Die 60 größten Stiftungen in Deutschland haben im Jahr 2024 insgesamt 6,8 Milliarden Euro für ihre Satzungszwecke ausgegeben. Damit haben sie ihren finanziellen Beitrag zum Gemeinwohl deutlich gesteigert. Grundlage ist die aktualisierte „Liste der größten Stiftungen“ des Bundesverbands Deutscher Stiftungen. Der Bundesverband unterscheidet in der Liste die Kennwerte Eigenkapital, Nettovermögen, Zweck- sowie Gesamtausgaben. Erfasst sind sowohl rechtsfähige Stiftungen privaten Rechts als auch Stiftungen öffentlichen Rechts.
Im Vorjahr hatte der Bundesverband für das Berichtsjahr 2023 insgesamt fünf Milliarden Euro Zweckausgaben der 60 größten Stiftungen ausgewiesen. Im Vergleich dazu bedeutet die aktuelle Summe von 6,8 Milliarden Euro für 2024 einen deutlichen Anstieg der Ausschüttungen. Der Bundesverband hebt damit die wachsende finanzielle Gestaltungskraft der großen Stiftungen hervor. Er verweist aber zugleich darauf, dass die Liste nur jene Einrichtungen abbildet, die ihre Kennzahlen freiwillig offenlegen. Die Auswertung beruht auf freiwillig gemeldeten Finanzkennzahlen von 60 besonders finanzstarken privaten und öffentlichen Stiftungen, sodass die tatsächliche Fördersumme des gesamten Stiftungssektors darüber hinausgeht.
KENFO führt bei den Öffentlichen
Bei den Stiftungen öffentlichen Rechts führt der Fonds zur Finanzierung der kerntechnischen Entsorgung (KENFO) die Liste mit Zweckausgaben von 804,9 Millionen Euro im Jahr 2024 an. Auf Platz zwei folgt die Stiftung Preußischer Kulturbesitz mit 408,5 Millionen Euro, die Museen, Bibliotheken und Archive von nationaler und internationaler Bedeutung betreibt und so kulturelles Erbe zugänglich macht.
Unter den Stiftungen privaten Rechts liegt die RAG-Stiftung mit 996,8 Millionen Euro Zweckausgaben an erster Stelle. Sie sichert vor allem die langfristige Finanzierung von Umwelt- und Sicherheitsverpflichtungen aus dem früheren Steinkohlenbergbau und trägt damit die sogenannten Ewigkeitslasten des Bergbaus dauerhaft. Dahinter rangiert die Volkswagen-Stiftung, die im Jahr 2024 insgesamt 706,9 Millionen Euro für die Förderung von Wissenschaft und Technik in Forschung und Lehre eingesetzt hat.
Daten können Vertrauen stärken
„Die gelisteten Stiftungen machen mit ihren freiwilligen Angaben sichtbar, welche Gestaltungskraft im deutschen Stiftungssektor steckt. Mit ihrer Transparenz gehen sie als gute Beispiele voran“, wird Generalsekretärin Friederike von Bünau in einer Mitteilung des Bundesverbands zitiert. Zugleich verweist sie darauf, dass die veröffentlichten Daten in der aktuellen gesellschaftspolitischen Debatte zur Rolle zivilgesellschaftlicher Organisationen einen Beitrag leisten, der das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Arbeit von Stiftungen stärken kann.
Der Bundesverband Deutscher Stiftungen vertritt die Interessen der deutschen Stiftungen gegenüber Politik und Gesellschaft. Mit mehr als 4.500 Mitgliedern ist er der größte und älteste Stiftungsverband in Europa. Über Stiftungsverwaltungen sind ihm rund 9.800 Stiftungen mitgliedschaftlich verbunden.
