Laut dem Global Corruption Barometer 2021 von Transparency International beschäftigt das Thema Korruption die Deutschen. Ein Viertel der Befragten gab an, dass die Korruption aus ihrer Sicht im vergangenen Jahr zugenommen habe.

Ein Viertel der Befragten des Global Corruption Barometer (GCB) in Deutschland hat angegeben, dass die Korruption 2020 zugenommen habe. In Bezug auf persönliche Erfahrungen berichteten 3,2 Prozent der Befragten, im vergangenen Jahr für eine öffentliche Dienstleistung Bestechungsgeld bezahlt zu haben – 21,1 Prozent gaben zu Protokoll, eine öffentliche Dienstleistung wegen persönlicher Beziehungen erhalten zu haben. Das Global Corruption Barometer ist eine repräsentative Umfrage mit mehr als 40.000 Teilnehmern aus allen 27 EU-Mitgliedsstaaten, die in unregelmäßigen Abständen erscheint. Anders als beim bekannten Corruption Perceptions Index (CPI), den ebenfalls Transparency International veröffentlicht, werden Bürger statt Experten befragt.

Skandale um Korruption mindern das Vertrauen

Transparency International berichtet, dass grundsätzlich zwar bei 79,1 Prozent der Einwohner ein Vertrauen in die Bundesregierung bestehe, allerdings existierten auch starke Zweifel. 34,3 Prozent halten Korruption innerhalb der Bundesregierung für ein Problem, 61,6  Prozent denken, dass sich die Bundesregierung aus Mitgliedern zusammensetzt, die primär eigene Interessen verfolgen. Die Maßnahmen zur Eindämmung von Korruption halten 38,5 Prozent der Befragten für unzureichend. Der Vorsitzende von Transparency International Hartmut Bäumer macht vor allem Skandale wie Cum ex oder Wirecard dafür verantwortlich, dass das Vertrauen schwindet: „Bei vielen Menschen besteht der Eindruck, Unternehmen müssten nur groß und mächtig genug sein, um bei Vergehen keine Angst vor ernsthaften Konsequenzen haben zu müssen.“

NGOs müssen an ihrer Transparenz arbeiten

Auf europäischer Ebene geht ein Drittel der Befragten von zunehmender Korruption im eigenen Land aus, 62 Prozent sehen Korruption als ein Problem in ihrer Regierung. Dabei schneiden Dänemark mit zwölf Prozent und Finnland mit 16 Prozent am besten ab, die Schlusslichter bilden Bulgarien mit 90 Prozent und Kroatien mit 92 Prozent. Über die Politik hinaus vermuten zehn Prozent der Befragten auch bei allen oder vielen NGOs Verwicklungen in Korruption. Transparency International empfiehlt daher auch in diesem Sektor dringend eine Steigerung der Transparenz.

Über Transparency International

Transparency International ist eine internationale Nichtregierungsorganisation, die 1993 gegründet wurde. Der Verein ist als Dachverband strukturiert, die Mitglieder sind nationale Organisationen und einige wenige Einzelpersonen. Gemeinsames Ziel sind die internationale Bekämpfung von Korruption und die Nachverfolgung von Straftaten. Zu diesem Zweck erhebt und veröffentlicht Transparency International regelmäßig Daten. Zu den bekanntesten Indizes neben dem Global Corruption Barometer gehören der Corruption Perception Index und der Bribe Payers Index.

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