12.03.2019 | Von Die Stiftung

Mit Wirkung durch den Investitionsprozess

Investitionen in Sozialunternehmen werden für Stiftungen zunehmend attraktiv. Die Wirkung, die eine Investition erzielen soll, kann schon frühzeitig mitgedacht werden. Erfahrene Investoren zeigen, wie sie die Wirkung in den einzelnen Phasen des Investitionsprozesses einbeziehen.

Impact Investing
Die Wirkung des Investments kann in jedem Schritt der Investition berücksichtigt werden. Foto: Clearlens/pixelio

Erfahrene Impact-Investoren profitieren bereits bei der Suche nach Investitionsmöglichkeiten (Sourcing) von möglichst klaren wirkungsorientierten Suchkriterien, die beispielsweise auf bestimmte soziale Themenfelder (z.B. Integration in den Arbeitsmarkt), geographische Regionen oder Zielgruppen (z.B. geflüchtete Menschen) fokussieren. Eine genaue Kenntnis der Wirkungszusammenhänge in den entsprechenden Bereichen erleichtert die Auswahl von wirkungsorientierten Sozialunternehmen (Investee).

Wirkung und Due Diligence

Bei der gründlichen Prüfung einzelner Investitionen (Due Diligence) steht neben der üblichen Analyse der Finanzen und der rechtlichen Situation auch die Einschätzung der Wirkung an. Hat sich der potentielle Investee bereits intensiv mit seiner Wirkung auseinandergesetzt und besitzt er eine überzeugende Wirkungslogik? Ist das Geschäftsmodell optimal dafür angelegt, die angestrebte Wirkung zu erreichen? In vielen Fällen unterstützen wirkungsorientierte Investoren mit ihrem Fachwissen die Investees in dieser Phase bei der Entwicklung maßgeschneiderter Wirkungsziele, wie das Beispiel der Bertelsmann-Stiftung zeigt. Investoren und Investees stimmen sich während des Verhandlungsprozesses (Structuring/Terms) bereits zu den Modalitäten der Wirkungsmessung ab. Für Ananda Ventures beinhaltet dieser Schritt die Entwicklung von passenden Key-Performance-Indicators (KPIs). Auch gilt es festzulegen, wie häufig die Daten zur Wirkung erhoben werden sollen und in welcher Form die Wirkungsberichterstattung erfolgt. Ziel davon ist auch, einen Mission-Drift, also ein Abweichen von den ursprünglichen Wirkungszielen, zu vermeiden.

Wirkung auch nach dem Verkauf

Zur Verwaltung ihrer Investitionen nutzt die BMW-Stiftung Herbert Quandt ein excelbasiertes Analyseinstrument, um die erzielte Wirkung transparent zu machen und Fehlentwicklungen gegenzusteuern. Die mit dem Investee vereinbarten Wirkungsindikatoren dienen als Grundlage für den Abgleich zwischen Wirkungszielen und den erzielten Ergebnissen. Wirkungstransparenz als Teil des Investitionsmanagements ermöglicht die wirkungsorientierte Steuerung des Investees im Dialog mit den Investoren. Der Fokus auf die Wirkung endet nicht mit dem Verkauf der Investition (Exit) – im Gegenteil. Die Veräußerung des Unternehmens oder von Anteilen an einen anderen Investor erfordert zusätzliche Schritte, damit die soziale Wirkung auch zukünftig sichergestellt werden kann. Dazu zählen die gründliche Prüfung potentieller Käufer aus Wirkungsgesichtspunkten sowie gegebenenfalls die vertragliche Festlegung von Wirkungsverpflichtungen.

Fazit

Die Verankerung des Wirkungsgedankens im gesamten Investitionsprozess ist ein entscheidendes Qualitätskriterium bei Impact-Investitionen und schafft die Voraussetzungen dafür, dass Sozialunternehmer und wirkungsorientierte Investoren ihre Ziele tatsächlich erreichen.

Über die Autorin:
Kathrin Dombrowski ist Expertin für Impact Investing bei Phineo in Berlin.

Dieser Beitrag erschien in DIE STIFTUNG 1/2017.

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