02.03.2018 | Von Die Stiftung

Ethisch-nachhaltige Immobilieninvestments – so kann’s gehen

Cric e.V. und Klimagut Immobilien möchten Investoren beim Anlegen im Real-Estate-Bereich unterstützen. Hierfür haben sie einen Leitfaden für ethisch-nachhaltige Immobilieninvestments erarbeitet, der Kriterien und Bewertungsinstrumente für die Anlage in Deutschland aufzeigt.

Immobilieninvestments
Worauf bei ethisch-nachhaltigen Immobilieninvestments geachtet werden sollte - darüber gibt der neue Leitfaden einen Überblick. Foto: Kurt F. Domnik / pixelio.de

Immobilieninvestments stellen (semi-)institutionelle Anleger wie Stiftungen vor viele Herausforderungen (siehe dazu auch das Sonderthema „Immobilien“ in der aktuellen Printausgabe von DIE STIFTUNG). Wenn die Immobilie sogar ethisch und nachhaltig sein soll, umso mehr. Welche Kriterien und Aspekte in Deutschland hierbei beachtet werden sollten, erklärt ein Leitfaden für ethisch-nachhaltige Immobilieninvestments, den der Verein zur Förderung von Ethik und Nachhaltigkeit bei der Geldanlage, Cric e.V., sowie Klimagut Immobilien erarbeitet und am 1. März in Frankfurt am Main erstmals öffentlich vorgestellt haben.

Bewertungsinstrumente für Immobilieninvestments

Der Leitfaden betrachtet den gesamten Immobilienzyklus. Die Studienautoren identifizieren fünf Phasen und zehn Perioden, für die sie jeweils eine Analyse soziokultureller, ökologischer und ökonomischer Aspekte vornehmen. Hieraus werden insgesamt 49 zentrale Nachhaltigkeitskriterien für Immobilien abgeleitet.

Teil zwei der Handreichung nimmt Bewertungsinstrumente unter die Lupe, die in Deutschland für die Bewertung der Nachhaltigkeit von Immobilien genutzt werden. „Dabei hat sich gezeigt, dass keines der untersuchten Bewertungsinstrumente alle im Leitfaden enthaltenen Kriterien abdeckt. Vor allem soziokulturelle Aspekte finden bislang wenig Berücksichtigung“, informiert Cric in einer Pressemitteilung Eine Bewertung der Instrumente und Kriterien nehme der Leitfaden bewusst nicht vor, heißt es in dessen Einführung.

Ergänzend enthält der Immobilienleitfaden ein Glossar gängiger Begriffe aus der Immobilienbranche, eine Zusammenstellung von Regularien für Immobilien sowie einen Überblick über Zertifizierungen und Standards für Produkte und Dienstleistungen im Immobiliensektor.

Hintergrund und Ziele

Dem Leitfaden gingen „konkrete Anfragen der Cric-Mitglieder voraus“, heißt es im Vorwort, und man habe bei der Erstellung von deren Erfahrungen und Expertise profitiert. Ziel sei es gewesen, einen groben Überblick zu Standards, Labels und Gütesiegel für nachhaltige Immobilien zu schaffen und herauszufinden, welche Nachhaltigkeitsaspekte dabei im Vordergrund stehen. Denn: Gängige Standards nachhaltiger Immobilienentwicklung berücksichtigten in erster Linie bauökologische Kriterien, nicht aber gesellschaftliche, kulturelle und soziale Aspekte. Man müsse die soziale und wirtschaftliche Dimension jedoch durchaus explizit mit einbeziehen.

Ziel des Leitfadens sei es deshalb, „einen ersten Schritt zu unternehmen, um Anforderungen an eine umfassend nachhaltige Ausrichtung von Immobilienprojekten zu formulieren, hierfür Kriterien zu entwickeln und blinde Flecken bestehender Verfahren und Bewertungssysteme aufzuzeigen“, schreiben die Studienautoren. Dabei richte sich der Leitfaden insbesondere an Investoren und Vermögensverwalter mit Interesse an nachhaltigen Immobilienanlagen, jedoch ebenso an Projektentwickler, Immobilienunternehmen, Architekten oder Bauherren.

www.cric-online.org

 

 

Artikel teilen