01.08.2016 | Von Die Stiftung

Von Aktien bis Zinsprodukte

Anleihen von supranationalen Institutionen und Staaten
Auch bei Anlagen in Anleihen von supranationalen Institutionen, wie der Weltbank, und in Staatsanleihen lassen sich Nachhaltigkeitskriterien berücksichtigen. Während bei den Supranationalen vergleichbare Kriterien gelten wie bei Unternehmensanleihen, gibt es für Staaten spezifische Ratings, die ebenfalls von den Nachhaltigkeits-Ratingagenturen erstellt werden. Im Fokus steht dabei zum einen die Einhaltung internationaler Standards. So können etwa Staaten vom Investment ausgeschlossen werden, die die Todesstrafe anwenden oder globale Klimaabkommen nicht ratifizieren. Zum anderen werden gezielt die Anleihen von Staaten ausgewählt, die die aufgenommenen Mittel in Bildung und Infrastruktur investieren, statt sie für Rüstung oder Bürokratie auszugeben. Aus Anlegersicht ist dies auch im Hinblick auf die Fähigkeit der Staaten zur Zahlung der Zinsen und Rückzahlung der Anleihen relevant. Stiftungen können die Nachhaltigkeitsanalysen direkt bei den Agenturen oder über Vermögensverwalter beziehen.

nachhaltiger
Aufteilung der Nachhaltigkeitsfonds in Deutschland nach Fondstyp

Green & Social Bonds
Sowohl Unternehmen als auch supranationale Institutionen, wie die European Investment Bank, haben in jüngerer Vergangenheit vermehrt Green Bonds emittiert. Das sind Anleihen, deren Emissionserlös zweckgebunden in die Finanzierung von Umwelt- und Klimaschutzprojekten investiert wird, beispielsweise den Bau von Windkraftanlagen oder die energetische Sanierung von Gebäuden. Diese Verwendung macht die Anleihen gerade für nachhaltige Anleger attraktiv. Allerdings sind die Emissionen häufig mehrfach überzeichnet, und die Mindestanlage bei der Emission beträgt oft 100.000 EUR.

Mittlerweile sind erste Green-Bonds-Fonds am Markt, die durch die Anlage in verschiedene Green Bonds das Risiko streuen und auch für kleinere Stiftungen erschwinglich sind. Einen Überblick über die emittierten Green Bonds bietet die Plattform www.climatebonds.net. Neben Green gewinnen aktuell auch Social Bonds an Bedeutung, deren Erlöse für soziale Projekte verwendet werden.

Fonds
Gerade für kleine und mittelgroße Stiftungen, die aus Risikogründen nicht auf Einzelanlagen setzen, sondern diversifizieren wollen, gleichzeitig aber über zu wenig Kapital verfügen, um einen eigenen Spezialfonds aufzulegen, sind die am Markt verfügbaren Nachhaltigkeitsfonds eine wichtige Anlagemöglichkeit. Insgesamt können Anleger im deutschsprachigen Raum aus mehr als 400 entsprechenden Fonds auswählen. Einige davon bezeichnen sich explizit als Stiftungsfonds oder stiftungsgeeignete Fonds. Noch überschaubar ist das Angebot bei den in der Regel kostengünstigeren ETFs, hier sind in Deutschland derzeit knapp 20 nachhaltige Angebote am Markt.

Für Nachhaltigkeitsfonds gibt es keine einheitlichen Standards. Es obliegt der Stiftung, das Nachhaltigkeitskonzept der einzelnen Fonds zu prüfen. Unterstützung bieten hier Transparenzinitiativen wie die Plattform www.nachhaltiges-investment.org und Ansätze zur Bewertung der Nachhaltigkeitsqualität der Fonds, etwa das Qualitätssiegel des Forums Nachhaltige Geldanlagen (www.fng-siegel.org). Verfügbar sind darüber hinaus Nachhaltigkeitsratings für Fonds, beispielsweise von Morningstar, MSCI und yourSRI.

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