01.08.2016 | Von Die Stiftung

Von Aktien bis Zinsprodukte

Nachhaltig anlegende Stiftungen müssen im Vergleich zu konventionellen Investoren bei den Anlagemöglichkeiten kaum noch Abstriche machen. Besonders umfangreich ist das Angebot bei Aktien, Unternehmens- und Staatsanleihen sowie Nachhaltigkeitsfonds. Neue Anlageformen wie Green Bonds erweitern das Anlagespektrum. Allerdings gibt es in einigen Anlageklassen Nachholbedarf.
Von Rolf D. Häßler

 

Nicht nur der Stiftungssektor verändert sich. Auch am Markt für nachhaltige Anlageprodukte hat es in den vergangenen Jahren viel Bewegung gegeben. Von A wie Aktien bis Z wie Zinsprodukte finden sich inzwischen etliche Angebote, die den Ansprüchen nachhaltig investierender Stiftungen genügen.

Aktien und Unternehmensanleihen
Umfassend nachhaltig arbeitende Unternehmen sind auch heute noch die absolute Ausnahme. Wenn nachhaltigkeitsorientierte Stiftungen in Aktien und Unternehmensanleihen investieren wollen, müssen sie daher Kompromisse machen. Sie können auf Basis des Best-in-Class-Ansatzes in Unternehmen investieren, die im Branchenvergleich in Nachhaltigkeitsfragen führend sind oder unter Anwendung von Positivkriterien die Unternehmen zum Investment auswählen, die in den für sie wichtigen sozialen und ökologischen Bereichen besonders aktiv sind.

Informationen dazu, welche Unternehmen dies sind, liefern Nachhaltigkeits-Ratingagenturen wie imug, MSCI ESG und oekom research. Sie bewerten die Nachhaltigkeitsleistungen von Unternehmen im Auftrag von Anlegern. Die entsprechenden Universen umfassen oft 3.500 und mehr Unternehmen, wobei insbesondere Konzerne bewertet werden. Eher bescheiden ist bislang das Informationsangebot für kleine und mittelständische Unternehmen. Wird ein Unternehmen unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten zum Investment empfohlen, gilt diese Einschätzung für alle seine Wertpapiere, also für Aktien und Unternehmensanleihen.

Anleger, die entsprechende Informationen haben möchten, müssen diese bei den Agenturen direkt kaufen oder einen Vermögensverwalter auswählen, der Zugang zu entsprechenden Daten hat. Für weniger finanzkräftige Stiftungen ist der direkte Zugang zu den Ratings der Agenturen in der Regel zu teuer. Einen ersten Eindruck davon, welche Unternehmen von Nachhaltigkeitsanalysten positiv bewertet werden, vermittelt die Plattform www.nachhaltiges-investment.org. In einer Unternehmensdatenbank werden hier alle Unternehmen aufgeführt, die in mindestens einem der auf der Plattform porträtierten Nachhaltigkeitsfonds oder -indizes gelistet sind.

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