Stefan Dworschak, Autor bei DIE STIFTUNG https://www.die-stiftung.de/ueber-uns/administrator/stefan-dworschak/ Magazin für Stiftungswesen und Philanthropie Tue, 16 Dec 2025 08:36:50 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.9 „Entwicklungszusammenarbeit ist auch für uns in Deutschland wichtig“ https://www.die-stiftung.de/news/entwicklungszusammenarbeit/entwicklungszusammenarbeit-ist-auch-fuer-uns-in-deutschland-wichtig-160543/ Tue, 16 Dec 2025 08:36:46 +0000 https://www.die-stiftung.de/?p=160543 Diskutierten über den Umgang mit den Folgen der Mittelkürzungen: Ottilie Bälz (Robert-Bosch-Stiftung), Ilonka Boltze (Karl-Kübel-Stiftung), Tobias Kahler (Gates Foundation), Magdalena Kirchner (Stiftung Mercator) und Claudia Straßer (Child Invest Foundation, SOS-Kinderdörfer weltweit). Fotos: Robert-Bosch-Stiftung, Steffen Herbrechtsmeier-Kauffmann, Michael Danner, Peter Gwiadza, SOS-Kinderdörfer weltweit

Die Kürzungen im Bereich Entwicklungszusammenarbeit treffen auch deutsche Stiftungen und Non-Profit-Organisationen. Wie sie die Situation bewerten, welche Möglichkeiten sie sehen und welche Maßnahmen sie und andere Akteure ergreifen, war Thema beim Roundtable in Kooperation mit Engagement Global.

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Diskutierten über den Umgang mit den Folgen der Mittelkürzungen: Ottilie Bälz (Robert-Bosch-Stiftung), Ilonka Boltze (Karl-Kübel-Stiftung), Tobias Kahler (Gates Foundation), Magdalena Kirchner (Stiftung Mercator) und Claudia Straßer (Child Invest Foundation, SOS-Kinderdörfer weltweit). Fotos: Robert-Bosch-Stiftung, Steffen Herbrechtsmeier-Kauffmann, Michael Danner, Peter Gwiadza, SOS-Kinderdörfer weltweit

Die Kürzungen im Bereich Entwicklungszusammenarbeit treffen auch deutsche Stiftungen und Non-Profit-Organisationen. Wie sie die Situation bewerten, welche Möglichkeiten sie sehen und welche Maßnahmen sie und andere Akteure ergreifen, war Thema beim Roundtable in Kooperation mit Engagement Global.

Lassen Sie uns zum Einstieg einen kurzen Blick auf Ihre Organisationen werfen und darauf, wie Sie von den Kürzungen im Bereich Entwicklungszusammenarbeit betroffen sind.

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Die Hamburg-Datenbank https://www.die-stiftung.de/news/kooperationen/die-hamburg-datenbank-160340/ Tue, 11 Nov 2025 10:53:25 +0000 https://www.die-stiftung.de/?p=160340 Wachstumsprojekt: Die Hamburger Datenbank umfasst mehr als 200 Stiftungen. Screenshot: DIE STIFTUNG

Eine neue Plattform soll für mehr Orientierung und Transparenz in der Hamburger Stiftungslandschaft sorgen – und damit die Vernetzung zwischen Förderern und Geförderten verbessern.

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Wachstumsprojekt: Die Hamburger Datenbank umfasst mehr als 200 Stiftungen. Screenshot: DIE STIFTUNG

Eine neue Plattform soll für mehr Orientierung und Transparenz in der Hamburger Stiftungslandschaft sorgen – und damit die Vernetzung zwischen Förderern und Geförderten verbessern.

Insgesamt gibt es in Hamburg mehr als 1.500 selbständige Stiftungen. In Verbindung mit potentiellen Kooperationspartnern inner- und außerhalb des Non-Profit-Sektors entsteht eine Vielzahl an möglichen Kombinationen. Doch damit diese zum Tragen kommen können, braucht es die entsprechende Vernetzung. Sie ist das Ziel einer Stiftungsdatenbank, die am 1. Oktober mit 200 Stiftungen und 300 Förderangeboten gestartet ist. „Das Problem, das wir angehen wollen, besteht seit jeher“, sagt Rüdiger Ratsch-Heitmann, Geschäftsführer der Bürgerstiftung Hamburg und des Stiftungsbüros Hamburg. „Organisationen, die Fördermittel suchen, sehen den Wald vor lauter Bäumen nicht.“ Dieses „Matchingproblem von beiden Seiten“, wie Ratsch-Heitmann es nennt, soll das Gemeinschaftsprojekt von Bürgerstiftung, dem dort angesiedelten Stiftungsbüro, dem Förderberatungsprojekt Engagement Dock und der University of Hamburg Business School beheben.

Rüdiger Ratsch-Heitmann ist Geschäftsführer der Bürgerstiftung Hamburg und des Stiftungsbüros Hamburg. Foto: Michael Taterka

Die Suchfunktion lässt sich auf Stiftungen oder Angebote einstellen und nach Engagementfeld und Form der Förderung zuschneiden, sodass sie möglichst passgenaue Ergebnisse ausspuckt. Die Suche verrate, welche Stiftung welche Themen unterstützt, gebe Übersicht über Stipendien, Preise, Weiterbildungs- und Unterstützungsangebote, so Ratsch-Heitmann. „Wir wollen ein nützliches Tool zur Hand geben für Praktiker, die etwas brauchen oder zu geben haben. Im Stiftungsbüro merken wir schon seit Längerem, dass viele personell schmal aufgestellte Stiftungen Schwierigkeiten haben, passende Förderpartner zu finden.“

„Wir wollen ein nützliches Tool zur Hand geben für Praktiker, die etwas brauchen oder zu geben haben.“
Rüdiger Ratsch-Heitmann

Impuls aus der Universität

Den Anstoß zur Umsetzung habe die Begegnung mit Michel Clement, Professor für Marketing und Medien an der Universität Hamburg, gegeben. „Er hatte Vorerfahrungen im Bereich Start-up-Förderung. Wir waren uns ziemlich schnell einig, dass es interessant sein könnte, ein solches Projekt wissenschaftlich aufzuziehen und die Vorerfahrungen einzubringen”, so Ratsch-Heitmann. „Bei uns geht es viel um die Vermarktung von Musik, Büchern und Spielfilmen“, sagt der Professor. „Wir haben daher immer relativ viel Industriekontakte, hören viele Gründungsideen – die aber eben noch Mittel brauchen.“ Und so habe man sich schon vor fünf, sechs Jahren daran gemacht, den Prozess zu optimieren, kapitalsuchende Start-ups und kapitalgebende Investoren zu vermitteln, sagt Clement. Das Ergebnis war eine preisgekrönte Datenbank, die nun das Vorbild für das Stiftungspendant wurde.

Michel Clement ist Professor für Marketing und Medien an der Universität Hamburg. Foto: UHH/Rostami-Rabet

„Stiftungsdatenbanken und Suchplattformen gibt es bereits einige, unter anderem vom Bundesverband oder hier in Hamburg auch von der Stiftungsaufsicht in der Justizbehörde. Sie umfassen aber in der Regel lediglich die Satzungszwecke oder die relevanten und aktuellen Informationen zu Antragsmöglichkeiten sind hinter einer Bezahlschranke“, sagt Ratsch-Heitmann. „Bei unserer Datenbank sind die Basis real existierende Förderangebote und Stiftungsinformationen, die wir kostenfrei abrufbar zur Verfügung stellen. KI-generierte Datenpools reichen für ein solches Angebot daher auch nicht aus. Es muss gut kuratiert, sortiert und geprüft werden – im Dialog und Einvernehmen mit beteiligten Stiftungen. Denn nicht alle wollen eine größere Bühne für ihre Förderprogramme.“

Im Projekt Stiftungsdatenbank steckt für ihn auch das Thema Gerechtigkeit. „Zugänge zu Fördermitteln sind sehr unterschiedlich gestaltet. Seit Jahren beraten wir kleine Organisationen bei der Akquise von Fördermitteln. Wir haben gemerkt, wie unterschiedlich hoch die Hürden sind, wenn es darum geht, an Fördermittel zu kommen. Migrantischen Organisationen oder auch marginalisierten Personen, die Organisationen prägen, fehlt oft das Netzwerk. Für sie ist diese kostenfreie Datenbank ein wichtiges Werkzeug.“

Sparring mit 30 Stiftungen

Der Start des Projekts ging mit 30 Stiftungen als Sparringspartner vonstatten, erklärt Morten Jendryschik, Stiftungsbüro Hamburg. „Das waren Organisationen mit ganz verschiedenen Themen und Volumina aus dem Netzwerk des Hamburger Stiftungsbüros.“ An dieses Sample habe man Fragebögen geschickt, um in Erfahrung zu bringen, was Hamburger Stiftungen von einer Datenbank erwarten. „Auch in Experteninterviews mit gemeinnützigen Organisationen, die regelmäßig Unterstützung suchen, haben wir evaluiert, was abzufragen ist – was die suchende und die gebende Seite betrifft. Dann haben wir einen finalen Fragebogen an rund 225 Stiftungen verschickt, die an den Hamburger Stiftungstagen mitgewirkt haben.“ Aus diesen Rückläufern und weiteren Stiftungen sei der jetzige Datenpool entstanden.

Morten Jendryschik ist Projektleiter im Stiftungsbüro Hamburg. Foto: Michael Taterka

Er soll Jahr für Jahr weiterwachsen. Das Stiftungsbüro arbeite mit 380 bis 400 Stiftungen regelmäßig zusammen. „Aus diesem Pool ergibt sich die nächste Ausbaustufe“, so Ratsch-Heitmann. Eine Datenbank sei allerdings immer nur so gut, wie sie aktuell gehalten werde. Wer sich aufnehmen lässt, hat also die Möglichkeit, die Daten auf Stand zu halten. „Sie werden freundlich daran erinnert. Wie gut das funktioniert, müssen wir aber noch weiter verproben.“

Neben der Unterstützung bei der Implementierung haben Clement und seine Studierenden eine weitere Rolle: Sie zeichnen ein Bild der entstehenden Netzwerklandschaft. „Wir können zum Beispiel auswerten, was gefördert wird, wie der Anteil an operativen und fördernden Organisationen ist, die Bereiche in einer Wortwolke darstellen“, sagt Clement. „Damit lässt sich das Ökosystem in Hamburg visualisieren und zeigen, wie Angebot und Bedarf sich zueinander verhalten.“ Und das in einem bislang wenig erforschten Bereich. „Stiftungen sind sehr aktiv, halten sich aber eher im Hintergrund. Im Rahmen unserer Zusammenarbeit mit der Bürgerstiftung Hamburg sind bereits zwei Master- und zwei Bachelorarbeiten entstanden.“ Stiftung und Hochschule haben im Sommersemester 2025 zum zweiten Mal die interdisziplinäre Vorlesungsreihe „Management von Stiftungen“ umgesetzt.

Die Datenbank ist zwar ein Hamburger Produkt, der Ansatz aber natürlich nicht darauf beschränkt. „Theoretisch ließe es sich auch in anderen Bundesländern ausrollen“, sagt Clement. „Aber man muss natürlich irgendwo anfangen und schauen, wie es sich entwickelt.“ Man habe sich erst mal auf den Start konzentriert, sagt Ratsch-Heitmann und erinnert daran, dass es im Non-Profit-Sektor auch entsprechende kommerzielle Angebote gibt. „Alles andere überlegen wir uns noch.“

Hamburger Stiftungsdatenbank

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„Stiftungsarbeit hat den Auftrag, auch mal ins Risiko zu gehen“ https://www.die-stiftung.de/news/gemeinnuetzige-stiftung/stiftungsarbeit-hat-den-auftrag-auch-mal-ins-risiko-zu-gehen-160226/ Thu, 30 Oct 2025 10:23:11 +0000 https://www.die-stiftung.de/?p=160226 Vorstand der Joachim-Herz-Stiftung: Ulrich Müller und Sabine Kunst Foto: Joachim-Herz-Stiftung

Die Joachim-Herz-Stiftung zählt zu den größten Stiftungen Deutschlands. Die Hamburger Organisation steht vor dem Abschluss eines Transformationsprozesses hin zu mehr Praxisnähe und Wirkung. Über die Beweggründe, Feedback und Widerstände sprechen im Interview die Vorstandsvorsitzende Sabine Kunst und ihr Stellvertreter Ulrich Müller.

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Vorstand der Joachim-Herz-Stiftung: Ulrich Müller und Sabine Kunst Foto: Joachim-Herz-Stiftung

Die Joachim-Herz-Stiftung zählt zu den größten Stiftungen Deutschlands. Die Hamburger Organisation steht vor dem Abschluss eines Transformationsprozesses hin zu mehr Praxisnähe und Wirkung. Über die Beweggründe, Feedback und Widerstände sprechen im Interview die Vorstandsvorsitzende Sabine Kunst und ihr Stellvertreter Ulrich Müller.

Die Joachim-Herz-Stiftung hat die bisherigen Fachbereiche aufgelöst und bearbeitet nunmehr vier Themencluster: „Neue Materialien und Ressourcen der Zukunft“, „Unternehmerisch denken und handeln“, „Berufliche Bildung und digitale Transformation“ und das Querschnittscluster „Transatlantische Stiftungsaktivitäten“. Was war der Impuls für die Veränderung?

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Europa auf dem Rückzug? https://www.die-stiftung.de/news/entwicklungszusammenarbeit/europa-auf-dem-rueckzug-160120/ Fri, 17 Oct 2025 08:26:55 +0000 https://www.die-stiftung.de/?p=160120 Nicht nur die USA, auch europäische Staaten reduzieren ihren Einsatz im Bereich Entwicklungszuammenarbeit in Afrika und andernorts. Foto: Martin/stock.adobe.com

Nicht nur die USA, sondern auch Europa verringert das Engagement in der Entwicklungszusammenarbeit. Dem Trend, Mittel zu reduzieren, schließt sich neben mehreren EU-Ländern auch die Schweiz an. 

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Nicht nur die USA, auch europäische Staaten reduzieren ihren Einsatz im Bereich Entwicklungszuammenarbeit in Afrika und andernorts. Foto: Martin/stock.adobe.com

Nicht nur die USA, sondern auch Europa verringert das Engagement in der Entwicklungszusammenarbeit. Dem Trend, Mittel zu reduzieren, schließt sich neben mehreren EU-Ländern auch die Schweiz an. 

Seitdem die US-Regierung kurz nach Amtsantritt im Januar angekündigt hat, die meisten Gelder einzufrieren, hat sich die Lage der Entwicklungszusammenarbeit international bekanntlich deutlich verschärft. Im März war klar, dass mehr als 80 Prozent der Verträge von USAID beendet würden. Am 1. Juli stellte die US-Behörde ihre Arbeit ein. Die wie im Zeitraffer umgesetzte Abkehr von der bisherigen Politik fügt sich in eine breitere Entwicklung ein.

Nicht nur jenseits des Atlantiks regiert in der Entwicklungszusammenarbeit der Rotstift. Deutschland etwa senkt, wie in DIE STIFTUNG 4/2025 berichtet, im Bundeshaushalt 2025 die Mittel für humanitäre Hilfe im Etat des Auswärtigen Amtes um 53 Prozent auf eine Milliarde Euro. Das Budget des Bundesministeriums für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (BMZ) geht ebenfalls zurück – um acht Prozent auf 10,28 Milliarden Euro, was rund eine Milliarde Euro Verlust für das BMZ bedeutet, so der Verband Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe deutscher Nichtregierungsorganisationen (Venro). „Der Anteil des BMZ am Gesamthaushalt sinkt auf ein Zehnjahrestief.“ Die standardisierte internationale Kennzahl, die Official Development Assistance (ODA), umfasst noch weitere Mittel. Sie vermittelt einen Eindruck von den Größenverhältnissen. In absoluten Zahlen lag Deutschland 2024 international auf Platz zwei, relativ zur Wirtschaftskraft mit 0,67 Prozent auf Platz fünf hinter Norwegen (1,02), Luxemburg (1), Schweden (0,79) und Dänemark (0,71).

Trend der reichen Länder

„Der Trend zieht sich durch alle reichen Länder“, sagt Patrik Berlinger, Verantwortlicher für politische Kommunikation bei der schweizerischen Organisation Helvetas, und verweist auf Kürzungen auch in Schweden, den Niederlanden und jetzt auch der Schweiz. „Klimaschutz und ökologische Landwirtschaft, gute Regierungsführung und soziale Sicherung, humanitäre Hilfe und nachhaltige Entwicklung – alles kommt unter Druck.“

Das Schweizer Budget für Entwicklungszusammenarbeit beträgt 2025 rund 110 Millionen Franken weniger als im Vorjahr, bis 2028 sollen mindestens weitere 300 Millionen gekürzt werden. „Die Schweiz lag in der Vergangenheit bei rund 0,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Entwicklungszusammenarbeit und rutscht bis 2028 auf unter 0,35 Prozent (ohne Anrechnung von Asylkosten im Inland). Das UN-Ziel von 0,7 Prozent erreicht sie seit Jahren nicht.“ Die offizielle Schweizer Entwicklungszusammenarbeit ziehe sich unter dem finanziellen Druck aus ausgewählten Ländern zurück, darunter Bangladesch, Albanien und Sambia. Auch bei wichtigen UN-Organisationen – zum Beispiel bei UNAids, Unicef und dem UN-Entwicklungsprogramm – werde teils stark gekürzt.

„Viele Auswirkungen werden wir erst über die nächsten Jahre erleben.“ Patrik Berlinger, Helvetas

Die Auflösung von USAID spielt in einer eigenen Liga. Mit rund 62 Milliarden US-Dollar jährlich leisteten die USA bislang über ein Viertel der weltweiten Entwicklungshilfe. Die Folgen für NGOs und UN-Organisationen, für den weltweiten Klimaschutz, für Impfprogramme und die Bekämpfung von Aids, Malaria und Tuberkulose, und für humanitäre Hilfe bei Kriegen und Klimakatastrophen sind entsprechend einschneidend. „Auch Schweizer NGOs sind vom USAID-Stopp betroffen – insgesamt fallen rund 100 Millionen allein im aktuellen Jahr weg“, so Berlinger. „Das lässt sich nicht schnell kompensieren.“ Einzelne Organisationen hätten schon Programme gekürzt oder eingestellt. Helvetas selbst sei weniger stark betroffen wie andere Schweizer Organisationen. „Bei uns machten die Gelder von USAID weniger als ein Prozent vom Umsatz aus.“

Patrik Berlinger verantwortet die politische Kommunikation bei der schweizerischen Organisation Helvetas. Foto: Helvetas

Im Juli veröffentlichte das medizinische Fachmagazin The Lancet eine Studie, die davon ausgeht, dass durch die Kürzungen bei USAID bis 2030 rund 14 Millionen Menschen sterben werden, die andernfalls überlebt hätten, darunter 4,5 Millionen Kinder. Ursachen seien Krankheiten wie HIV/Aids, Malaria und Tuberkulose. In den vergangenen zwei Jahrzehnten hätten die Programme von USAID das Überleben von mehr als 91 Millionen Menschen ermöglicht.

„Viele Auswirkungen werden wir erst über die nächsten Jahre erleben.“ Wenn sich eine NGO zurückzieht, kann sich das negativ auf lokale Akteure und die Zivilgesellschaft auswirken“, sagt Berlinger. „Wir steigen aus Sri Lanka aus, beenden Projekte in Kirgistan und Bangladesch. Damit erhalten weniger Menschen humanitäre Hilfe, eine Ausbildung und die Aussicht auf einen Job oder Unterstützung bei der Anpassung an den Klimawandel.

Verteidigung vs. Entwicklungszusammenarbeit?

Die Kürzungen in Europa geschehen vor dem Hintergrund knapper Kassen, wachsender Ungleichheit und neuer Kosten. „Das Fünf-Prozentziel der Nato hat Konsequenzen“, sagt Berlinger mit Blick auf die neue Sicherheitslage seit Beginn der Vollinvasion der Ukraine durch Russland. Der Mechanismus, der die Entwicklungszusammenarbeit trifft, ist allzu bekannt: „Es ist natürlich am leichtesten, bei der Auslandshilfe zu kürzen. Sie betrifft die eigenen Bürger unmittelbar am wenigsten. In so einem Zusammenhang ist es schwierig, für internationale Projekte und Solidarität zu lobbyieren.“ Im aktuellen Umfeld umso mehr. „Die Wahrnehmung der Sicherheit ändert sich. Das kann man verstehen. Überall Krisen und Kriege. Da ist es naheliegend, dass man das Militär aufrüstet. Wir als Helvetas sagen aber: Wir brauchen eine umfassende Sicherheit, eine Balance zwischen militärischer Wehrhaftigkeit und anderen strategischen Zielen.“

Man versuche seit Jahren das Verständnis dafür zu wecken, dass internationale Zusammenarbeit zentral für Stabilität und Sicherheit sei. „Entwicklungszusammenarbeit stärkt Demokratie, Mitsprache und Meinungsäußerungsfreiheit, und unterstützt internationalen Klimaschutz und zivile Friedensförderung. Wenn gekürzt wird, kommt all dies unter Druck, ebenso die Watchdog-Funktion der Zivilgesellschaft“, sagt Berlinger. „Wenn westliche Länder kürzen, schafft das ein Vakuum. Andere Länder sind zur Stelle, und nutzen das geschickt aus. Wobei sie oftmals nicht auf eine freie Zivilgesellschaft und demokratisch-rechtsstaatliche Strukturen setzen.

„Wir sind wohl der Bereich, der am stärksten evaluiert ist.“ Patrik Berlinger

Die Debatte leidet Berlingers Einschätzung nach auch unter den Vorstellungen darüber, wie Entwicklungszusammenarbeit funktioniert. „Es gibt da oft das vereinfachte Bild des Brunnenbauens, der Finanzierung einzelner Schulen. Hinzu kommt aber, dass wir uns für Demokratie und Menschenrechte, und für bessere politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen einsetzen. So wirkt sich Entwicklungszusammenarbeit systemisch auf die Lebensbedingungen der Menschen aus“, sagt Berlinger. „Damit gibt es auch ein wirtschaftliches Argument, wenn Märkte stabilisiert werden und Kooperationen mit dem Privatsektor entstehen, wenn Gesellschaften freier sind und Wertschöpfungsketten nachhaltiger werden.“

Zwischen den Interessen

Doch bei bürgerlichen Politikern verfange das oft nicht. Entsprechend verlaufen die Konfliktlinien. „Im Schweizer Parlament kann man oft den Vorwurf hören, dass die Entwicklungszusammenarbeit keine große Wirkung habe“, sagt Berlinger. „Dabei sind wir wohl der Bereich, der am stärksten evaluiert ist. Und es zeigt sich: Unser Impact ist groß.“

Für ihn stellt sich die Frage, wo die Bundesfinanzen am besten allokiert sind: „Die Schweiz beherbergt große internationale Organisationen, ist diplomatisch stark aufgestellt und besitzt eine hohe Glaubwürdigkeit in der Unterstützung von Demokratisierung und Menschenrechtsfragen. Wir müssten daher eher mehr in Entwicklungszusammenarbeit und humanitäres Engagement, in internationale Klimadiplomatie und Friedensvermittlung investieren.“

Politisch scheint kurzfristig wenig Hoffnung auf einen Kurswechsel zu bestehen. Im Non-Profit-Sektor laufen angesichts der europäischen Rückzugstendenzen Bemühungen, sich anzupassen. „Man geht vermehrt auf Stiftungen zu, setzt auf Philanthropie, hofft auf Vermächtnisse“, sagt Berlinger. Insgesamt versuche man sich breiter aufzustellen, weniger abhängig von öffentlicher Finanzierung zu werden. „Der Privatsektor wird wichtiger, auch auf Unternehmensseite.“

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Bayern prüft Start-up-Finanzierung durch Stiftungen https://www.die-stiftung.de/news/kapitalanlage/bayern-prueft-start-up-finanzierung-durch-stiftungen-159505/ Mon, 28 Jul 2025 15:13:42 +0000 https://www.die-stiftung.de/?p=159505 Landtag in München Foto: Christian Schwier/stock.adobe.com

Wie können landeseigene Einrichtungen und vom Freistaat (mit-)gegründete Stiftungen in Bayern in Start-ups investieren? Dieser Frage muss sich die Staatsregierung nach einem Beschluss des Landtags stellen.

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Landtag in München Foto: Christian Schwier/stock.adobe.com

Wie können landeseigene Einrichtungen und vom Freistaat (mit-)gegründete Stiftungen in Bayern in Start-ups investieren? Dieser Frage muss sich die Staatsregierung nach einem Beschluss des Landtags stellen.

Der Bayerische Landtag hat die Staatsregierung damit beauftragt, die Finanzierung von Start-ups „landeseigene Einrichtungen, insbesondere vom Freistaat (mit-)gegründete Stiftungen“ zu prüfen. Das geht aus dem Protokoll der Plenarsitzung von 23. Juli 2025 hervor. Der Landtag nahm den Antrag der Regierungskoalition von CSU und Freien Wählern einstimmig an. Die Staatsregierung hat nun den Auftrag zu klären, „wie dazu Anlagevorschriften für Kapitalsammelstellen und Stiftungen so geändert werden können, dass Anlagen in Start-ups möglich werden“.

Ziel des angenommenen Antrags ist es, diese Organisationen „durch die Staatsregierung“ dazu zu bewegen, „einen Teil ihres Kapitals in Venture-Capital-Fonds oder in Venture-Capital-Dachfonds zu investieren“. Um das Risiko zu minimieren, solle eine breite Streuung über verschiedene Fonds und Dachfonds erfolgen. Bei der Auswahl der Fonds solle zudem sichergestellt werden, dass es deutsche bzw. europäische Fonds sind und dabei bayerische Start-ups ausreichend berücksichtigt sind.

Die Brücke zu privaten Stiftungen schlägt die Antragsbegründung. Sie spricht auch davon, dass „ein niedriger einstelliger Prozentsatz (1 bis 5 Prozent) des Stiftungskapitals verwendet werden“ sollte, „um dem Risikoprofil von Stiftungen gerecht zu werden“.

Start-up-Investitionen sind auf der Kapitalanlageseite grundsätzlich bereits möglich. Das im BGB vereinheitlichte Stiftungsrecht macht hierzu keine Vorgaben. Gerade manche kapitalstarke Stiftungen mischen diesen Anlagetyp bereits in kleinen Mengen bei.

Zum Antrag

Zur Protokollübersicht (Sitzung vom 23. Juli 2025)

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Vergangene Ideale? https://www.die-stiftung.de/news/nachhaltige-kapitalanlage/vergangene-ideale-159360/ Mon, 07 Jul 2025 14:53:16 +0000 https://www.die-stiftung.de/?p=159360 Farbenlehre: Der Blick auf die Nachhaltigkeit hängt mitunter auch an Rahmenbedingungen. Foto: DIE STIFTUNG, generiert mit Sora

Lange Zeit schien die Entwicklung nur eine Richtung zu kennen: Nachhaltigkeit in der Kapitalanlage wird wichtiger. Zinswende, Rüstungsdiskussion sowie zum Teil auch steigender politischer Druck haben die Situation verändert und skeptische Stimmen verstärkt. Blick auf eine mitunter emotional geführte Debatte.

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Farbenlehre: Der Blick auf die Nachhaltigkeit hängt mitunter auch an Rahmenbedingungen. Foto: DIE STIFTUNG, generiert mit Sora

Lange Zeit schien die Entwicklung nur eine Richtung zu kennen: Nachhaltigkeit in der Kapitalanlage wird wichtiger. Zinswende, Rüstungsdiskussion sowie zum Teil auch steigender politischer Druck haben die Situation verändert und skeptische Stimmen verstärkt. Blick auf eine mitunter emotional geführte Debatte.

Als Anfang 2022 die EU-Taxonomie in Kraft trat, gab es wenig Zweifel daran, dass nachhaltige Investitionen immer wichtiger werden. Regulierung und Debatten gingen in dieselbe Richtung, unterstützt von einer Niedrigzinslage, die die Preise an den Aktienbörsen unterstützte. Drei Jahre später stellen die Sicherheitslage, die veränderte Zinssituation, wirtschaftliche Sorgen und auch politischer Druck neue Fragen. Zum Bild passt, dass in der vergangenen Bundestagswahl der Klimawandel kaum eine Rolle gespielt hat.

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Carl-Friedrich-von-Siemens-Stiftung: Stefan Fritz neuer kaufmännischer Vorstand https://www.die-stiftung.de/news/personalwechsel/carl-friedrich-von-siemens-stiftung-stefan-fritz-kaufmaennischer-vorstand-158841/ Thu, 15 May 2025 14:21:57 +0000 https://www.die-stiftung.de/?p=158841 Vorstand Carl-Friedrich-von-Siemens-Stiftung

Der Vorstand der Carl-Friedrich-von-Siemens-Stiftung ist komplett. Stefan Fritz ist der erste hauptamtliche kaufmännische Vorstand und damit Stellvertreter Isabel Pfeiffer-Poensgens.

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Vorstand Carl-Friedrich-von-Siemens-Stiftung

Der Vorstand der Carl-Friedrich-von-Siemens-Stiftung ist komplett. Stefan Fritz ist der erste hauptamtliche kaufmännische Vorstand und damit Stellvertreter Isabel Pfeiffer-Poensgens.

Der Vorstand der Carl-Friedrich-von-Siemens-Stiftung ist komplett. Kaufmännischer Vorstand und damit Stellvertreter von Isabel Pfeiffer-Poensgen ist seit April 2025 Stefan Fritz. Der Rechtsanwalt war zuvor Geschäftsführer der Bischof-Arbeo-, der St.-Antonius- und der St.-Korbinian-Stiftung der Erzdiözese München und Freising.

Die Personalie ist ein weiterer Schritt im Wandel der Carl-Friedrich-von-Siemens-Stiftung – die strukturelle Veränderung ist laut Stiftung damit abgeschlossen. Sie begann mit der Berufung Isabel Pfeiffer-Poensgens zur Geschäftsführerin. Unter der Leitung der früheren Kulturministerin von Nordrhein-Westfalen wurde die Governance der Stiftung verändert: Pfeiffer-Poensgen wurde Vorsitzende eines nun hauptamtlich ausgelegten zweiköpfigen Vorstands, die Geschäftsführungsebene entfiel. Der bisherige ehrenamtliche Vorstand beschloss die Veränderung nach einem internen Beratungsprozess 2024. Die fünf langjährigen Mitglieder des Gremiums traten entsprechend zurück. Fritz ist der erste hauptamtliche kaufmännische Vorstand der Stiftung. Er folgt auf Martin Reincke, Professor für Innere Medizin an der LMU München, der in der Übergangsphase die neu geschaffene Position noch ehrenamtlich ausfüllte.

Kernpunkt der Kritik

Mit dem strukturellen Umbau ist die Stiftung auch einen zentralen Punkt der Berichterstattung angegangen, die nach der fristlosen Entlassung von Geschäftsführer Marcel Lepper im Frühjahr 2023 entstanden war. Dieser beschrieb seine Kritik an fehlender Aufarbeitung der Stiftungsgeschichte, Widerstände dagegen und – zentral – eine unprofessionelle Arbeitsweise. Pfeiffer-Poensgen betonte im Gespräch mit DIE STIFTUNG im Januar 2025 die Bedeutung von professioneller Vorgehensweise und Transparenz. „Ich finde die Forderung nach Transparenz richtig. Stiftungen stehen unter dem besonderen Schutz des Staates. Wir zahlen keine Steuern, also müssen wir uns auch fragen lassen, was wir im Sinne der Gemeinnützigkeit tun.“

Das historische Erbe wird aktuell vom Institut für Zeitgeschichte in München aufgearbeitet. Armin Mohler, erster Geschäftsführer der 1958 gegründeten Stiftung, zählte zu den Vordenkern der Neuen Rechten in der Bonner Republik. Er konnte durch seine Münchner Anstellung finanziell sorgenfrei wirken, nutzte die Ressourcen in Teilen auch für entsprechende Vernetzung und inhaltliche Impulse. Ein Umstand, mit dem sich die Stiftung unter seinem Nachfolger Heinrich Meier, der die Stiftung von 1985 bis 2022 leitete, nicht erkennbar beschäftigte.

Governance-erfahrener Vorstand

Der Jurist Stefan Fritz begann seine berufliche Laufbahn bei der HypoVereinsbank wo er bis zum Leiter des Stiftungsmanagements aufstieg. Berufsbegleitend promovierte er von 2003 bis 2007 zu „Stifterwille und Stiftungsvermögen“. 2016 wurde er Geschäftsführer der Bischof-Arbeo-, St. Antonius- und der St. Korbinian-Stiftung der Erzdiözese München und Freising. Zugleich ist Stefan Fritz als Rechtsanwalt, Fachautor und Dozent tätig sowie Beiratsmitglied und Rechnungsprüfer im Bundesverband Deutscher Stiftungen und Mitinitiator von Fundatio, einer Initiative, die sich Fragen der Rechtssicherheit für Stifter und Stiftungen widmet. Fritz veröffentlichte 2019 „Stiftungscockpit“, ein Tool zur sicheren Planung und Dokumentation des Finanzmanagements von Stiftungen.

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Sport und Ehrenamt: Erste Staatsministerin ihrer Art https://www.die-stiftung.de/news/zivilgesellschaft/sport-und-ehrenamt-erste-staatsministerin-ihrer-art-158721/ Thu, 08 May 2025 09:10:38 +0000 https://www.die-stiftung.de/?p=158721 Erste Staatsministerin ihrer Art: Christiane Schenderleins Position ist im Bundeskanzleramt angesiedelt.

Christiane Schenderlein ist erste Staatsministerin für Sport und Ehrenamt. Der Posten der promovierten Politologin gilt als positives Signal für den gemeinnützigen Sektor und die Zivilgesellschaft. Auch wenn diese wohl nicht zufällig in der Bezeichnung fehlt.

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Erste Staatsministerin ihrer Art: Christiane Schenderleins Position ist im Bundeskanzleramt angesiedelt.

Christiane Schenderlein ist erste Staatsministerin für Sport und Ehrenamt. Der Posten der promovierten Politologin gilt als positives Signal für den gemeinnützigen Sektor und die Zivilgesellschaft. Auch wenn diese wohl nicht zufällig in der Bezeichnung fehlt.

Eines der positiven Signale für den gemeinnützigen Sektor aus dem Koalitionsvertrag ist die neue Stelle einer Staatsministerin für Sport und Ehrenamt – einer von drei Staatsministerposten, die im Kanzleramt angesiedelt sind. Die erste Person auf diesem Posten ist die CDU-Abgeordnete Christiane Schenderlein. Die 1981 geborene promovierte Politikwissenschaftlerin gehört seit 2021 dem Bundestag an. Beide Male zog sie über die Landesliste ein. Den Wahlkreis gewann zuletzt René Bochmann (AfD) mit 43,8 Prozent. Schenderlein erreichte 25 Prozent.

Kulturpolitisches Profil

Das bisherige Profil der Politikerin ist stark vom Kulturbereich geprägt. In der vergangenen Legislaturperiode war sie ordentliches Mitglied im Ausschuss für Kultur und Medien im Deutschen Bundestag und auch Arbeitsgruppen-Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Weitere Schwerpunkte, die sie auf ihrer Website vorstellte, waren bislang Inneres und Heimat sowie Tourismus. In beiden Ausschüssen war sie stellvertretendes Mitglied. Auf ihrer Website präsentiert die Mutter dreier Kinder sich mit Traktor im Hintergrund als „Ihre Abgeordnete für Nordsachsen“. Neben Schenderlein und Michael Meister, dem Beauftragten für Bund-Länder-Beziehungen, wird als dritter Staatsminister auch der Verleger Wolfram Weimer für den Bereich Kultur und Medien im Kanzleramt angesiedelt sein.

Schenderlein hat sich mehrfach zu Fragen der Zivilgesellschaft positioniert, so kritisierte sie zum Beispiel Mitte Februar 2025 gemeinsam mit CDU/CSU-Fraktionsvize Dorothee Bär die Reaktion der Berlinale 2025 auf die Antisemitismusresolution des Bundestags: „Wir fordern darin die Bundesregierung und bundesgeförderte Einrichtungen angesichts der zahlreichen furchtbaren antisemitischen Vorfälle im Kulturbereich auf, endlich Maßnahmen gegen Judenhass und Antisemitismus zu ergreifen. Mit antisemitischer Hetze wird die Grenze der Kunstfreiheit überschritten.“

Auch zu Klimaprotesten äußerte sie sich deutlich, etwa als 2023 Aktivisten das Brandenburger Tor mit Farbe beschmiert hatten: „Klimachaoten haben das Brandenburger Tor – nicht nur ein Denkmal, sondern das nationale Wahrzeichen für ein vereintes und freiheitliches Deutschland – mit Farbe geschändet. Das ist anstandslos und geschichtsblind. Die Kosten der Reinigung bzw. Wiederherstellung werden sechsstellig sein. Es ist das Mindeste, dass die Verursacher persönlich für diese aufkommen. Volle Rückendeckung für die klare Linie des Berliner Bürgermeisters Kai Wegner!“

„Chance für wirkungsvollere Zusammenarbeit“

Im Stiftungssektor zeigt man sich abwartend bis optimistisch. Der Bundesverband Deutscher Stiftungen spricht davon, dass Engagementpolitik mit dem Posten mehr politische Sichtbarkeit und Wertschätzung erhalte und mit der festen Ansprechpartnerin im Kanzleramt eine Chance für eine wirkungsvollere Zusammenarbeit zwischen Staat und Zivilgesellschaft bestehe. Dass der Posten den Bezug zu Sport und Ehrenamt, jedoch nicht Zivilgesellschaft im Namen trägt, werten Skeptiker hingegen als Ausdruck einer politischen Perspektive, die vor allem auf klassische Vereinsarbeit abzielt. Wie unterschiedlich die Koalitionäre auf dieses Thema schauen, war im Zuge der Kleinen Anfrage kurz nach der Bundestagswahl deutlich geworden.

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Wie laut darf der gemeinnützige Sektor sein? https://www.die-stiftung.de/news/zivilgesellschaft/wie-laut-darf-der-gemeinnuetzige-sektor-sein-158657/ Mon, 28 Apr 2025 13:47:20 +0000 https://www.die-stiftung.de/?p=158657 Wie viel Einfluss dem gemeinnützigen Sektor zusteht, ist auch eine Streitfrage im Bundestag. Foto: Ievgen Skrypko / stock.adobe.com

Eine Kleine Anfrage im Bundestag rückte nach der Wahl das Verhältnis gemeinnütziger Organisationen und politischer Meinungsäußerung ins Rampenlicht. Wie kann, wie muss der Sektor mit Skepsis und Angriffen umgehen?

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Wie viel Einfluss dem gemeinnützigen Sektor zusteht, ist auch eine Streitfrage im Bundestag. Foto: Ievgen Skrypko / stock.adobe.com

Eine Kleine Anfrage im Bundestag rückte nach der Wahl das Verhältnis gemeinnütziger Organisationen und politischer Meinungsäußerung ins Rampenlicht. Wie kann, wie muss der Sektor mit Skepsis und Angriffen umgehen?

So viel Aufmerksamkeit erfährt der gemeinnützige Sektor selten: Die Kleine Anfrage „Politische Neutralität staatlich geförderter Organisationen“ der Unionsfraktion im Deutschen Bundestag löste in den Tagen nach der Bundestagswahl eine ungewohnt breite öffentliche Diskussion aus.

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Segen für die Region aus vergangenen Zeiten https://www.die-stiftung.de/news/stiftungen-im-portraet/daniel-theysohn-stiftung-in-der-suedpfalz-158504/ Wed, 16 Apr 2025 15:14:27 +0000 https://www.die-stiftung.de/?p=158504

Die Daniel-Theysohn-Stiftung fördert die Südwestpfalz aus Mitteln der wirtschaftlichen Blütezeit. Sie ist ein Beispiel dafür, wie die Rechtsform auch in schwierigen Zeiten Wohlstand nutzbar machen kann.

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Die Daniel-Theysohn-Stiftung fördert die Südwestpfalz aus Mitteln der wirtschaftlichen Blütezeit. Sie ist ein Beispiel dafür, wie die Rechtsform auch in schwierigen Zeiten Wohlstand nutzbar machen kann.

Ein Segen für die Region sei die Daniel-Theysohn-Stiftung, sagt ein Spaziergänger von der sonnenbeschienenen Parkbank herunter. Einen Steinwurf entfernt hat sie ihren Sitz. Hier, in Ludwigswinkel in der Südwestpfalz, war auch der Wohnort des Stifters Daniel Theysohn. Das 800-Seelen-Dorf in der Südwestpfalz wirkt gepflegt, auf dem Spielplatz flitzen an diesem Sonntag Kinder hin und her über und durch ein ungewöhnlich schmuckes wie mächtiges Holzschiff, finanziert von der Stiftung. Ein paar Schritte weiter, direkt unterhalb der leeren Hauptstraße, grasen Alpakas und beäugen den spärlichen Publikumsverkehr.

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