28.08.2012 | Von Die Stiftung

Zyklische Wandelanleihen auf der Pole-Position

Die Liquiditätsschwemme der Notenbanken mit den daraus resultierenden steigenden Aktiennotierungen und eine ruhige Entwicklung auf der Kreditseite unterstützten die Kurse der Wandelanleihen in den vergangenen Wochen. Auch die stabile Nachfrage im Segment der Wandler verhalf zu Kursgewinnen. Die über die Anleihe erwerbbaren Wandeloptionen sind dabei im Schnitt trotzdem nicht angestiegen. Wandelanleihen sind daher immer noch fair bis günstig bewertet.

Quelle: panthermedia/mt kangDie Geldpolitik mit ihrem Kampf gegen einen globalen Wirtschaftsabschwung ließ die Finanzmärkte aufatmen und erreichte vorübergehend das gewünschte Ziel. Ob es allerdings zu einem dauerhaften Durchschnaufen kommt, ist fraglich. Es sind Anzeichen zu erkennen, dass im September markante Aktienmarktkorrekturen nicht unwahrscheinlich sind, auch wenn sich aktuell die Situation etwas entspannt hat. Mit einem Wandelanleiheninvestment können sowohl Pessimisten als auch Optimisten die kommenden Entwicklungen deutlich gelassener verfolgen.

Beim Blick auf den Wandelanleihenmarkt stehen in diesem Umfeld zyklische Wandler auf der Pole-Position. Diese Papiere, allen voran Werte aus dem Technologiebereich, dürften mittelfristig sehr interessant sein. Voraussetzung ist allerdings, dass eine scharfe Rezession tatsächlich abgewendet wird. Zyklische Wandelanleihen dürften sich dann besser als defensive und zinssensitive Wandler entwickeln. Vor allem auch dann, wenn das Zinsniveau wieder ansteigt. Generell steht das Stock-Picking im Vordergrund. Dabei gibt es keinen Länder- oder Sektorfavoriten, da die Unterschiede innerhalb der Kategorien jeweils gravierend sind. Gleichwohl erwarte ich in Asien die besten Möglichkeiten bezüglich unserer Bottom-up-Titelselektion.

Auf Jahresbasis stellt das Emissionsvolumen 2012 das schlechteste Resultat seit 1995 dar. Für diese Flaute ist in erster Linie das tiefe Zinsniveau verantwortlich. Ich gehe aber davon aus, dass Wandelanleihen für die Unternehmen zur indirekten Kapitalerhöhung wieder ins Blickfeld geraten, sobald die Zinsen wieder steigen und die Marktunsicherheiten weggefallen sind. Doch trotz der niedrigen Neuemissionsvolumen finden sich genügend Investitionschancen.

Beat Thoma ist Leiter Asset Management und Mitglied der Geschäftsleitung bei der auf Wandelanleihen spezialisierten Fisch Asset Management AG, Zürich. Thoma, Jahrgang 1963, gehört dem Unternehmen bereits seit der Gründung im Jahr 1994 an und ist auch für die Produkte- und Strategie(mit)entwicklung zuständig.

Artikel teilen