06.06.2015 | Von Die Stiftung

„Stiftungen müssen ihren Anlagehorizont erweitern“

Das Niedrigzinsumfeld zwingt nach Ansicht des unabhängigen Vermögensverwalters Klaus Peter Lehr Stiftungen zunehmend dazu, Investments mit höheren Risiken einzugehen. Den Anlagehorizont weiten und mehr als je zuvor Risikoabsicherung betreiben lautet seine Strategie.

Das Niedrigzinsumfeld zwingt nach Ansicht des unabhängigen Vermögensverwalters Klaus Peter Lehr Stiftungen zunehmend dazu, Investments mit höheren Risiken einzugehen. Nur so lassen sich jene Erträge erwirtschaften, die Stiftungen zur Finanzierung ihrer Zwecke benötigen. Den Anlagehorizont weiten und mehr als je zuvor Risikoabsicherung betreiben lautet seine Strategie. Vermögensverwaltende Investmentfonds können dabei eine attraktive Lösung darstellen.
Von Stefan Preuß

 

Analyse der Kapitalmarktsituation
Beim Management liquiden Stiftungsvermögens bewegen sich die Experten seit längerem in einem Spannungsfeld: Extrem niedrige Zinserträge erschweren es, die bestmögliche Förderung des Stiftungszwecks durch möglichst hohe Geldzuwendungen an die Destinatäre zu ermöglichen. „Außerdem sehen wir uns mit zahlreichen negativen Einflussfaktoren auf die weltweiten Kapitalmärkte konfrontiert, wodurch sich die Rahmenbedingungen laufend verändern und künftige Entwicklungen nur sehr schwer zu prognostizieren sind“, befindet Lehr. Für starke Verunsicherung und sehr hohe Schwankungen an den Wertpapierbörsen sorgen etwa geopolitische Risiken, hohe Staatsverschuldungen, expansive Geldpolitik der bedeutenden Notenbanken, niedrige Inflation, verhaltenes Wachstum der Weltwirtschaft und nicht zuletzt extrem schnelle Computer-Handelssysteme. Seit der Finanzkrise habe ein Strukturwandel im Finanzsektor stattgefunden, der auch ein Umdenken bei der Risikobeurteilung der einzelnen Anlageklassen erfordert. „So wird häufig festgestellt, dass sich ehemals vermeintlich risikolose Zinsanlagen wie etwa Staatsanleihen in nahezu zinslose Risikoanlagen gewandelt haben. In Bezug auf die gemeinhin als risikobehaftet beurteilte Anlageklasse Aktien ist es notwendig, das Verhältnis Risiko zu Ertragschancen neu zu bewerten.“

Strategie des erweiterten Anlagehorizontes
Um unter diesen schwierigen Voraussetzungen bestmögliche Erträge zu erzielen, findet es Lehr für unumgänglich, bei Zinsanlagen höhere Risiken einzugehen und den Anlagehorizont zu erweitern: „Mit Engagements in Anleihen ausländischer Staaten, Fremdwährungen und Unternehmensanleihen gibt es gute Ertragschancen. Bei der gesamten Anlagestrategie ist die Anlageklasse Aktien stärker zu berücksichtigen und der Fokus international auf gute Dividendentitel zu richten.“ Gleichzeitig muss aber auch das Stiftungsvermögen dauerhaft erhalten bleiben. Um diese konkurrierenden Ziele zu erreichen, bedarf es eines konsequenten und permanenten Risikomanagements. Im Rahmen der Risikosteuerung und der Ertragsoptimierung ist es nach Auffassung Lehrs von großer Bedeutung, dass ein breit diversifiziertes Wertpapierdepot laufend an veränderte Marktbedingungen angepasst wird und bei Bedarf schnell reagiert werden kann. „Die aktive Steuerung des Portfolios gleichermaßen auf der Aktien- wie der Rentenseite ist heutztage oberste Pflicht.“
Um die vielfältigen Anforderungen bestens und nachhaltig erfüllen zu können, hat die PTAM frühzeitig reagiert und neue, angemessene Strategien entwickelt. Ein wichtiges Element zur Umsetzung komplexer und individueller Anlagethemen für Stiftungen ist der Einsatz moderner Finanzinstrumente wie z.B. passive, börsengehandelte Indexfonds, sogenannte ETFs (Exchange Traded Funds). Die Vorteile dieser Anlageinstrumente liegen insbesondere auch für Stiftungen auf der Hand: Breite Risikostreuung, gezieltes herauspicken chancenreicher Branchen oder Länder, sehr schnelle Reaktionsmöglichkeiten und nicht zuletzt auch noch vergleichsweise niedrige Kosten.

Vermögensverwaltende Investmentfonds
„Seit jeher sind Investmentfonds das beste Instrument zur längerfristigen Geldanlage. Streng kontrolliert, transparent, als Sondervermögen sicher verwahrt und kostengünstig“, sieht Lehr diese Assetklasse insbesondere für Stiftungen als attraktiv an. Derzeit bietet die PTAM vier Publikumsfonds mit unterschiedlichen Chance-Risikoprofilen und ausgefeilten Anlagestrategien an. Auch im Fondsmanagement kommen kostengünstige passive ETFs zum Einsatz. Bereits im Jahre 1998 wurde der Vermögensverwaltungsfonds PTAM Balanced Portfolio OP – WKN: 987725 aufgelegt. In den letzten Jahren wurde die Fondsfamilie sukzessive um die Produkte PTAM Defensiv Portfolio OP WKN: A0J4J5, PTAM Strategie Portfolio Defensiv WKN: A0M1UH und PTAM Absolute Return WKN: A1JRP0 erweitert.

 

Darum sind Absolute-Return-Fonds eine stiftungsgeeignete Beimischung:
Absolute Return bedeutet, dass das Fondsmanagement zu jeder Zeit anstrebt, einen Wertzuwachs zu erreichen (absolut bzw. nominal). Das ist der Unterschied gegenüber Strategien, die auf relative Performance gegenüber einer Benchmark, die es zu schlagen gilt, setzen. Der PTAM Absolute Return Fonds zielt auf stetige Erträge bei möglichst geringen Risiken. Um dies zu erreichen, setzt das Fondsmanagement überwiegend auf erstklassige europäische und US-amerikanische Aktien, Staatsanleihen, Pfandbriefe und Unternehmensanleihen mit hoher Bonität. Der Investmentprozess basiert auf einem Jahrzehnte bewährten Modell, das unterschiedliche Kriterien miteinander verbindet. Etwa bei Schuldverschreibungen die Makroanalyse, die Entwicklung der Renditeunterschiede zwischen den Anleihen der Euroländer sowie auch außereuropäischen Staatspapieren, Pfandbriefen und Unternehmensanleihen. Den Investmentprozess beeinflussen zudem ein aktives Laufzeitenmanagement, charttechnische Aspekte sowie ein mathematisches Trendfolgemodell für optimales Timing bei Käufen und Verkäufen. Bei Anleihen- und Aktieninvestments gleichermaßen werden bestehende Positionen durch Engagements an den Terminmärken meist vollständig abgesichert. Die Aktienauswahl basiert auf der Analyse von Einzelwerten anhand der wichtigsten Unternehmenskennzahlen. Ergänzt wird der Bottum-up-Ansatz durch charttechnische Aspekte und eine Sektoranalyse.

 

Klaus LehrKlaus Peter Lehr ist geschäftsführender Gesellschafter der PT Asset Management GmbH.

Hinweis: Das ausführliche Portrait zum Unternehmen mit allen Informationen zur Stiftungsexpertise, den Kontaktdaten und den Ansprechpartnern für Stiftungen finden Sie im Dienstleister-Spiegel.

 

Die Themenwoche „Unabhängige Vermögensverwalter & Stiftungen“ soll Stiftungen online-basiert einmal mehr mit dem Themenkomplex der unabhängigen Vermögensverwaltung in Berührung bringen. Die Themenwoche ist als Ergänzung zum ATLAS Vermögensverwalter aus dem Vorjahr gedacht, als 20 Vermögensverwalter mit Stiftungsexpertise ausgewählt und portraitiert wurden. Medial begleitet wird die Themenwoche „Unabhängige Vermögensverwalter & Stiftungen“ über das Magazin (in Form einer Vorankündigung sowie eines Teaser-Interviews mit dem VUV), den Newsletter STIFTOGRAMM sowie den Social-Media-Kanal von DIE STIFTUNG.

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