Tim Goldau, Autor bei DIE STIFTUNG https://www.die-stiftung.de/ueber-uns/redaktion/tim-goldau/ Magazin für Stiftungswesen und Philanthropie Fri, 19 Jun 2026 15:17:08 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0 Zwischen Erhalt und Verlust https://www.die-stiftung.de/news/zugehoert/zwischen-erhalt-und-verlust-161874/ Fri, 19 Jun 2026 14:24:13 +0000 https://www.die-stiftung.de/?p=161874 Gefördert durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz: Die Instandsetzung der Holzbrücke in Forbach und die Sanierung der Mauer von Burg Freienstein. Fotos: Stefan Zachmann/Deutsche Stiftung Denkmalschutz_Gütter

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz fördert historische Bausubstanz in ganz Deutschland. Vorstand Steffen Skudelny spricht über die Vielfalt der Denkmale, die Aufgaben der Stiftung und das „Schwarzbuch der Denkmalpflege“.

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Gefördert durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz: Die Instandsetzung der Holzbrücke in Forbach und die Sanierung der Mauer von Burg Freienstein. Fotos: Stefan Zachmann/Deutsche Stiftung Denkmalschutz_Gütter

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz fördert historische Bausubstanz in ganz Deutschland. Vorstand Steffen Skudelny spricht über die Vielfalt der Denkmale, die Aufgaben der Stiftung und das „Schwarzbuch der Denkmalpflege“.

Denkmalschutz erschöpft sich nicht im Erhalt von Kirchen, Schlössern oder Rathäusern. „Heute haben wir oft zum Beispiel technische Denkmale, die über Produktionsgeschichte oder Frühindustrialisierung berichten“, sagte Steffen Skudelny, Vorstand der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, im Podcast „Stiftophon – zugehört“. Hinzu kämen Denkmale, die über Lebensverhältnisse und Arbeitsverhältnisse von Menschen berichten, ebenso wie Zeugnisse der Verkehrsgeschichte.

Die Stiftung versteht ihre Aufgabe dabei nicht als Förderung einiger weniger Prestigeobjekte. „Wir sehen uns nicht so sehr als eine Leuchtturmstiftung, die immer nur in Zentren und an den touristischen Hotspots tätig ist“, sagte Skudelny. Vielmehr wolle man Denkmale überall da, wo wir uns im Lande befinden, fördern. Gerade in Gegenden, die man sonst vergisst, gebe es oft wundervolle Denkmalbestände.

Skudelny zeichnete ein zwiespältiges Bild der Lage des Denkmalschutzes in Deutschland. Einerseits sei das Interesse an historischen Bauten nach wie vor bei den Menschen sehr groß. Als Beispiel verwies er auf den Tag des offenen Denkmals, bei dem sowohl die Zahl der teilnehmenden Objekte als auch die Besucherzahlen stiegen. Andererseits nehme die politische Unterstützung nach seiner Wahrnehmung ab. Die Denkmalpflege werde mitunter zum Prügelknaben, wenn es um (scheinbare) Entbürokratisierung gehe.

Gegenentwurf zu kurzlebigen Konsummustern

Gerade diese Kritik verbindet Skudelny mit einem grundsätzlichen Plädoyer für den Erhalt historischer Substanz. Denkmale stünden für ein Prinzip, das heute wieder an Bedeutung gewinne: „Pflege und Wartung vor dem Prinzip Wegwerfen und neu herstellen.“ Historische Gebäude, die über Jahrhunderte instandgehalten und weitergenutzt worden seien, bildeten damit aus seiner Sicht auch einen Gegenentwurf zu kurzlebigen Bau- und Konsummustern.

Geprägt wurde die 1985 gegründete Stiftung, so schilderte es Skudelny, vor allem durch die Jahre nach der Wiedervereinigung. „Damals hat sich eine riesige Solidaritätsbewegung entwickelt, weil in den östlichen Bundesländern viele gefährdete Denkmale auf Unterstützung angewiesen gewesen waren.“ Diese Erfahrung liege stark in der DNA der Stiftung.

Steffen Skudelny ist Vorstand der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Foto: Bettina Koch

Die besondere Dynamik der Nachwendejahre ist nach Skudelnys Einschätzung inzwischen abgeflaut, nicht zuletzt durch den Generationswechsel. Neue Impulse für den Denkmalschutz sieht er vor allem im Nachhaltigkeitsgedanken: Bewahrenswerte Substanz weiter zu nutzen, gewinne an Bedeutung. Zugleich hofft er auf neue Aufmerksamkeit für den ländlichen Raum, auch durch mobile Arbeitsformen.

Neben der Förderung einzelner Objekte setzt die Stiftung stark auf Vermittlung. Skudelny sprach von einer 360-Grad-Denkmal-Bewusstseinsbildung. Dahinter steht die Überzeugung: „Wenn man über einen Gegenstand viel weiß, dann beginnt man, eine Beziehung mit diesem Gegenstand aufzubauen.“ Wissen solle deshalb Wertschätzung erzeugen – von der Schule bis in die Fachwelt hinein.

Zu diesem Ansatz gehören verschiedene Programme. So etwa das Schulprogramm „Denkmal aktiv“, mit dem Kinder und Jugendliche an Kultur und Denkmalschutz herangeführt werden. Hinzu kämen etwa die Denkmalakademie mit Fortbildungsangeboten zu aktuellen Fragen rund um Sanierung und Bestandserhalt sowie Jugendbauhütten. Diese knüpfen an den historischen Gedanken der Bauhütten an, also an Orte gemeinschaftlicher Arbeit an großen Bauvorhaben. Im heutigen Format gehe es darum, dass junge Menschen in einem freiwilligen sozialen Jahr konkrete Projekte gemeinsam voranbringen. Daraus könne eine besondere Bindung entstehen. Bei Jubiläen kämen ehemalige Teilnehmende wieder und sagten dann: „Diese Steine habe ich gemacht“ oder „diesen Putz habe ich gemacht“. Daran erkenne man, wie stark die Bindung sei und wie groß der Respekt vor historischer Bausubstanz werde.

Verluste sichtbar machen

Ein relativ neues Instrument der Stiftung, um auf das Thema Denkmalschutz aufmerksam zu machen, ist das „Schwarzbuch der Denkmalpflege“. Hintergrund sei die Beobachtung gewesen, dass viele Menschen annähmen, Denkmalschutzgesetze verhinderten bereits hinreichend, dass Schäden an Denkmalen entstünden. „Die erste erstaunliche Feststellung ist, bundesweit wird gar nichts erfasst“, sagte Skudelny. Mit dem Schwarzbuch wolle die Stiftung deshalb Verlustmuster sichtbar machen, problematische Fälle dokumentieren und zugleich positive Gegenbeispiele aufzeigen. Es solle Mahnung, aber auch Lösungsweg zugleich sein.

Als prägnantes Beispiel nannte Skudelny das Generalshotel in Berlin-Schönefeld. Das nach dem Zweiten Weltkrieg errichtete Gebäude sei ein völlig intaktes Empfangs- und Aufenthaltsgebäude gewesen, ein künstlerisches, wertvolles Baudenkmal, das trotz aller Warnungen abgerissen worden sei. Gerade solche Fälle zeigten aus seiner Sicht, wie real die Gefahr des Verlusts sei – und dass Denkmalschutzgesetze allein diesen Verlust nicht automatisch verhinderten.

Lesen Sie hier:

Stiftungen haben eine mal längere, mal kürzere Vorgeschichte – mindestens die des Stifters selbst, die eines Unternehmens oder auch die einer ganzen Familie. Wie nähern sich Historiker bei der Aufarbeitung den Organisationen an? Auf welche Besonderheiten stoßen sie? Und wie fallen die Reaktionen aus?

Finanziert wird die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, deren Eigenkapital laut Bundesverband Deutscher Stiftungen rund 250 Millionen Euro beziffert, nach Skudelnys Darstellung vor allem privat. „Wir werden nicht institutionell von der öffentlichen Hand gefördert“, sagte er. „Wir leben weitgehend von Spenden und Erträgen aus Zuwendungen in den Vermögensstock.“ Hinzu komme ein Anteil an den Überschüssen der Lotterie Glücksspirale. Dass die Einnahmen in den vergangenen Jahren gestiegen seien, wertet er als Zeichen dafür, dass viele Bürger die Gefährdung historischer Bausubstanz wahrnähmen und unterstützen wollten.

Eine wichtige Rolle spielten auch die Treuhandstiftungen unter dem Dach der Stiftung. Sie ermöglichten es Stiftern, ihr Vermögen mit einer klaren Zweckbindung einzubringen. Gerade für die dauerhafte Pflege instand gesetzter Objekte sei das ein geeignetes Instrument. Skudelny nannte etwa den Erhalt kleiner Dorfkirchen oder die kontinuierliche Finanzierung von Reparaturen an Fenstern, Türen, Toren oder Reetdächern.

Organisatorisch habe sich die Stiftung deutlich weiterentwickelt. Skudelny verwies auf Satzungsänderungen, mit denen aus einer früher ehrenamtlich geprägten Leitungsstruktur ein Modell mit hauptamtlichem Vorstand und Aufsichtsgremium geworden sei. Das sei Ausdruck gewachsener Anforderungen. Die Stiftung sei in ihrer Anfangszeit eine kleine Initiative mit ganz viel Herz und Bauchgefühl gewesen. Heute müsse sie wegen ihrer Größe und der rechtlichen, kaufmännischen und technischen Anforderungen sehr professionalisiert arbeiten.

Der Erklärungsaufwand steigt

Zu den größten Herausforderungen zählt Skudelny die Vielzahl neuer Regeln und technischer Anforderungen. Europäische Vorgaben, Datenschutz oder die Sicherung sensibler Daten gegen Angriffe von außen bedeuteten erhebliche Kraftanstrengungen. Hinzu komme ein veränderter gesellschaftlicher Kontext. „Der Erklärungsaufwand und der Überzeugungsaufwand steigt“, sagte er. Trotz großer Unterstützung in Teilen der Bevölkerung müssten historische und kulturelle Werte stärker vermittelt werden als früher.

Gleichzeitig sieht er in technischen Entwicklungen auch Chancen für die Denkmalpflege. Neue Verfahren hätten die Untersuchung historischer Substanz stark verändert. „Da haben sich die Erkenntnisse durch Technologie enorm erweitert“, so Skudelny. So könnten etwa Schäden genauer analysiert oder schwer zugängliche Bereiche mit minimalinvasiven Methoden untersucht werden, wo früher größere Eingriffe nötig gewesen seien.

Bei der Frage nach besonders einprägsamen Förderprojekten verweist Skudelny nicht zuerst auf große, bekannte Objekte. „Mich beeindrucken besonders die ganz normalen kleinen Denkmale – ein kleines Bürgerhaus, ein Backhaus, eine Kreuzwegstation, vielleicht auch ein historischer Webstuhl“. Gerade diese Relikte des Alltags, so sein Eindruck, erzählten von Menschen, die keine herausgehobene Position hatten und trotzdem etwas Wundervolles hinterlassen hätten.

Für die Zukunft formulierte Skudelny schließlich ein grundsätzliches Plädoyer für das Bauen im Bestand. Er wünsche sich ein klares Bekenntnis dazu und einen intelligenteren Umgang mit vorhandener Substanz. Die Zukunft liege aus seiner Sicht nicht darin, alles bequem, quadratisch, praktisch und immer gleich zu machen, sondern in der Originalität und Fantasie, Vorhandenes weiter zu nutzen und an heutige Bedürfnisse anzupassen.

Dieser Text basiert auf einer Folge unseres Podcasts „Stiftophon – zugehört“ vom 12. März 2026. Wenn Sie mehr über das Thema erfahren möchten, gelangen Sie hier zur Folge.

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Umbau nach Kontroverse https://www.die-stiftung.de/news/zivilgesellschaft/demokratie-leben-umbau-nach-kontroverse-161400/ Mon, 20 Apr 2026 08:42:32 +0000 https://www.die-stiftung.de/?p=161400 Einrichtungen wie die Freiwillige Feuerwehr sollen künftig mehr Geld aus dem Programm erhalten. Foto: MAK – stock.adobe.com

Das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ steht vor einem tiefgreifenden Umbau: Rund 200 bisher geförderte Vorhaben sollen auslaufen, Mittel stärker in kommunale Regelstrukturen fließen. Der Kurswechsel stößt auf gemischte Reaktionen

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Einrichtungen wie die Freiwillige Feuerwehr sollen künftig mehr Geld aus dem Programm erhalten. Foto: MAK – stock.adobe.com

Das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ steht vor einem tiefgreifenden Umbau: Rund 200 bisher geförderte Vorhaben sollen auslaufen, Mittel stärker in kommunale Regelstrukturen fließen. Der Kurswechsel stößt auf gemischte Reaktionen

Das mit knapp 190 Millionen Euro jährlich ausgestattete Bundesprogramm „Demokratie leben!“ soll in der laufenden Förderperiode tiefgreifend umgebaut werden. Rund 200 Projekte werden ihre Bundesförderung verlieren. Zentrale bundesweite Strukturen drohen wegzubrechen, während Mittel stärker auf Regelstrukturen und Online-Radikalisierungsprävention verlagert werden. Zugleich bündelt sich darin eine seit Jahren schwelende Debatte über ideologische Ausrichtung, Steuerung und Reichweite staatlicher Demokratieförderung.

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Abkehr mit Folgen https://www.die-stiftung.de/news/zivilgesellschaft/ein-riss-mit-folgen-161099/ Thu, 09 Apr 2026 08:17:08 +0000 https://www.die-stiftung.de/?p=161099 Lady Liberty unter Druck: Die Freiheitsstatue begrüßt seit 1886 Ankömmlinge im Hafen von New York. Foto: konstantant – stock.adobe.com (3x)

Seit Beginn der zweiten Amtszeit von Donald Trump Anfang 2025 sehen viele Beobachter eine spürbare Abkühlung der transatlantischen Beziehungen. Davon betroffen sind nicht nur Politik und Unternehmen, sondern auch Stiftungen und NGOs, die transatlantische Programme anbieten. Welche Auswirkungen hat das auf ihre Arbeit?

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Lady Liberty unter Druck: Die Freiheitsstatue begrüßt seit 1886 Ankömmlinge im Hafen von New York. Foto: konstantant – stock.adobe.com (3x)

Seit Beginn der zweiten Amtszeit von Donald Trump Anfang 2025 sehen viele Beobachter eine spürbare Abkühlung der transatlantischen Beziehungen. Davon betroffen sind nicht nur Politik und Unternehmen, sondern auch Stiftungen und NGOs, die transatlantische Programme anbieten. Welche Auswirkungen hat das auf ihre Arbeit?

Radikale Zollpolitik, der Streit um Grönlands Zugehörigkeit zu Dänemark und rhetorische Angriffe auf die westlichen Verbündeten sind nur einige Symptome der angespannten Lage zwischen Europa und den USA. Auch der Non-Profit-Sektor beobachtet die Entwicklung. In Deutschland arbeiten zahlreiche Stiftungen und gemeinnützige Organisationen in transatlantischen Programmen.

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Spendenjahr 2025 verzeichnet merklichen Einbruch https://www.die-stiftung.de/news/nutzerkonto/spendenjahr-2025-verzeichnet-merklichen-einbruch-161232/ Wed, 01 Apr 2026 14:23:07 +0000 https://www.die-stiftung.de/?p=161232 Die Spenden für Katastrophenhilfe verzeichnen einen Rückgang – etwa im Vergleich zur Ahrtal-Flut 2021. Foto: Christian - stock.adobe.com

Die Bilanz des Helfens 2025 zeigt einen deutlich rückläufigen Spendenmarkt. Es wird weniger gespendet, doch die einzelnen Beträge fallen höher aus als im Vorjahr. In den neuen Bundesländern sinkt das Spendenvolumen weiter.

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Die Spenden für Katastrophenhilfe verzeichnen einen Rückgang – etwa im Vergleich zur Ahrtal-Flut 2021. Foto: Christian - stock.adobe.com

Die Bilanz des Helfens 2025 zeigt einen deutlich rückläufigen Spendenmarkt. Es wird weniger gespendet, doch die einzelnen Beträge fallen höher aus als im Vorjahr. In den neuen Bundesländern sinkt das Spendenvolumen weiter.

Die Spendeneinnahmen in Deutschland sind 2025 spürbar zurückgegangen. Das gesamte Spendenvolumen von Privatpersonen – erfasst werden alle Geldspenden bis 2.500 Euro pro Jahr, ohne Großspenden und ohne Nachlassspenden – belief sich auf 4,6 Milliarden Euro. Dies ist ein Minus von neun Prozent oder 500 Millionen Euro gegenüber 2024. Gleichzeitig bleiben die Spender großzügig. Die durchschnittliche Spende lag bei 46 Euro und damit drei Euro über dem Vorjahr. Die durchschnittliche Spendenhäufigkeit hingegen lag bei sechsmal im Jahr statt siebenmal. Dies geht aus der aktuellen Bilanz des Spendens hervor, die YouGov im Auftrag des Deutschen Spendenrats erstellt hat.

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Neuer Vorstoß im Streit um Zeppelin-Stiftung https://www.die-stiftung.de/news/stiftungsszene/neuer-vorstoss-im-streit-um-zeppelin-stiftung-161185/ Mon, 23 Mar 2026 12:59:44 +0000 https://www.die-stiftung.de/?p=161185 Die Zeppelin-Stiftung kommt nicht zur Ruhe. Zu sehen ist die Statue von Graf Zeppelin vor dem Graf-Zeppelin-Haus in Friedrichshafen. Foto: Davidmoerike/Wikimedia

Der Urenkel von Graf Zeppelin beantragt die Einsetzung eines Aufsichtsrats für die Zeppelin-Stiftung. Das Vorhaben folgt einer Reihe von Auseinandersetzungen.

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Die Zeppelin-Stiftung kommt nicht zur Ruhe. Zu sehen ist die Statue von Graf Zeppelin vor dem Graf-Zeppelin-Haus in Friedrichshafen. Foto: Davidmoerike/Wikimedia

Der Urenkel von Graf Zeppelin beantragt die Einsetzung eines Aufsichtsrats für die Zeppelin-Stiftung. Das Vorhaben folgt einer Reihe von Auseinandersetzungen.

Der jahrzehntelange Streit um die Zeppelin-Stiftung geht in eine neue Runde. Albrecht von Brandenstein-Zeppelin, Urenkel von Ferdinand Graf Zeppelin, hat gemeinsam mit seinem ältesten Sohn beim Regierungspräsidium Tübingen die Einsetzung eines Aufsichtsrats beantragt. Nach Angaben der Schwäbischen Zeitung will er damit erreichen, dass erstmals die Rechtmäßigkeit der Aufhebung der ursprünglichen Zeppelin-Stiftung im Jahr 1947 gerichtlich überprüft wird.​

Der Vorstoß kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Zeppelin-Stiftung, die von der Stadt Friedrichshafen getragen wird, finanziell unter Druck steht. Ihre wichtigste Einnahmequelle, die Dividenden des Autozulieferers ZF Friedrichshafen, bleibt aufgrund der Entschuldung des Konzerns auf absehbare Zeit aus. Nach Prognosen der Stadt könnten die Rücklagen der Stiftung bis 2028 aufgebraucht sein. Friedrichshafen müsste dann voraussichtlich mit rund 40 Millionen Euro aus dem städtischen Haushalt einspringen.

Juristisches Gutachten

Der Antrag zielt auf die damalige Entscheidung des Landes Württemberg-Hohenzollern, die alte Zeppelin-Stiftung aufzuheben und ihr Vermögen der Stadt Friedrichshafen zuzuweisen. Gestützt auf ein Gutachten des Hohenheimer Juristen Ulrich Palm hält Brandenstein-Zeppelin diesen Akt für nichtig und verweist auf Unverhältnismäßigkeit, Verstoß gegen das Willkürverbot und formale Fehler. Zugleich beruft er sich auf den historischen Stifterwillen, der einen Aufsichtsrat mit dauerhafter Familienbeteiligung vorsah.​

In den Aufsichtsrat wollen Albrecht von Brandenstein-Zeppelin und sein Sohn selbst einziehen. Zudem soll Luftfahrtunternehmer Conrado Dornier Mitglied werden, ein Enkel des Luftfahrtpioniers Claude Dornier, der ab 1910 zunächst für Graf Zeppelin arbeitete und später mit den Dornier-Werken bedeutende zivile und militärische Flugzeuge entwickelte. Brandenstein-Zeppelin verknüpft seinen Vorstoß mit den Plänen für ein Europäisches Kooperationszentrum Luftfahrtforschung in Friedrichshafen. Dieses soll mit Mitteln der Zeppelin-Stiftung nachhaltige Luftfahrttechnologien voranbringen und den Bodenseestandort erneut zu einem Zentrum der Luftfahrtinnovation machen.

Ende offen

Das aktuelle Vorhaben Brandenstein-Zeppelins folgt auf eine ganze Serie gescheiterter Verfahren der Zeppelin-Nachfahren gegen die Stadt. In denen bestätigten Verwaltungsgerichte und Zivilgerichte zuletzt immer wieder die Position Friedrichshafens und verneinten die Klagebefugnis der Familie. Wie das Regierungspräsidium Tübingen über den Antrag entscheidet, ist offen. Brandenstein-Zeppelin ist nach eigenen Angaben jedoch bereit, den Fall bis vor das Bundesverfassungsgericht zu tragen.

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Neuer Zins, alte Stärke? https://www.die-stiftung.de/news/anleihen/neuer-zins-alte-staerke-161079/ Wed, 11 Mar 2026 12:35:06 +0000 https://www.die-stiftung.de/?p=161079 Nach dem Zinsschock von 2022, ausgelöst unter anderem durch die Europäische Zentralbank, blühte der Anleihenmarkt wieder auf. Foto: helmutvogler - stock.adobe.com

Seit der Zinswende bringen Anleihen wieder regelmäßige Erträge, zugleich ist die Inflation höher. Worauf sollten Stiftungen bei der Geldanlage in Anleihen heute also achten?

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Nach dem Zinsschock von 2022, ausgelöst unter anderem durch die Europäische Zentralbank, blühte der Anleihenmarkt wieder auf. Foto: helmutvogler - stock.adobe.com

Seit der Zinswende bringen Anleihen wieder regelmäßige Erträge, zugleich ist die Inflation höher. Worauf sollten Stiftungen bei der Geldanlage in Anleihen heute also achten?

Anleihen waren über Jahrzehnte das Rückgrat vieler deutscher Stiftungsportfolios. In Zeiten solider Kupons, der regelmäßigen Zinszahlungen der Schuldner, konnten Organisationen mit ihnen ihre Ausschüttungsziele erreichen, ohne größere Risiken eingehen zu müssen, so Stephan Kuhnke, CEO des Assetmanagers Bantleon. In der langen Niedrigzinsphase ab 2014 – mit Negativrenditen bei Bundesanleihen und nur knapp positiven Erträgen bei Unternehmensanleihen – verloren sie diese Rolle weitgehend. Auslaufende Anleihen einfach zu ersetzen, wurde angesichts niedriger oder fehlender Ausschüttungen unattraktiv. Mit der Zinswende seit 2022 wurden wieder positive Renditen möglich. Bei Staatsanleihen hoher Bonität im Euroraum liegen sie derzeit um etwa drei Prozent. In Kernländern wie Deutschland etwas darunter, in Ländern mit höherem Risikoaufschlag wie Italien etwas darüber. Bei Unternehmensanleihen guter Bonität liegen die Renditen je nach Rating typischerweise zwischen vier und knapp fünf Prozent. Bei Nachranganleihen entsprechend höher. Zugleich stieg zwar auch die Inflation, doch Anleihen konnten immerhin wieder verlässliche laufende Erträge liefern.

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Wenn der Name verblasst https://www.die-stiftung.de/news/stiftungsszene/wenn-der-name-verblasst-161029/ Thu, 05 Mar 2026 12:39:04 +0000 https://www.die-stiftung.de/?p=161029 Im Nebel der Zeit: Stifter, die heute noch allgemein bekannt sind, können eine Generation später fast vergessen sein. Foto: sirawut - stock.adobe.com

Stiftungen, die prominente Namen tragen, gibt es zuhauf. Häufig profitieren sie in ihrer Arbeit davon. Doch was passiert, wenn der berühmte Namensgeber verstirbt und der Name verblasst? Wie stellen Stiftungen sich darauf ein?

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Im Nebel der Zeit: Stifter, die heute noch allgemein bekannt sind, können eine Generation später fast vergessen sein. Foto: sirawut - stock.adobe.com

Stiftungen, die prominente Namen tragen, gibt es zuhauf. Häufig profitieren sie in ihrer Arbeit davon. Doch was passiert, wenn der berühmte Namensgeber verstirbt und der Name verblasst? Wie stellen Stiftungen sich darauf ein?

Was verbindet Sir Peter Ustinov, Götz George und Max Schmeling? Alle drei waren berühmt, alle drei sind verstorben, und alle gründeten zu Lebzeiten eine Stiftung. Viele kennen ihre Namen bis heute. Doch mit der Zeit dürften mit diesen und anderen bekannten Namen immer weniger Menschen etwas anzufangen wissen.

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Stiften im Kleinformat https://www.die-stiftung.de/news/stiftungsfonds/stiften-im-kleinformat-160997/ Wed, 25 Feb 2026 13:04:09 +0000 https://www.die-stiftung.de/?p=160997 Ein Stiftungsfonds ermöglicht es, schon mit kleinen Beiträgen etwas zu bewirken – und im Laufe der Zeit weiter zu wachsen. Foto: by-stories - stock.adobe.com

Um Stifter zu werden, braucht es nicht zwingend eine eigene Stiftung. Wer weniger Kapital einsetzen möchte, kann einen Stiftungsfonds wählen. Für wen eignet sich das Vehikel? Was kann es leisten? Und was nicht?

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Ein Stiftungsfonds ermöglicht es, schon mit kleinen Beiträgen etwas zu bewirken – und im Laufe der Zeit weiter zu wachsen. Foto: by-stories - stock.adobe.com

Um Stifter zu werden, braucht es nicht zwingend eine eigene Stiftung. Wer weniger Kapital einsetzen möchte, kann einen Stiftungsfonds wählen. Für wen eignet sich das Vehikel? Was kann es leisten? Und was nicht?

Der Begriff Stiftungsfonds kann leicht zu Verwechslungen führen, kann er sich doch auf zwei grundverschiedene Dinge beziehen: Er steht zum einen für eine spezielle Kapitalanlage für Stiftungen – Fondsprodukte, die speziell für Stiftungen aufgelegt werden, also Kapitalanlagen, die stabile Erträge liefern und bestimmte Stiftungsregeln, etwa zum Kapitalerhalt, berücksichtigen sollen. Zum anderen – darum geht es hier – für eine Zustiftung in eine bestehende Stiftung. Ein Stiftungsfonds ist kein eigenes Steuersubjekt, sondern Teil des Vermögens der Dachstiftung.

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Förderprogramm unter Beschuss https://www.die-stiftung.de/news/demokratiefoerderung/foerderprogramm-unter-beschuss-160965/ Thu, 19 Feb 2026 14:43:03 +0000 https://www.die-stiftung.de/?p=160965 Gemeinschaft, Religion, Sport oder Kultur: Die geförderten Organisationen decken eine große Bandbreite an Betätigungsfeldern ab. Fotos: Farknot Architect/Tatiana/Real Sports Photos - stock.adobe.com

Über das staatliche Programm „Demokratie leben!“ fließen Mittel an zahlreiche Nichtregierungsorganisationen, aus Teilen der Politik wird es kritisiert. Die CSU fordert einen kompletten Neustart.

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Gemeinschaft, Religion, Sport oder Kultur: Die geförderten Organisationen decken eine große Bandbreite an Betätigungsfeldern ab. Fotos: Farknot Architect/Tatiana/Real Sports Photos - stock.adobe.com

Über das staatliche Programm „Demokratie leben!“ fließen Mittel an zahlreiche Nichtregierungsorganisationen, aus Teilen der Politik wird es kritisiert. Die CSU fordert einen kompletten Neustart.

„Demokratie leben!“ ist ein Bundesprogramm des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Es fördert seit 2015 Projekte und Strukturen, die Demokratie stärken, gesellschaftliche Vielfalt gestalten und Extremismus vorbeugen sollen. Das Programm richtet sich vor allem an Kommunen sowie zivilgesellschaftliche Träger – von kleinen Vereinen über lokale Initiativen bis hin zu bundesweit tätigen Organisationen. Das Programm setzt bei Bildung, Beteiligung, Beratung und Vernetzung im gesellschaftlichen Raum an.

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Anker für brüchige Lebenswege https://www.die-stiftung.de/news/stiftungen-im-portraet/anker-fuer-bruechige-lebenswege-2-160795/ Fri, 30 Jan 2026 10:18:22 +0000 https://www.die-stiftung.de/?p=160795 Ob Alleinerziehende oder Kinder aus schwierigen Familienverhältnissen: Die Stiftung Waisenhaus möchte Schutz und Raum zur Entfaltung bieten.

Kindeswohlgefährdung gehört zum Alltag der Jugendämter. Die Stiftung Waisenhaus reagiert auf den steigenden Unterstützungsbedarf mit stationären und ambulanten Hilfen für Kinder, Jugendliche und Familien.

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Ob Alleinerziehende oder Kinder aus schwierigen Familienverhältnissen: Die Stiftung Waisenhaus möchte Schutz und Raum zur Entfaltung bieten.

Kindeswohlgefährdung gehört zum Alltag der Jugendämter. Die Stiftung Waisenhaus reagiert auf den steigenden Unterstützungsbedarf mit stationären und ambulanten Hilfen für Kinder, Jugendliche und Familien.

Kindeswohlgefährdung ist in Deutschland kein Randphänomen, sondern Alltag der Jugendämter – mit deutlich wachsender Dynamik. Laut der Kinder- und Jugendhilfestatistik des Statistischen Bundesamtes stellten 2024 die Jugendämter bei rund 72.800 Kindern und Jugendlichen eine akute oder latente Kindeswohlgefährdung fest. Die Zahl markiert einen neuen Höchststand und ein Plus von etwa 14 Prozent gegenüber 2023. Besonders häufig geht es um Vernachlässigung und psychische Gewalt, und ein Großteil dieser Kinder braucht laut Bundesamt längerfristige pädagogische und therapeutische Unterstützung, die das Regelsystem vielerorts kaum bereitstellen kann.

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