Vertrauenswährung unserer Zeit.“

Die Umfrage zeigt aber auch Vorbehalte. 67 Prozent der Befragten stimmen der Aussage zu, dass Stiftungen häufig genutzt würden, um Steuern zu sparen. Bei Männern liegt dieser Wert bei 75 Prozent, bei Frauen bei 59 Prozent. Unter den über 60-Jährigen teilen 74 Prozent diese Einschätzung. Bei den unter 30-Jährigen sind es dagegen nur 55 Prozent. Straßer leitet daraus den Auftrag für den Sektor ab, noch transparenter zu erklären, wie Stiftungsgelder wirken und wofür sie eingesetzt werden.

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Ewigkeitskapital auf dem Prüfstand https://www.die-stiftung.de/news/stiftungsvermoegen/ewigkeitskapital-auf-dem-pruefstand-161893/ Wed, 24 Jun 2026 09:25:05 +0000 https://www.die-stiftung.de/?p=161893 Stiftungen müssen ihr Kapital vor Substanzverlust schützen und zugleich Wirkung entfalten. Foto: Rido/stock.adobe.com

Auf dem Deutschen Stiftungstag in Hamburg diskutierten Praktiker, wie Stiftungen zwischen dauerhafter Kapitalbindung und wachsendem Handlungsdruck bestehen können.

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Stiftungen müssen ihr Kapital vor Substanzverlust schützen und zugleich Wirkung entfalten. Foto: Rido/stock.adobe.com

Auf dem Deutschen Stiftungstag in Hamburg diskutierten Praktiker, wie Stiftungen zwischen dauerhafter Kapitalbindung und wachsendem Handlungsdruck bestehen können.

Stiftungen stehen für Beständigkeit. Die gesellschaftlichen Herausforderungen, auf die Stiftungen reagieren wollen, verändern sich dagegen rasant. Demografischer Wandel, Klimakrise, politische Polarisierung. Wie gehen Stiftungsverantwortliche mit diesem Spannungsverhältnis um? Auf dem Deutschen Stiftungstag in Hamburg diskutierten Praktiker unter dem Titel „Ewige Bindung, dynamische Welt: Das Paradoxon Stiftung auf dem Prüfstand“. Die Runde war besetzt mit Menschen, die mit diesem Spannungsfeld täglich arbeiten.

Felix Oldenburg, Mitgründer der Philanthropie-Plattform bcause, eröffnete die Diskussion mit einer Diagnose, die im Saal aufhorchen ließ. Größere deutsche Förderstiftungen schütten laut eigenen Daten oft nur etwa ein bis eineinhalb Prozent ihres Kapitals aus. Oldenburg stellte dem die Frage gegenüber, wie viel Stiftungskapital tatsächlich für den Zweck aktiviert werde. Für ihn ist das kein Randproblem, sondern ein grundlegender Zielkonflikt. „Die Kernfrage ist, ob sich das eingesetzte Stiftungsvermögen für die Gesellschaft zur Lösung eines konkreten Problems lohnt“, so Oldenburg.

Er plädierte für deutlich höhere Ausschüttungsquoten – fünf, sechs oder sieben Prozent statt der derzeit sichtbaren Werte – und schlug vor, Stiftungen an ihrer Kapitalwirkungsquote zu messen: Welcher Anteil des Vermögens sei tatsächlich für die Mission aktiviert? Zudem verwies er auf die jährliche Erbschaftswelle von rund 400 Milliarden Euro, aus der sich weit mehr für gemeinnützige Zwecke mobilisieren ließe, als dies bislang der Fall sei.

Mehr Mut in der Kapitalanlage

Dass Stiftungskapital wirkungsorientiert für den Stiftungszweck genutzt werden kann, erläuterte Anne Joachim, Geschäftsleiterin Central Functions der BMW Foundation Herbert Quandt. 18 Prozent des Grundstockvermögens seien aktuell in Venture Capital investiert, mit Schwerpunkt auf Klimaschutz beziehungsweise Energiewende. Die Stiftung verfolge diesen Weg seit zehn Jahren, um Wirkung nicht nur über Programme, sondern auch über die Vermögensanlage zu erzeugen. „Wir wollen aus unserem Budget heraus Innovation ermöglichen und zugleich unser Kapital wirkungsorientiert anlegen“, sagte Joachim.

Für Joachim ist das eine Konsequenz aus dem eigenen Anspruch: Wer gesellschaftliche Transformation unterstützen wolle, müsse auch das Kapital entsprechend denken. Dafür brauche es in Deutschland mehr Mut und Wissen über Wagniskapital als Assetklasse sowie Anpassungen in der Abgabenordnung, die Verluste zuließen, ohne sofort den Kapitalerhalt zu gefährden. Ewigkeit bedeute für sie nicht Unveränderlichkeit.

Einen praktischen Ansatz brachte Sandra Güntner, geschäftsführende Vorständin der Umweltstiftung Greenpeace, in die Runde. Die Stiftung hat Kapital in einen Wald im Thüringer Wald investiert – eine Fichtenmonokultur, die schrittweise in einen widerstandsfähigen Mischwald umgewandelt werden soll. Das Investment zeigt nach Güntners Darstellung, dass Programmatik und Vermögensverwaltung zusammengeführt werden können: Der Wald dient unmittelbar dem Ziel, naturnahe Waldbewirtschaftung in Deutschland konkret zu machen. Außerdem sei es einer ihrer besten Investments: Den Zuwachs des Bodenwerts bezifferte sie auf 97,5 Prozent.

„Stiftungen müssen sich daran messen lassen, wie viel ihres Vermögens tatsächlich für die Mission aktiviert wird.“
Felix Oldenburg, Mitgründer von bcause

Einen anderen Ausgangspunkt beschrieb Christian Meyn, Vorstandsmitglied der Crespo Foundation, die sich für Kunst und Kultur, Bildung und Stärkung der Persönlichkeit einsetzt. Die Stiftung arbeitet mit einem festen Enddatum: In rund 13 Jahren muss das Vermögen aufgebraucht sein. Das stelle das Stiftungsmanagement vor spezifische Herausforderungen – nicht die Anlage stehe im Vordergrund, sondern die geordnete Liquidierung von Assets in einem sinnvollen Rhythmus. Auch operative Fragen, wie man den Betrieb geordnet herunterfahre und wie man mit Organisationen umgehe, die man gern langfristig unterstützen würde, es aber irgendwann nicht mehr könne, gewännen gegen Ende an Gewicht.

Rechtsform Nebensache?

Für Meyn schärft das Enddatum den Blick für das Wesentliche: Womit fange man überhaupt noch an, wenn die verbleibende Zeit begrenzt sei? Die Stiftung suche deshalb gezielt Probleme, die sich in etwa zehn Jahren sinnvoll bearbeiten ließen – etwa das Thema funktionaler Analphabetismus bei Schulabgängern. Grundsätzlich aber mahnte Meyn zur Gelassenheit gegenüber der Frage nach Rechtsformen. Ob Stiftung, gemeinnützige GmbH, Verein oder Treuhandstiftung – entscheidend seien letztlich die Idee dahinter, die Zielsetzung und die Fantasie beim Aufsetzen des philanthropischen Engagements.

Lesen Sie hier:

Auf dem Deutschen Stiftungstag in Hamburg diskutierten Chefvolkswirte darüber, ob die Kapitalmärkte kippen. Trotz geopolitischer Spannungen, steigender Ölpreise und eines „China-Schocks“ wirken diese bislang erstaunlich robust. Uneinigkeit herrschte vor allem bei der Frage, ob zusätzliche Staatsschulden die Konjunktur stützen können.

Aus dem Publikum meldete sich Stiftungsberater Karsten Timmer zu Wort. Er beobachtete, dass sich viele Engagierte heute nicht mehr automatisch für die klassische Stiftung entschieden. Wer ein Erbe verwalten und einen Namen bewahren wolle, finde in der Stiftung nach wie vor das passende Instrument. Wer jedoch auf gesellschaftliche Gestaltung abziele, suche sich zunehmend andere Rechtsformen. Dieser Trend laufe, ob einem das gefalle oder nicht. Timmer warnte jedoch vor vorschnellen Schlüssen: Ob Alternativen automatisch effizienter oder das Engagement dadurch besser werde, bezweifle er ausdrücklich. Transparenter werde es jedenfalls nicht – viele dieser Konstruktionen seien kaum auffindbar.

Trägerin eines Vermächtnisses

Ingmar Ahl, Vorstandsmitglied der Karg-Stiftung, verteidigte aus dem Publikum den Kern der klassischen kapitalbasierten Stiftung. Er teile die Kritik an der schwachen Performance vieler Stiftungen ausdrücklich – dass sich mit kluger, langfristiger Sachwertstrategie deutlich mehr als ein bis eineinhalb Prozent erzielen ließen, stehe außer Frage. Den daraus gezogenen Schluss, den unbegrenzten Anlagehorizont als konstitutiven Vorteil der Stiftung grundsätzlich in Frage zu stellen, hielt er jedoch für fahrlässig. Für Ahl ist die Stiftung vor allem Trägerin eines Vermächtnisses: Er sehe sich als unmittelbarer Sachwalter der Eheleute Karg, und diese Verpflichtung könne man nicht einfach beiseiteschieben. Es gebe eine jahrtausendealte Tradition, das Nachleben von Menschen zu organisieren. Viele wählten eine Namensstiftung, weil sie wünschten, dass etwas von ihnen über den Tod hinaus bestehe.

Peter Augustin brachte eine weitere Perspektive ein. Der geschäftsführende Vorstand der Software-AG-Stiftung sehe sich als Treuhänder mit der Pflicht, die Stiftung als handlungsfähiges Instrument zu erhalten – nicht nur für die Herausforderungen von heute, sondern auch für jene in 50 oder 100 Jahren, die ebenso groß sein würden. Gegenüber einem „All-in“-Ansatz, der Kapital möglichst rasch aufbrauche, sei er skeptisch: Was bleibe dann für künftige Generationen?

Dem gegenüber stand die Forderung Oldenburgs: Stiftungen müssten sich daran messen lassen, wie viel ihres Vermögens tatsächlich für die Mission aktiviert werde. Er warb dafür, die Wirkungsquote transparenter zu machen, Ausschüttungen zu erhöhen und auch über Zusammenlegungen oder neue Strukturen nachzudenken. Für ihn ist die Stiftung kein Selbstzweck, sondern ein Mittel, gesellschaftliche Wirkung zu erzielen.

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