Tim Goldau, Autor bei DIE STIFTUNG https://www.die-stiftung.de/ueber-uns/redaktion/tim-goldau/ Magazin für Stiftungswesen und Philanthropie Wed, 29 Jul 2026 11:51:41 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0.2 Besser mit Gegenüber? https://www.die-stiftung.de/news/gremienstruktur/besser-mit-gegenueber-162118/ Wed, 29 Jul 2026 11:51:39 +0000 https://www.die-stiftung.de/?p=162118 Kontrolle und Feedback: Die Rolle von Aufsichtsgremien ist mehrschichtig. Foto: Andrey Zyk/stock.adobe.com

Der Vorstand führt die Stiftung. Damit dies im Sinne des Stifters geschieht, kann ihn ein Kontrollorgan überwachen. Was braucht es für ein wirksames Aufsichtsgremium – und ist dies überhaupt für alle Arten und Größen von Stiftungen sinnvoll?

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Kontrolle und Feedback: Die Rolle von Aufsichtsgremien ist mehrschichtig. Foto: Andrey Zyk/stock.adobe.com

Der Vorstand führt die Stiftung. Damit dies im Sinne des Stifters geschieht, kann ihn ein Kontrollorgan überwachen. Was braucht es für ein wirksames Aufsichtsgremium – und ist dies überhaupt für alle Arten und Größen von Stiftungen sinnvoll?

Der Vorstand lenkt die Geschicke einer Stiftung. Doch wer schaut ihm auf die Finger, ohne ihm die Arbeit aus der Hand zu nehmen? In vielen Fällen übernimmt diese Aufgabe ein Aufsichtsgremium – also ein Stiftungsrat, ein Kuratorium oder ein Beirat, je nach Satzung und Tradition der jeweiligen Stiftung. Anders als in Aktiengesellschaften ist ein solches Organ im Stiftungsrecht jedoch nicht zwingend vorgeschrieben. In der Praxis ist es trotzdem weit verbreitet.

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Im Dienst der Medizin https://www.die-stiftung.de/news/wissenschaftsfoerderung/im-dienst-der-medizin-162087/ Wed, 22 Jul 2026 15:04:00 +0000 https://www.die-stiftung.de/?p=162087 Das im 11. Jahrhundert erbaute Marburger Landgrafenschloss beherbergt heute unter anderem den Sitz der Von-Behring-Röntgen-Stiftung. Foto: Ina Velte

Die Von-Behring-Röntgen-Stiftung fördert die medizinische Forschung und Lehre an den Universitätskliniken in Gießen und Marburg. Jährlich vergibt sie einen Millionenbetrag an vielversprechende Projekte.

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Das im 11. Jahrhundert erbaute Marburger Landgrafenschloss beherbergt heute unter anderem den Sitz der Von-Behring-Röntgen-Stiftung. Foto: Ina Velte

Die Von-Behring-Röntgen-Stiftung fördert die medizinische Forschung und Lehre an den Universitätskliniken in Gießen und Marburg. Jährlich vergibt sie einen Millionenbetrag an vielversprechende Projekte.

Die Oberstadt der mittelhessischen Studentenstadt Marburg wirkt malerisch: Enge Gassen schlängeln sich an mittelalterlichen Fachwerkhäusern vorbei, darüber erhebt sich das Marburger Schloss, einst Residenz der Landgrafen von Hessen. Direkt im Schloss sitzt die Von-Behring-Röntgen Stiftung. Sie fördert die Hochschulmedizin an der Philipps-Universität Marburg und der Justus-Liebig-Universität Gießen.

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Umfrage: NPOs genießen mehr Vertrauen als der Staat https://www.die-stiftung.de/news/zivilgesellschaft/umfrage-npos-geniessen-mehr-vertrauen-als-der-staat-162048/ Mon, 20 Jul 2026 12:08:08 +0000 https://www.die-stiftung.de/?p=162048 Gemeinnützige Organisationen setzen ihre Mittel in den Augen der Deutschen am verantwortungsvollsten ein. Grafik: Child Invest Foundation

Gemeinnützigen Organisationen vertrauen die Deutschen weit mehr als dem Staat, aber dieses Vertrauen ist nicht bedingungslos. Dies zeigt eine Umfrage im Auftrag der Child Invest Foundation.

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Gemeinnützige Organisationen setzen ihre Mittel in den Augen der Deutschen am verantwortungsvollsten ein. Grafik: Child Invest Foundation

Gemeinnützigen Organisationen vertrauen die Deutschen weit mehr als dem Staat, aber dieses Vertrauen ist nicht bedingungslos. Dies zeigt eine Umfrage im Auftrag der Child Invest Foundation.

Gemeinnützige Organisationen genießen in Deutschland deutlich mehr Vertrauen als der Staat, wenn es um den verantwortungsvollen Einsatz von Mitteln für gesellschaftliche Aufgaben geht. Das zeigt eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag der Child Invest Foundation, der Dachstiftung der SOS-Kinderdörfer, für die bundesweit 1.524 Personen befragt wurden. Zugleich erwartet eine große Mehrheit, dass Stiftungen die Wirkung ihrer Arbeit öffentlich nachweisen.

77 Prozent der Befragten trauen gemeinnützigen Organisationen zu, ihre Mittel verantwortungsvoll einzusetzen. Bei Frauen liegt dieser Wert mit 81 Prozent höher als bei Männern mit 74 Prozent. Dem Staat vertrauen in dieser Frage nur 38 Prozent. Eine Ausnahme bilden die unter 30-Jährigen: Von ihnen vertrauen 52 Prozent staatlichen Stellen und damit deutlich mehr als im Durchschnitt der Bevölkerung. Dieser Vertrauensvorsprung zeigt sich auch im direkten Vergleich: Eine Mehrheit glaubt, dass private gemeinnützige Stiftungen in der Entwicklungszusammenarbeit wirksamer sein können als staatliche Programme. 55 Prozent vertreten diese Ansicht, bei den über 60-Jährigen sind es 62 Prozent.

Wenig Vertrauen in die Wirtschaft

Auch die Bedeutung der Zivilgesellschaft wird in der Umfrage deutlich. Auf die Frage, welche Akteure neben staatlichen Einrichtungen einen besonders wichtigen Beitrag für die Gesellschaft leisten, nannten 89 Prozent Stiftungen, Vereine und Verbände. Hilfs- und Entwicklungsorganisationen wurden von 65 Prozent der Befragten als besonders wichtige gesellschaftliche Akteure genannt. Kirchen und Religionsgemeinschaften wurden von 42 Prozent genannt, Unternehmen und die Wirtschaft von 30 Prozent.

Lesen Sie hier:

Die Stiftung Bürgermut hat Führungskräfte aus Stiftungen zu ihrer Situation befragt. Viele erleben diese aktuell als kritisch und sinnstiftend zugleich. Ein wichtiger Hebel ist ausreichend Zeit für strategisches Handeln.

„Die Ergebnisse zeigen, dass Stiftungen für viele Menschen ein glaubwürdiger und relevanter Partner sind, wenn es um die Zukunft unserer Gesellschaft geht“, sagt Claudia Straßer, Vorständin der Child Invest Foundation, laut Mitteilung der Stiftung. „Das ist eine starke Basis – aber sie ist an eine klare Erwartung geknüpft: Wer Vertrauen will, muss Wirkung nachvollziehbar machen.“

Verpflichtender Wirkungsnachweis

Die Umfragedaten bestätigen das eindrücklich. 86 Prozent stimmen der Aussage zu, dass Stiftungen verpflichtet sein sollten, die Wirkung ihrer Arbeit öffentlich nachzuweisen. Die Zustimmung ist in allen Altersgruppen hoch. Sie reicht von 81 Prozent bei den 30- bis 45-Jährigen bis zu 91 Prozent bei den über 60-Jährigen.

Das hohe Vertrauen in gemeinnützige Organisationen spiegelt sich auch in der persönlichen Bereitschaft wider, selbst aktiv zu werden. Mehr als die Hälfte der Befragten kann sich grundsätzlich vorstellen, im Laufe ihres Lebens Geld für einen gemeinnützigen Zweck zu stiften. Insgesamt antworteten 53 Prozent mit Ja. Unter den unter 30-Jährigen liegt der Anteil bei 65 Prozent und damit über dem Durchschnitt.

Niedrigschwelliger Zugang gefordert

Für Straßer zeigen die Ergebnisse vor allem, was der Sektor leisten muss, um diese Bereitschaft in tatsächliches Engagement zu überführen: „Wer Jüngere für die Philanthropie gewinnen will, muss den Zugang zum Stiften möglichst niedrigschwellig gestalten und nachweisen, was mit Stiftungsgeldern erreicht werden kann. Wo geht mein Geld hin? Was wird damit erreicht? Wirkt es langfristig? Wirkungsnachweise sind keine lästige Pflicht, sondern die Vertrauenswährung unserer Zeit.“

Die Umfrage zeigt aber auch Vorbehalte. 67 Prozent der Befragten stimmen der Aussage zu, dass Stiftungen häufig genutzt würden, um Steuern zu sparen. Bei Männern liegt dieser Wert bei 75 Prozent, bei Frauen bei 59 Prozent. Unter den über 60-Jährigen teilen 74 Prozent diese Einschätzung. Bei den unter 30-Jährigen sind es dagegen nur 55 Prozent. Straßer leitet daraus den Auftrag für den Sektor ab, noch transparenter zu erklären, wie Stiftungsgelder wirken und wofür sie eingesetzt werden.

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Ewigkeitskapital auf dem Prüfstand https://www.die-stiftung.de/news/stiftungsvermoegen/ewigkeitskapital-auf-dem-pruefstand-161893/ Wed, 24 Jun 2026 09:25:05 +0000 https://www.die-stiftung.de/?p=161893 Stiftungen müssen ihr Kapital vor Substanzverlust schützen und zugleich Wirkung entfalten. Foto: Rido/stock.adobe.com

Auf dem Deutschen Stiftungstag in Hamburg diskutierten Praktiker, wie Stiftungen zwischen dauerhafter Kapitalbindung und wachsendem Handlungsdruck bestehen können.

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Stiftungen müssen ihr Kapital vor Substanzverlust schützen und zugleich Wirkung entfalten. Foto: Rido/stock.adobe.com

Auf dem Deutschen Stiftungstag in Hamburg diskutierten Praktiker, wie Stiftungen zwischen dauerhafter Kapitalbindung und wachsendem Handlungsdruck bestehen können.

Stiftungen stehen für Beständigkeit. Die gesellschaftlichen Herausforderungen, auf die Stiftungen reagieren wollen, verändern sich dagegen rasant. Demografischer Wandel, Klimakrise, politische Polarisierung. Wie gehen Stiftungsverantwortliche mit diesem Spannungsverhältnis um? Auf dem Deutschen Stiftungstag in Hamburg diskutierten Praktiker unter dem Titel „Ewige Bindung, dynamische Welt: Das Paradoxon Stiftung auf dem Prüfstand“. Die Runde war besetzt mit Menschen, die mit diesem Spannungsfeld täglich arbeiten.

Felix Oldenburg, Mitgründer der Philanthropie-Plattform bcause, eröffnete die Diskussion mit einer Diagnose, die im Saal aufhorchen ließ. Größere deutsche Förderstiftungen schütten laut eigenen Daten oft nur etwa ein bis eineinhalb Prozent ihres Kapitals aus. Oldenburg stellte dem die Frage gegenüber, wie viel Stiftungskapital tatsächlich für den Zweck aktiviert werde. Für ihn ist das kein Randproblem, sondern ein grundlegender Zielkonflikt. „Die Kernfrage ist, ob sich das eingesetzte Stiftungsvermögen für die Gesellschaft zur Lösung eines konkreten Problems lohnt“, so Oldenburg.

Er plädierte für deutlich höhere Ausschüttungsquoten – fünf, sechs oder sieben Prozent statt der derzeit sichtbaren Werte – und schlug vor, Stiftungen an ihrer Kapitalwirkungsquote zu messen: Welcher Anteil des Vermögens sei tatsächlich für die Mission aktiviert? Zudem verwies er auf die jährliche Erbschaftswelle von rund 400 Milliarden Euro, aus der sich weit mehr für gemeinnützige Zwecke mobilisieren ließe, als dies bislang der Fall sei.

Mehr Mut in der Kapitalanlage

Dass Stiftungskapital wirkungsorientiert für den Stiftungszweck genutzt werden kann, erläuterte Anne Joachim, Geschäftsleiterin Central Functions der BMW Foundation Herbert Quandt. 18 Prozent des Grundstockvermögens seien aktuell in Venture Capital investiert, mit Schwerpunkt auf Klimaschutz beziehungsweise Energiewende. Die Stiftung verfolge diesen Weg seit zehn Jahren, um Wirkung nicht nur über Programme, sondern auch über die Vermögensanlage zu erzeugen. „Wir wollen aus unserem Budget heraus Innovation ermöglichen und zugleich unser Kapital wirkungsorientiert anlegen“, sagte Joachim.

Für Joachim ist das eine Konsequenz aus dem eigenen Anspruch: Wer gesellschaftliche Transformation unterstützen wolle, müsse auch das Kapital entsprechend denken. Dafür brauche es in Deutschland mehr Mut und Wissen über Wagniskapital als Assetklasse sowie Anpassungen in der Abgabenordnung, die Verluste zuließen, ohne sofort den Kapitalerhalt zu gefährden. Ewigkeit bedeute für sie nicht Unveränderlichkeit.

Einen praktischen Ansatz brachte Sandra Güntner, geschäftsführende Vorständin der Umweltstiftung Greenpeace, in die Runde. Die Stiftung hat Kapital in einen Wald im Thüringer Wald investiert – eine Fichtenmonokultur, die schrittweise in einen widerstandsfähigen Mischwald umgewandelt werden soll. Das Investment zeigt nach Güntners Darstellung, dass Programmatik und Vermögensverwaltung zusammengeführt werden können: Der Wald dient unmittelbar dem Ziel, naturnahe Waldbewirtschaftung in Deutschland konkret zu machen. Außerdem sei es einer ihrer besten Investments: Den Zuwachs des Bodenwerts bezifferte sie auf 97,5 Prozent.

„Stiftungen müssen sich daran messen lassen, wie viel ihres Vermögens tatsächlich für die Mission aktiviert wird.“
Felix Oldenburg, Mitgründer von bcause

Einen anderen Ausgangspunkt beschrieb Christian Meyn, Vorstandsmitglied der Crespo Foundation, die sich für Kunst und Kultur, Bildung und Stärkung der Persönlichkeit einsetzt. Die Stiftung arbeitet mit einem festen Enddatum: In rund 13 Jahren muss das Vermögen aufgebraucht sein. Das stelle das Stiftungsmanagement vor spezifische Herausforderungen – nicht die Anlage stehe im Vordergrund, sondern die geordnete Liquidierung von Assets in einem sinnvollen Rhythmus. Auch operative Fragen, wie man den Betrieb geordnet herunterfahre und wie man mit Organisationen umgehe, die man gern langfristig unterstützen würde, es aber irgendwann nicht mehr könne, gewännen gegen Ende an Gewicht.

Rechtsform Nebensache?

Für Meyn schärft das Enddatum den Blick für das Wesentliche: Womit fange man überhaupt noch an, wenn die verbleibende Zeit begrenzt sei? Die Stiftung suche deshalb gezielt Probleme, die sich in etwa zehn Jahren sinnvoll bearbeiten ließen – etwa das Thema funktionaler Analphabetismus bei Schulabgängern. Grundsätzlich aber mahnte Meyn zur Gelassenheit gegenüber der Frage nach Rechtsformen. Ob Stiftung, gemeinnützige GmbH, Verein oder Treuhandstiftung – entscheidend seien letztlich die Idee dahinter, die Zielsetzung und die Fantasie beim Aufsetzen des philanthropischen Engagements.

Lesen Sie hier:

Auf dem Deutschen Stiftungstag in Hamburg diskutierten Chefvolkswirte darüber, ob die Kapitalmärkte kippen. Trotz geopolitischer Spannungen, steigender Ölpreise und eines „China-Schocks“ wirken diese bislang erstaunlich robust. Uneinigkeit herrschte vor allem bei der Frage, ob zusätzliche Staatsschulden die Konjunktur stützen können.

Aus dem Publikum meldete sich Stiftungsberater Karsten Timmer zu Wort. Er beobachtete, dass sich viele Engagierte heute nicht mehr automatisch für die klassische Stiftung entschieden. Wer ein Erbe verwalten und einen Namen bewahren wolle, finde in der Stiftung nach wie vor das passende Instrument. Wer jedoch auf gesellschaftliche Gestaltung abziele, suche sich zunehmend andere Rechtsformen. Dieser Trend laufe, ob einem das gefalle oder nicht. Timmer warnte jedoch vor vorschnellen Schlüssen: Ob Alternativen automatisch effizienter oder das Engagement dadurch besser werde, bezweifle er ausdrücklich. Transparenter werde es jedenfalls nicht – viele dieser Konstruktionen seien kaum auffindbar.

Trägerin eines Vermächtnisses

Ingmar Ahl, Vorstandsmitglied der Karg-Stiftung, verteidigte aus dem Publikum den Kern der klassischen kapitalbasierten Stiftung. Er teile die Kritik an der schwachen Performance vieler Stiftungen ausdrücklich – dass sich mit kluger, langfristiger Sachwertstrategie deutlich mehr als ein bis eineinhalb Prozent erzielen ließen, stehe außer Frage. Den daraus gezogenen Schluss, den unbegrenzten Anlagehorizont als konstitutiven Vorteil der Stiftung grundsätzlich in Frage zu stellen, hielt er jedoch für fahrlässig. Für Ahl ist die Stiftung vor allem Trägerin eines Vermächtnisses: Er sehe sich als unmittelbarer Sachwalter der Eheleute Karg, und diese Verpflichtung könne man nicht einfach beiseiteschieben. Es gebe eine jahrtausendealte Tradition, das Nachleben von Menschen zu organisieren. Viele wählten eine Namensstiftung, weil sie wünschten, dass etwas von ihnen über den Tod hinaus bestehe.

Peter Augustin brachte eine weitere Perspektive ein. Der geschäftsführende Vorstand der Software-AG-Stiftung sehe sich als Treuhänder mit der Pflicht, die Stiftung als handlungsfähiges Instrument zu erhalten – nicht nur für die Herausforderungen von heute, sondern auch für jene in 50 oder 100 Jahren, die ebenso groß sein würden. Gegenüber einem „All-in“-Ansatz, der Kapital möglichst rasch aufbrauche, sei er skeptisch: Was bleibe dann für künftige Generationen?

Dem gegenüber stand die Forderung Oldenburgs: Stiftungen müssten sich daran messen lassen, wie viel ihres Vermögens tatsächlich für die Mission aktiviert werde. Er warb dafür, die Wirkungsquote transparenter zu machen, Ausschüttungen zu erhöhen und auch über Zusammenlegungen oder neue Strukturen nachzudenken. Für ihn ist die Stiftung kein Selbstzweck, sondern ein Mittel, gesellschaftliche Wirkung zu erzielen.

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Zwischen Erhalt und Verlust https://www.die-stiftung.de/news/zugehoert/zwischen-erhalt-und-verlust-161874/ Fri, 19 Jun 2026 14:24:13 +0000 https://www.die-stiftung.de/?p=161874 Gefördert durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz: Die Instandsetzung der Holzbrücke in Forbach und die Sanierung der Mauer von Burg Freienstein. Fotos: Stefan Zachmann/Deutsche Stiftung Denkmalschutz_Gütter

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz fördert historische Bausubstanz in ganz Deutschland. Vorstand Steffen Skudelny spricht über die Vielfalt der Denkmale, die Aufgaben der Stiftung und das „Schwarzbuch der Denkmalpflege“.

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Gefördert durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz: Die Instandsetzung der Holzbrücke in Forbach und die Sanierung der Mauer von Burg Freienstein. Fotos: Stefan Zachmann/Deutsche Stiftung Denkmalschutz_Gütter

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz fördert historische Bausubstanz in ganz Deutschland. Vorstand Steffen Skudelny spricht über die Vielfalt der Denkmale, die Aufgaben der Stiftung und das „Schwarzbuch der Denkmalpflege“.

Denkmalschutz erschöpft sich nicht im Erhalt von Kirchen, Schlössern oder Rathäusern. „Heute haben wir oft zum Beispiel technische Denkmale, die über Produktionsgeschichte oder Frühindustrialisierung berichten“, sagte Steffen Skudelny, Vorstand der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, im Podcast „Stiftophon – zugehört“. Hinzu kämen Denkmale, die über Lebensverhältnisse und Arbeitsverhältnisse von Menschen berichten, ebenso wie Zeugnisse der Verkehrsgeschichte.

Die Stiftung versteht ihre Aufgabe dabei nicht als Förderung einiger weniger Prestigeobjekte. „Wir sehen uns nicht so sehr als eine Leuchtturmstiftung, die immer nur in Zentren und an den touristischen Hotspots tätig ist“, sagte Skudelny. Vielmehr wolle man Denkmale überall da, wo wir uns im Lande befinden, fördern. Gerade in Gegenden, die man sonst vergisst, gebe es oft wundervolle Denkmalbestände.

Skudelny zeichnete ein zwiespältiges Bild der Lage des Denkmalschutzes in Deutschland. Einerseits sei das Interesse an historischen Bauten nach wie vor bei den Menschen sehr groß. Als Beispiel verwies er auf den Tag des offenen Denkmals, bei dem sowohl die Zahl der teilnehmenden Objekte als auch die Besucherzahlen stiegen. Andererseits nehme die politische Unterstützung nach seiner Wahrnehmung ab. Die Denkmalpflege werde mitunter zum Prügelknaben, wenn es um (scheinbare) Entbürokratisierung gehe.

Gegenentwurf zu kurzlebigen Konsummustern

Gerade diese Kritik verbindet Skudelny mit einem grundsätzlichen Plädoyer für den Erhalt historischer Substanz. Denkmale stünden für ein Prinzip, das heute wieder an Bedeutung gewinne: „Pflege und Wartung vor dem Prinzip Wegwerfen und neu herstellen.“ Historische Gebäude, die über Jahrhunderte instandgehalten und weitergenutzt worden seien, bildeten damit aus seiner Sicht auch einen Gegenentwurf zu kurzlebigen Bau- und Konsummustern.

Geprägt wurde die 1985 gegründete Stiftung, so schilderte es Skudelny, vor allem durch die Jahre nach der Wiedervereinigung. „Damals hat sich eine riesige Solidaritätsbewegung entwickelt, weil in den östlichen Bundesländern viele gefährdete Denkmale auf Unterstützung angewiesen gewesen waren.“ Diese Erfahrung liege stark in der DNA der Stiftung.

Steffen Skudelny ist Vorstand der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Foto: Bettina Koch

Die besondere Dynamik der Nachwendejahre ist nach Skudelnys Einschätzung inzwischen abgeflaut, nicht zuletzt durch den Generationswechsel. Neue Impulse für den Denkmalschutz sieht er vor allem im Nachhaltigkeitsgedanken: Bewahrenswerte Substanz weiter zu nutzen, gewinne an Bedeutung. Zugleich hofft er auf neue Aufmerksamkeit für den ländlichen Raum, auch durch mobile Arbeitsformen.

Neben der Förderung einzelner Objekte setzt die Stiftung stark auf Vermittlung. Skudelny sprach von einer 360-Grad-Denkmal-Bewusstseinsbildung. Dahinter steht die Überzeugung: „Wenn man über einen Gegenstand viel weiß, dann beginnt man, eine Beziehung mit diesem Gegenstand aufzubauen.“ Wissen solle deshalb Wertschätzung erzeugen – von der Schule bis in die Fachwelt hinein.

Zu diesem Ansatz gehören verschiedene Programme. So etwa das Schulprogramm „Denkmal aktiv“, mit dem Kinder und Jugendliche an Kultur und Denkmalschutz herangeführt werden. Hinzu kämen etwa die Denkmalakademie mit Fortbildungsangeboten zu aktuellen Fragen rund um Sanierung und Bestandserhalt sowie Jugendbauhütten. Diese knüpfen an den historischen Gedanken der Bauhütten an, also an Orte gemeinschaftlicher Arbeit an großen Bauvorhaben. Im heutigen Format gehe es darum, dass junge Menschen in einem freiwilligen sozialen Jahr konkrete Projekte gemeinsam voranbringen. Daraus könne eine besondere Bindung entstehen. Bei Jubiläen kämen ehemalige Teilnehmende wieder und sagten dann: „Diese Steine habe ich gemacht“ oder „diesen Putz habe ich gemacht“. Daran erkenne man, wie stark die Bindung sei und wie groß der Respekt vor historischer Bausubstanz werde.

Verluste sichtbar machen

Ein relativ neues Instrument der Stiftung, um auf das Thema Denkmalschutz aufmerksam zu machen, ist das „Schwarzbuch der Denkmalpflege“. Hintergrund sei die Beobachtung gewesen, dass viele Menschen annähmen, Denkmalschutzgesetze verhinderten bereits hinreichend, dass Schäden an Denkmalen entstünden. „Die erste erstaunliche Feststellung ist, bundesweit wird gar nichts erfasst“, sagte Skudelny. Mit dem Schwarzbuch wolle die Stiftung deshalb Verlustmuster sichtbar machen, problematische Fälle dokumentieren und zugleich positive Gegenbeispiele aufzeigen. Es solle Mahnung, aber auch Lösungsweg zugleich sein.

Als prägnantes Beispiel nannte Skudelny das Generalshotel in Berlin-Schönefeld. Das nach dem Zweiten Weltkrieg errichtete Gebäude sei ein völlig intaktes Empfangs- und Aufenthaltsgebäude gewesen, ein künstlerisches, wertvolles Baudenkmal, das trotz aller Warnungen abgerissen worden sei. Gerade solche Fälle zeigten aus seiner Sicht, wie real die Gefahr des Verlusts sei – und dass Denkmalschutzgesetze allein diesen Verlust nicht automatisch verhinderten.

Lesen Sie hier:

Stiftungen haben eine mal längere, mal kürzere Vorgeschichte – mindestens die des Stifters selbst, die eines Unternehmens oder auch die einer ganzen Familie. Wie nähern sich Historiker bei der Aufarbeitung den Organisationen an? Auf welche Besonderheiten stoßen sie? Und wie fallen die Reaktionen aus?

Finanziert wird die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, deren Eigenkapital laut Bundesverband Deutscher Stiftungen rund 250 Millionen Euro beziffert, nach Skudelnys Darstellung vor allem privat. „Wir werden nicht institutionell von der öffentlichen Hand gefördert“, sagte er. „Wir leben weitgehend von Spenden und Erträgen aus Zuwendungen in den Vermögensstock.“ Hinzu komme ein Anteil an den Überschüssen der Lotterie Glücksspirale. Dass die Einnahmen in den vergangenen Jahren gestiegen seien, wertet er als Zeichen dafür, dass viele Bürger die Gefährdung historischer Bausubstanz wahrnähmen und unterstützen wollten.

Eine wichtige Rolle spielten auch die Treuhandstiftungen unter dem Dach der Stiftung. Sie ermöglichten es Stiftern, ihr Vermögen mit einer klaren Zweckbindung einzubringen. Gerade für die dauerhafte Pflege instand gesetzter Objekte sei das ein geeignetes Instrument. Skudelny nannte etwa den Erhalt kleiner Dorfkirchen oder die kontinuierliche Finanzierung von Reparaturen an Fenstern, Türen, Toren oder Reetdächern.

Organisatorisch habe sich die Stiftung deutlich weiterentwickelt. Skudelny verwies auf Satzungsänderungen, mit denen aus einer früher ehrenamtlich geprägten Leitungsstruktur ein Modell mit hauptamtlichem Vorstand und Aufsichtsgremium geworden sei. Das sei Ausdruck gewachsener Anforderungen. Die Stiftung sei in ihrer Anfangszeit eine kleine Initiative mit ganz viel Herz und Bauchgefühl gewesen. Heute müsse sie wegen ihrer Größe und der rechtlichen, kaufmännischen und technischen Anforderungen sehr professionalisiert arbeiten.

Der Erklärungsaufwand steigt

Zu den größten Herausforderungen zählt Skudelny die Vielzahl neuer Regeln und technischer Anforderungen. Europäische Vorgaben, Datenschutz oder die Sicherung sensibler Daten gegen Angriffe von außen bedeuteten erhebliche Kraftanstrengungen. Hinzu komme ein veränderter gesellschaftlicher Kontext. „Der Erklärungsaufwand und der Überzeugungsaufwand steigt“, sagte er. Trotz großer Unterstützung in Teilen der Bevölkerung müssten historische und kulturelle Werte stärker vermittelt werden als früher.

Gleichzeitig sieht er in technischen Entwicklungen auch Chancen für die Denkmalpflege. Neue Verfahren hätten die Untersuchung historischer Substanz stark verändert. „Da haben sich die Erkenntnisse durch Technologie enorm erweitert“, so Skudelny. So könnten etwa Schäden genauer analysiert oder schwer zugängliche Bereiche mit minimalinvasiven Methoden untersucht werden, wo früher größere Eingriffe nötig gewesen seien.

Bei der Frage nach besonders einprägsamen Förderprojekten verweist Skudelny nicht zuerst auf große, bekannte Objekte. „Mich beeindrucken besonders die ganz normalen kleinen Denkmale – ein kleines Bürgerhaus, ein Backhaus, eine Kreuzwegstation, vielleicht auch ein historischer Webstuhl“. Gerade diese Relikte des Alltags, so sein Eindruck, erzählten von Menschen, die keine herausgehobene Position hatten und trotzdem etwas Wundervolles hinterlassen hätten.

Für die Zukunft formulierte Skudelny schließlich ein grundsätzliches Plädoyer für das Bauen im Bestand. Er wünsche sich ein klares Bekenntnis dazu und einen intelligenteren Umgang mit vorhandener Substanz. Die Zukunft liege aus seiner Sicht nicht darin, alles bequem, quadratisch, praktisch und immer gleich zu machen, sondern in der Originalität und Fantasie, Vorhandenes weiter zu nutzen und an heutige Bedürfnisse anzupassen.

Dieser Text basiert auf einer Folge unseres Podcasts „Stiftophon – zugehört“ vom 12. März 2026. Wenn Sie mehr über das Thema erfahren möchten, gelangen Sie hier zur Folge.

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Umbau nach Kontroverse https://www.die-stiftung.de/news/zivilgesellschaft/demokratie-leben-umbau-nach-kontroverse-161400/ Mon, 20 Apr 2026 08:42:32 +0000 https://www.die-stiftung.de/?p=161400 Einrichtungen wie die Freiwillige Feuerwehr sollen künftig mehr Geld aus dem Programm erhalten. Foto: MAK – stock.adobe.com

Das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ steht vor einem tiefgreifenden Umbau: Rund 200 bisher geförderte Vorhaben sollen auslaufen, Mittel stärker in kommunale Regelstrukturen fließen. Der Kurswechsel stößt auf gemischte Reaktionen

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Einrichtungen wie die Freiwillige Feuerwehr sollen künftig mehr Geld aus dem Programm erhalten. Foto: MAK – stock.adobe.com

Das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ steht vor einem tiefgreifenden Umbau: Rund 200 bisher geförderte Vorhaben sollen auslaufen, Mittel stärker in kommunale Regelstrukturen fließen. Der Kurswechsel stößt auf gemischte Reaktionen

Das mit knapp 190 Millionen Euro jährlich ausgestattete Bundesprogramm „Demokratie leben!“ soll in der laufenden Förderperiode tiefgreifend umgebaut werden. Rund 200 Projekte werden ihre Bundesförderung verlieren. Zentrale bundesweite Strukturen drohen wegzubrechen, während Mittel stärker auf Regelstrukturen und Online-Radikalisierungsprävention verlagert werden. Zugleich bündelt sich darin eine seit Jahren schwelende Debatte über ideologische Ausrichtung, Steuerung und Reichweite staatlicher Demokratieförderung.

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Abkehr mit Folgen https://www.die-stiftung.de/news/zivilgesellschaft/ein-riss-mit-folgen-161099/ Thu, 09 Apr 2026 08:17:08 +0000 https://www.die-stiftung.de/?p=161099 Lady Liberty unter Druck: Die Freiheitsstatue begrüßt seit 1886 Ankömmlinge im Hafen von New York. Foto: konstantant – stock.adobe.com (3x)

Seit Beginn der zweiten Amtszeit von Donald Trump Anfang 2025 sehen viele Beobachter eine spürbare Abkühlung der transatlantischen Beziehungen. Davon betroffen sind nicht nur Politik und Unternehmen, sondern auch Stiftungen und NGOs, die transatlantische Programme anbieten. Welche Auswirkungen hat das auf ihre Arbeit?

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Lady Liberty unter Druck: Die Freiheitsstatue begrüßt seit 1886 Ankömmlinge im Hafen von New York. Foto: konstantant – stock.adobe.com (3x)

Seit Beginn der zweiten Amtszeit von Donald Trump Anfang 2025 sehen viele Beobachter eine spürbare Abkühlung der transatlantischen Beziehungen. Davon betroffen sind nicht nur Politik und Unternehmen, sondern auch Stiftungen und NGOs, die transatlantische Programme anbieten. Welche Auswirkungen hat das auf ihre Arbeit?

Radikale Zollpolitik, der Streit um Grönlands Zugehörigkeit zu Dänemark und rhetorische Angriffe auf die westlichen Verbündeten sind nur einige Symptome der angespannten Lage zwischen Europa und den USA. Auch der Non-Profit-Sektor beobachtet die Entwicklung. In Deutschland arbeiten zahlreiche Stiftungen und gemeinnützige Organisationen in transatlantischen Programmen.

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Spendenjahr 2025 verzeichnet merklichen Einbruch https://www.die-stiftung.de/news/nutzerkonto/spendenjahr-2025-verzeichnet-merklichen-einbruch-161232/ Wed, 01 Apr 2026 14:23:07 +0000 https://www.die-stiftung.de/?p=161232 Die Spenden für Katastrophenhilfe verzeichnen einen Rückgang – etwa im Vergleich zur Ahrtal-Flut 2021. Foto: Christian - stock.adobe.com

Die Bilanz des Helfens 2025 zeigt einen deutlich rückläufigen Spendenmarkt. Es wird weniger gespendet, doch die einzelnen Beträge fallen höher aus als im Vorjahr. In den neuen Bundesländern sinkt das Spendenvolumen weiter.

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Die Spenden für Katastrophenhilfe verzeichnen einen Rückgang – etwa im Vergleich zur Ahrtal-Flut 2021. Foto: Christian - stock.adobe.com

Die Bilanz des Helfens 2025 zeigt einen deutlich rückläufigen Spendenmarkt. Es wird weniger gespendet, doch die einzelnen Beträge fallen höher aus als im Vorjahr. In den neuen Bundesländern sinkt das Spendenvolumen weiter.

Die Spendeneinnahmen in Deutschland sind 2025 spürbar zurückgegangen. Das gesamte Spendenvolumen von Privatpersonen – erfasst werden alle Geldspenden bis 2.500 Euro pro Jahr, ohne Großspenden und ohne Nachlassspenden – belief sich auf 4,6 Milliarden Euro. Dies ist ein Minus von neun Prozent oder 500 Millionen Euro gegenüber 2024. Gleichzeitig bleiben die Spender großzügig. Die durchschnittliche Spende lag bei 46 Euro und damit drei Euro über dem Vorjahr. Die durchschnittliche Spendenhäufigkeit hingegen lag bei sechsmal im Jahr statt siebenmal. Dies geht aus der aktuellen Bilanz des Spendens hervor, die YouGov im Auftrag des Deutschen Spendenrats erstellt hat.

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Neuer Vorstoß im Streit um Zeppelin-Stiftung https://www.die-stiftung.de/news/stiftungsszene/neuer-vorstoss-im-streit-um-zeppelin-stiftung-161185/ Mon, 23 Mar 2026 12:59:44 +0000 https://www.die-stiftung.de/?p=161185 Die Zeppelin-Stiftung kommt nicht zur Ruhe. Zu sehen ist die Statue von Graf Zeppelin vor dem Graf-Zeppelin-Haus in Friedrichshafen. Foto: Davidmoerike/Wikimedia

Der Urenkel von Graf Zeppelin beantragt die Einsetzung eines Aufsichtsrats für die Zeppelin-Stiftung. Das Vorhaben folgt einer Reihe von Auseinandersetzungen.

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Die Zeppelin-Stiftung kommt nicht zur Ruhe. Zu sehen ist die Statue von Graf Zeppelin vor dem Graf-Zeppelin-Haus in Friedrichshafen. Foto: Davidmoerike/Wikimedia

Der Urenkel von Graf Zeppelin beantragt die Einsetzung eines Aufsichtsrats für die Zeppelin-Stiftung. Das Vorhaben folgt einer Reihe von Auseinandersetzungen.

Der jahrzehntelange Streit um die Zeppelin-Stiftung geht in eine neue Runde. Albrecht von Brandenstein-Zeppelin, Urenkel von Ferdinand Graf Zeppelin, hat gemeinsam mit seinem ältesten Sohn beim Regierungspräsidium Tübingen die Einsetzung eines Aufsichtsrats beantragt. Nach Angaben der Schwäbischen Zeitung will er damit erreichen, dass erstmals die Rechtmäßigkeit der Aufhebung der ursprünglichen Zeppelin-Stiftung im Jahr 1947 gerichtlich überprüft wird.​

Der Vorstoß kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Zeppelin-Stiftung, die von der Stadt Friedrichshafen getragen wird, finanziell unter Druck steht. Ihre wichtigste Einnahmequelle, die Dividenden des Autozulieferers ZF Friedrichshafen, bleibt aufgrund der Entschuldung des Konzerns auf absehbare Zeit aus. Nach Prognosen der Stadt könnten die Rücklagen der Stiftung bis 2028 aufgebraucht sein. Friedrichshafen müsste dann voraussichtlich mit rund 40 Millionen Euro aus dem städtischen Haushalt einspringen.

Juristisches Gutachten

Der Antrag zielt auf die damalige Entscheidung des Landes Württemberg-Hohenzollern, die alte Zeppelin-Stiftung aufzuheben und ihr Vermögen der Stadt Friedrichshafen zuzuweisen. Gestützt auf ein Gutachten des Hohenheimer Juristen Ulrich Palm hält Brandenstein-Zeppelin diesen Akt für nichtig und verweist auf Unverhältnismäßigkeit, Verstoß gegen das Willkürverbot und formale Fehler. Zugleich beruft er sich auf den historischen Stifterwillen, der einen Aufsichtsrat mit dauerhafter Familienbeteiligung vorsah.​

In den Aufsichtsrat wollen Albrecht von Brandenstein-Zeppelin und sein Sohn selbst einziehen. Zudem soll Luftfahrtunternehmer Conrado Dornier Mitglied werden, ein Enkel des Luftfahrtpioniers Claude Dornier, der ab 1910 zunächst für Graf Zeppelin arbeitete und später mit den Dornier-Werken bedeutende zivile und militärische Flugzeuge entwickelte. Brandenstein-Zeppelin verknüpft seinen Vorstoß mit den Plänen für ein Europäisches Kooperationszentrum Luftfahrtforschung in Friedrichshafen. Dieses soll mit Mitteln der Zeppelin-Stiftung nachhaltige Luftfahrttechnologien voranbringen und den Bodenseestandort erneut zu einem Zentrum der Luftfahrtinnovation machen.

Ende offen

Das aktuelle Vorhaben Brandenstein-Zeppelins folgt auf eine ganze Serie gescheiterter Verfahren der Zeppelin-Nachfahren gegen die Stadt. In denen bestätigten Verwaltungsgerichte und Zivilgerichte zuletzt immer wieder die Position Friedrichshafens und verneinten die Klagebefugnis der Familie. Wie das Regierungspräsidium Tübingen über den Antrag entscheidet, ist offen. Brandenstein-Zeppelin ist nach eigenen Angaben jedoch bereit, den Fall bis vor das Bundesverfassungsgericht zu tragen.

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Neuer Zins, alte Stärke? https://www.die-stiftung.de/news/anleihen/neuer-zins-alte-staerke-161079/ Wed, 11 Mar 2026 12:35:06 +0000 https://www.die-stiftung.de/?p=161079 Nach dem Zinsschock von 2022, ausgelöst unter anderem durch die Europäische Zentralbank, blühte der Anleihenmarkt wieder auf. Foto: helmutvogler - stock.adobe.com

Seit der Zinswende bringen Anleihen wieder regelmäßige Erträge, zugleich ist die Inflation höher. Worauf sollten Stiftungen bei der Geldanlage in Anleihen heute also achten?

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Nach dem Zinsschock von 2022, ausgelöst unter anderem durch die Europäische Zentralbank, blühte der Anleihenmarkt wieder auf. Foto: helmutvogler - stock.adobe.com

Seit der Zinswende bringen Anleihen wieder regelmäßige Erträge, zugleich ist die Inflation höher. Worauf sollten Stiftungen bei der Geldanlage in Anleihen heute also achten?

Anleihen waren über Jahrzehnte das Rückgrat vieler deutscher Stiftungsportfolios. In Zeiten solider Kupons, der regelmäßigen Zinszahlungen der Schuldner, konnten Organisationen mit ihnen ihre Ausschüttungsziele erreichen, ohne größere Risiken eingehen zu müssen, so Stephan Kuhnke, CEO des Assetmanagers Bantleon. In der langen Niedrigzinsphase ab 2014 – mit Negativrenditen bei Bundesanleihen und nur knapp positiven Erträgen bei Unternehmensanleihen – verloren sie diese Rolle weitgehend. Auslaufende Anleihen einfach zu ersetzen, wurde angesichts niedriger oder fehlender Ausschüttungen unattraktiv. Mit der Zinswende seit 2022 wurden wieder positive Renditen möglich. Bei Staatsanleihen hoher Bonität im Euroraum liegen sie derzeit um etwa drei Prozent. In Kernländern wie Deutschland etwas darunter, in Ländern mit höherem Risikoaufschlag wie Italien etwas darüber. Bei Unternehmensanleihen guter Bonität liegen die Renditen je nach Rating typischerweise zwischen vier und knapp fünf Prozent. Bei Nachranganleihen entsprechend höher. Zugleich stieg zwar auch die Inflation, doch Anleihen konnten immerhin wieder verlässliche laufende Erträge liefern.

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