Silja Pieh ist seit dem 1. Januar 2026 Co-Direktorin der Stiftung Klimaneutralität in Berlin und verantwortet den neu geschaffenen Bereich Industrietransformation. Zweiter Co-Direktor der Stiftung ist Thomas Losse-Müller, der das Amt bereits seit Mai 2024 bekleidet. Mit der Personalie holt die gemeinnützige GmbH eine Expertin für Unternehmensstrategie, Mobilität und industrielle Transformation aus der Automobilindustrie in die Spitze der Organisation.
Deutsch-europäische Industrie im Fokus
„Mit Silja Pieh gewinnen wir eine Kennerin und Treiberin der Transformation der deutschen Industrie zur Klimaneutralität“, sagte Bernhard Lorentz, Vorsitzender des Stiftungsbeirats, laut Pressemitteilung. Pieh betonte, sie freue sich auf die Zusammenarbeit mit dem Team und darauf, gemeinsam mit Akteuren aus Industrie, Politik und Wissenschaft an der Wettbewerbsfähigkeit der deutsch-europäischen Industrie zu arbeiten. „In den nächsten Jahren braucht es industriepolitische und unternehmerische Expertise, insbesondere für das Gelingen der Transformation“, so Pieh.
Die Diplom-Geographin und Betriebswirtin begann ihre berufliche Laufbahn 2001 bei Bosch und übernahm dort Führungspositionen in den Geschäftsbereichen Thermotechnik, Gasoline Systems und Security Systems. 2012 wechselte Pieh zu Audi, verantwortete Strategie- und Nachhaltigkeitsprojekte und entwickelte unter anderem ein konzernweites Konzept für automatisiertes und vernetztes Fahren im VW-Konzern. Mit der Gründung der Autonomous Intelligent Driving GmbH war Pieh als kaufmännische Geschäftsführerin und Head of Product tätig. Danach war sie bei Volkswagen Nutzfahrzeuge für die Leitung Strategie verantwortlich. Als Strategiechefin der Audi AG legte sie mit der Strategie „Vorsprung 2030“ die Grundlage für den Ausstieg des Unternehmens aus der Verbrennertechnologie.
Die Kürzungen im Bereich Entwicklungszusammenarbeit treffen auch deutsche Stiftungen und Non-Profit-Organisationen. Wie sie die Situation bewerten, welche Möglichkeiten sie sehen und welche Maßnahmen sie und andere Akteure ergreifen, war Thema beim Roundtable in Kooperation mit Engagement Global.
Die Stiftung Klimaneutralität nahm im Juli 2020 ihre Arbeit auf und versteht sich als unabhängige Denkfabrik, die Wege zur Klimaneutralität für Deutschland aufzeigt. Sie entwickelt in Kooperation mit anderen Thinktanks sektorübergreifende Strategien und will Entscheidungsträger informieren. Die Stiftung arbeitet laut Eigendarstellung unabhängig und wissenschaftsbasiert und richtet sich mit ihren Konzepten an Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Sie wird von der gemeinnützig orientierten, US-amerikanischen Climate Imperative Foundation unterstützt. Gründer der Stiftung Klimaneutralität ist der US-amerikanische Lobbyist Hal Harvey. Er hat in den USA, Asien und in Europa zahlreiche Stiftungen und Thinktanks gegründet. In Deutschland gründete er auch die Denkfabriken Agora Energiewende und Agora Verkehrswende.
