20.10.2011 | Von Die Stiftung

„Unsere Modelle stufen Aktien momentan als attraktiv ein“

DIE STIFTUNG im Gespräch mit Manuela von Ditfurth, Fondsmanagerin des INVESCO Fonds für Stiftungen, über die bisherige Wertentwicklung sowie die Einzeltitelauswahl.

DIE STIFTUNG: Frau von Ditfurth, Ihr Fonds notiert 8% unter seinem Höchststand. Was ist für dieses Ergebnis ursächlich?
Manuela von Ditfurth:
 
Bei dem Fonds für Stiftungen Invesco wird neben einer Taktischen Asset-Allokation (TAA) eine Wertsicherungsstrategie in Form einer dynamischen Fondspreisuntergrenze eingesetzt. Zentraler Faktor dieser angestrebten Fondspreisuntergrenze ist es, diese nicht zu unterschreiten. Aufgrund der volatilen Marktbewegungen, insbesondere im Herbst 2008 und den ersten Monaten von 2009, näherte sich der Fondspreis seiner angestrebten Fondspreisuntergrenze. In einem solchen Fall wird das Gesamt-ri-siko des Fonds sofort reduziert. Dies hatte zur Folge, dass in dem Fonds die Dura-tion auf der Rentenseite verringert und die Aktienquote auf nahezu 0% heruntergefahren wurde. Somit konnte der Fonds vom anschließenden Börsenaufschwung kaum profitieren.

DIE STIFTUNG: Wie gedenken Sie nun, Ihre Kasseposition von 44% weiter zu investieren?
von Ditfurth:
In dem Fonds wird auch die TAA als Investmentbaustein eingesetzt. Diese wird genutzt, um kurzfristig Chancen innerhalb einer ausgewählten Anla-geklasse wahrzunehmen und für den Fonds einen Zusatzertrag zu erzielen. Invesco ermittelt auf wöchentlicher Basis die Attraktivität von Assetklassen und wird den Fonds entsprechend der Modell-Signale allokieren. Unsere TAA-Mo-delle stufen Aktien momentan als attraktiv ein.

DIE STIFTUNG: Wenn Sie nun Aktien selektie-ren, nach welchen Kriterien gehen Sie vor?
von Ditfurth:
Neben der Berücksichtigung nachhaltiger Kriterien wenden wir einen selbst entwickelten quantitativen Ansatz zur Auswahl von Einzelwerten an. Dabei wird für jede einzelne Aktie aus dem Anlageuniversum ein auf Indikatoren basierender Attraktivitätswert ermittelt. Diese Indikatoren sind Gewinnrevisionen, Relative Stärke, Management-Verhalten und Bewertung.

DIE STIFTUNG: Auf der Rentenseite ver-zichten Sie auf Papiere aus den Emerging Markets. Warum?
von Ditfurth:
Der Fonds investiert auf der Rentenseite nur in Rentenpapiere mit Investment Grade. Des Weiteren werden hier strenge nachhaltige Länderkriterien beachtet, denen Rentenpapiere aus Emerging Markets nicht entsprechen.

DIE STIFTUNG: Frau von Ditfurth, haben Sie vielen Dank für das Interview!

Das Gespräch führte Tobias M. Karow.

 

Manuela von Ditfurth begann ihre Karriere bei Metzler Investment. 1998 wechselte zuInvesco, wo sie Stiftungs- und Nachhaltigkeitsmandate betreut.

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