11.09.2012 | Von Die Stiftung

Denn sie wissen, was sie tun – Teil 2

Die Frage wie sich Stiftungsfonds im Laufe der Zeit entwickeln wird relativ häufig gestellt. Lohnenswert ist so eine Analyse insbesondere bei Fonds, die es bereits zehn Jahre oder länger gibt. Im zweiten Teil des Artikels geht es um die Performance des DWS Stiftungsfonds und des Union Liga-Pax-Balance Stiftungsfonds, sowie ein Fazit der Performances der ältesten Stiftungsfonds.
Von Tobias M. Karow

Europäische Aktien, europäische Renten
Quelle: panthermedia/Kirsty PargeterDer drittgrößte Stiftungsfonds kommt aus dem Hause DWS. Der DWS Stiftungsfonds (WKN: 531 840, ISIN: DE0005318406) verwaltet ein Volumen von rund 300 Mio. EUR. Bei der Emission im April 2002 hieß der Fonds noch DVG Stiftungsfonds und setzte „langfristigen Kapitalerhalt und begrenztes Risiko“ in den Vordergrund. Der Anlageschwerpunkt liegt auf europäischen Rentenpapieren, zudem kann eine Aktienquote von bis zu 30% aufgebaut werden. Auch hier vertraut das Fondsmanagement auf Titel aus Europa. Der Rentenanteil ist breit gestreut, es dominieren Papiere aus Deutschland, Spanien und Italien. Als Beimischung werden auch Anleihen aus Litauen, Kroatien und Schweden berücksichtigt.

Von der Wertentwicklung her hinkt er etwas hinter anderen vergleichbaren Fonds hinterher, dennoch muss dem Fonds im Falle einer Hausse eine ordentliche Performancefähigkeit attestiert werden: Zwischen Auflage im April 2002 und Ende 2007 konnte er eine ansprechende Wertentwicklung zeigen. Die Abschläge im Zuge der Finanzkrise halbierten dann diese Zuwächse, bis heute konnten diese aber wieder vollends ausgeglichen werden.

Gerechnet auf die Periode seit Auflage nimmt sich die Volatilität mit knapp 3% äußerst bescheiden aus. Der maximale Abschlag lag bei gut 15%, das dürfte vermutlich etwas über der Toleranzgrenze einer normalen Stiftung liegen. Damit könnte der Fonds für einige Stiftungen als Basisvehikel, mit dem die komplette Vermögensverwaltung umgesetzt wird, ausfallen. Für aktiver agierende Stiftungen jedoch kann der DWS Stiftungsfonds eine geeignete Lösung darstellen.

Ein Fonds, zwei Leben
Ein ähnliches Performancebild zeichnet der im Mai 2000 aufgelegte Union Liga-Pax-Balance Stiftungsfonds (WKN: 531 421, ISIN: DE0005314215). Auch dieser Fonds konnte in der Hausse zwischen 2003 und 2007 schöne Ergebnisse liefern, fiel dann aber zurück, als es zwischen Ende 2007 und März 2009 an den Märkten zur Sache ging. Auch das Jahr 2011 war sehr schwierig für den Fonds, jedoch konnte er dies hinter sich lassen durch einen merklichen Anstieg im laufenden Jahr 2012.

Die Anlageresultate sind also durchaus zufriedenstellend, wenngleich Stiftungen auch hier eine gewisse Rückschlagstoleranz mitbringen müssen. Denn auch dieser Fonds verlor im Jahr 2008 immerhin etwa 15%. Allerdings hat der Fonds auch schon zwei Leben hinter sich. Denn aufgelegt wurde er inmitten der Dotcom-Blase, und die seitdem aufgelaufenen Verluste konnte der Fonds bis heute noch nicht wieder egalisieren.

Der Fonds investiert insgesamt in europäische Anleihen und internationale Aktien. Aktuell sind Anleihen mit 74,5% im Depot enthalten, Aktien mit einem Gewicht von 20% berücksichtigt. Hier wiederum werden vor allem Titel aus den USA wertgeschätzt, gefolgt von deutschen, britischen und französischen Dividendenpapieren.

Bezogen auf die Stiftungseignung gehört er zu den Fonds, die „ihren“ Weg erst finden mussten und vor allem in den letzten Jahren gezeigt haben, dass sie stiftungsgeeignet sind. Platz nach oben, die Schwankungsbreite noch stärker einzuschränken und die Performance weiter zu verstetigen, hat der Fonds aber auf jeden Fall.

Fazit

Quelle: panthermedia/Erwin WodickaDie ältesten der Stiftungsfonds haben schon eine Menge durchgemacht. Aufgelegt inmitten einer Krise, mussten sie mit der Finanzkrise den nächsten Crash verkraften. Angesichts dessen muss ihnen attestiert werden, sich zumeist gut gehalten und bisweilen sogar positiv überrascht zu haben. Denn nicht viele Fonds können von sich behaupten, ihre Verluste aus den Krisen bereits wieder egalisiert zu haben.

Ihre Stiftungseignung ist vorhanden, wenngleich Stiftungen nicht von jedem der Fonds erwarten können, ihre komplette vermögensverwaltende Anforderung an einen Stiftungsfonds erfüllen zu können. Aber die Dinosaurier unter den Stiftungsfonds zeichnen einen Querschnitt dessen, was Stiftungen von einem Stiftungsfonds beziehungsweise stiftungsgeeigneten Fonds erwarten dürfen. Und mit weniger sollten sich Stiftungen auch nicht zufrieden geben.

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