05.06.2015 | Von Die Stiftung

Wie in einem guten Film: Happy-End in der Vermögensverwaltung

Die 1998 gegründete DEFA-Stiftung erhält die Filme der DEFA und macht sie für die Öffentlichkeit zugänglich. Um die dafür notwendigen Mittel aus dem Stiftungsstock zu erwirtschaften arbeitet die Stiftung seit Jahren mit der Hansen&Heinrich AG (Berlin) zusammen.

Die 1998 gegründete DEFA-Stiftung erhält die Filme der DEFA und macht sie als Teil des nationalen Kulturerbes für die Öffentlichkeit zugänglich. Sie fördert die deutsche Filmkunst und Filmkultur durch die Vergabe von Projektmitteln, Stipendien und Preisen. Um die dafür notwendigen Mittel aus dem Stiftungsstock zu erwirtschaften arbeitet die Stiftung seit Jahren mit der Hansen&Heinrich AG (Berlin) zusammen.
Von Stefan Preuß

Die Kooperation reicht bis in das Jahr 2005 zurück. Seinerzeit kam über ein Aufsichtsratsmitglied von Hansen&Heinrich der persönliche Kontakt zur Stiftung zu Stande.

„In den ersten Gesprächen ging es um Nachhaltigkeit, Werterhalt, um regelmäßige, wenn möglich planbare Erträge und Ausschüttungen“, berichtet Andreas Heinrich. Schnell wurde klar, dass es eine große gemeinsame Schnittmenge bei dem gibt, was die Stiftung von ihrer Vermögensverwaltung verlangt und dem, wie Hansen&Heinrich arbeitet. So konnte Hansen&Heinrich in kurzer Zeit mit ihren Konzepten überzeugen und einen gewissen Vertrauensvorschuss erhalten.

Damals waren sieben Banken mit der Betreuung des Stiftungsvermögens befasst, die sich nicht abgestimmt hatten und das Vermögen in Anleihen und Stiftungsfonds anlegten. Hansen&Heinrich erhielt Einblick in die Gesamtvermögensanlage und durfte zunächst im Rahmen eines vermögensverwaltenden Mandats 10% des liquiden Grundstockkapitals von etwa 10 Mio. EUR selbst betreuen – heute sind es signifikant mehr. „Die Zusammenarbeit mit Hansen&Heinrich hat sich in den vergangenen Jahren intensiviert. So erhält Hansen&Heinrich weiterhin Einblick in die Anlagen bei anderen Banken und erstellt ein Gesamtcontrolling. Dieses führt zu einem besseren Risikomanagement, indem Klumpenrisiken vermieden werden und zu einer günstigeren Kostenstruktur“, ergänzt Stefanie Eckert, Referentin des Stiftungsvorstands.

VermögensverwaltungBasis der Zusammenarbeit sind die Anlagerichtlinien der Stiftung, die letztmalig 2011 überarbeitet wurden und nach Angaben von Eckert der Vermögensverwaltung zwar eine maximale Aktienquote von 30% und nachhaltige Regeln vorgeben, sie ansonsten aber kaum einschränken.

Hansen&Heinrich handelt im Rahmen des Vermögensverwaltungsvertrages selbstständig, allerdings bevorzugt man es darüber hinaus, den Stiftungsvorstand schnell über aktuelle Entscheidungen, z.B. die Zeichnung einer Neuemission, aktiv zu informieren. „Dieses konstruktive und transparente Miteinander ist uns ganz wichtig und Grundlage des Vertrauens“, so Heinrich.

Die Performance in den vergangenen zehn Jahren und damit über die beiden Krisenphasen 2008/09 und 2011 sei mehr als zufriedenstellend, betont Eckert. Konkret: Es wurden durchgehend und unabhängig vom Zinsniveau jährlich mehr als 3% ausschüttungsfähige Erträge erwirtschaftet, darüber hinaus konnte ein Teil der Performance zum inflationsbereinigten Erhalt des Stiftungsstocks verwendet werden.

„Unsere Anlagestrategie ist klassisch top-down angelegt: Wie sieht die konjunkturelle Entwicklung aus, wie die einzelnen Segmente, wo sind die Ertragschancen gemessen am Risiko am attraktivsten“, berichtet Heinrich von der praktischen Seite. „Im Aktiensegment analysieren wir anschließend Titel u.a. darauf, dass sie Dividenden nicht nur nachhaltig zahlen, sondern dass ein regelmäßiges Steigerungspotential besteht.“ Am Jahresanfang erarbeitet Hansen&Heinrich dann eine Ertragssimulation, um einen möglichst genauen Überblick über die zu erwarteten Erträge zu gewinnen. Diese macht weitere aktuelle Entscheidungen möglich. So wird in diesem Jahr die maximale Aktienquote sehr häufig ausgeschöpft, um höhere Dividendenerträge zu generieren. Auf der Rentenseite werden Anleihen weiter gehalten, die Zinscoupons über 4% aufweisen.

VermögensverwaltungHansen&Heinrich nutzt für die Stiftung dabei die Chance, über gedeckte Optionen (siehe untenstehende Erläuterung) zusätzliche Erträge zu generieren. „Das heißt, wir haben über die Dividende hinaus ein Mittel, um in seitwärts laufenden Märkten zusätzliche Erträge zu erzielen.“ Kein Thema sind hingegen Wertpapierleihe und gehebelte Produkte. „Wir gehen immer den direkten Weg mit klar erklärbaren, transparenten Anlagen“, betont Heinrich.

Diese Transparenz, die dann auch das Erklären von Schwankungen erleichtert und begreifbar macht, ist Eckert und dem gesamten Stiftungsvorstand sehr wichtig: „Wir haben eben andere Arbeitsschwerpunkte und benötigen die klare, gut zu verstehende Aufbereitung in Fragen der Vermögensanlage.“ So werde die Stiftung häufig ungefragt mit Anlageempfehlungen oder -anfragen konfrontiert. Dies alles könne man vertrauensvoll mit dem Vermögensverwalter besprechen, der schnelle Zugriff auf diese Kompetenz sei sehr wichtig.

 

 

Gedeckte Optionen – So arbeitet Hansen&Heinrich
Im Rahmen ihrer Vermögensverwaltung für Stiftungsmandanten setzt die Hansen&Heinrich AG ergänzend auf eine optimierte Options-Strategie (Stillhalterstrategie). Ziel dabei ist es, durch kontinuierliche Zusatzerträge das Vermögen zu mehren, die Kursschwankungen zu glätten und die Zielperformance unabhängiger von Marktbewegungen zu realisieren.

Dazu werden auf bestehende Aktienpositionen Call-Optionen verkauft (Verpflichtung eine Aktie zu einem bestimmten Preis innerhalb eines Zeitraums abzugeben). Oder es wird die Verpflichtung eingegangen, eine Aktie auf einem bestimmten Kursniveau zu erwerben (Verkauf einer Put-Option). Für den jeweiligen Verkauf der Option erhält der Verkäufer eine Prämie, die er einbehält, unabhängig von der Ausübung der Option. Statistisch gesehen verlaufen über 70% der Optionsgeschäfte zugunsten des Stillhalters, d.h. sie verfallen ohne Ausübung (Kauf oder Abruf der Aktie). Dies führt in schöner Regelmäßigkeit zu einem deutlichen Mehrertrag, ohne die Fungibilität oder die langfristige Ausrichtung der Anlagen einzuschränken.
Basiswerte für die Veroptionierung sind europäische Blue-Chips, die in einem internen objektiven Scoring-Verfahren (Technische- und Fundamentalanalyse) die höchste Punktzahl erzielt haben. Aus dieser Vorauswahl trifft dann das Fondsmanagement die letztendliche Auswahl. Dabei lässt sich Hansen&Heinrich übergeordnet von einer nachvollziehbaren, wertorientierten und transparenten Anlagesystematik leiten.

 

Die Themenwoche „Unabhängige Vermögensverwalter & Stiftungen“ soll Stiftungen online-basiert einmal mehr mit dem Themenkomplex der unabhängigen Vermögensverwaltung in Berührung bringen. Die Themenwoche ist als Ergänzung zum ATLAS Vermögensverwalter aus dem Vorjahr gedacht, als 20 Vermögensverwalter mit Stiftungsexpertise ausgewählt und portraitiert wurden. Medial begleitet wird die Themenwoche „Unabhängige Vermögensverwalter & Stiftungen“ über das Magazin (in Form einer Vorankündigung sowie eines Teaser-Interviews mit dem VUV), den Newsletter STIFTOGRAMM sowie den Social-Media-Kanal von DIE STIFTUNG.

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