In knapp der Hälfte der EU-Länder werden die Löhne in diesem Jahr nach Abzug der Inflation zurückgehen – während Arbeitnehmer in Deutschland einen bescheidenen Zuwachs erleben dürften. Zu diesen Ergebnissen kommt der neue Europäische Tarifbericht des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts in der Hans-Böckler-Stiftung. Für das laufende Jahr erwartet die Europäische Kommission erneute Reallohnverluste in 12 Ländern, so der Bericht. Und das, obwohl die Inflation deutlich gesunken ist. Für einige Länder Südeuropas, wie zum Beispiel Griechenland und Zypern werden besonders drastische Lohnentwicklungen erwartet, mit Rückgängen zwischen 6,2% und 8,5%. Aber auch in den Niederlanden, Großbritannien oder Irland drohen den Beschäftigten erneut reale Lohnverluste. Im EU-Mittel ergibt sich ein Plus von 0,2%. Schon 2012 sank in 20 von 28 EU-Staaten das Reallohnniveau. Im Durchschnitt gingen die Löhne preisbereinigt um 0,7% zurück. Die deutschen Reallöhne entwickeln sich dagegen günstiger: Die EU-Kommission rechnet für 2013 mit einem Plus von 0,6%. Deutschland gehört damit zu den wenigen EU-Ländern, deren Beschäftigte im Durchschnitt seit 2010 inflationsbereinigt spürbare Lohnzuwächse verzeichnen. Allerdings war Deutschland der einzige EU-Staat, dessen Reallohnniveau zwischen 2001 und 2009 um insgesamt 6,2% sank.
Hans-Böckler-Stiftung veröffentlicht Tarifbericht zu europäischen Löhnen
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