Helga Maria Schmid und Jens Stoltenberg sind einstimmig zum künftigen Vorstand der Münchner Sicherheitskonferenz gGmbH gewählt worden. Beide werden die Konferenz ehrenamtlich und gleichberechtigt als Co-Vorsitzende führen. Sie übernehmen laut MSC die Aufgaben „rechtzeitig“ vor der 63. Münchner Sicherheitskonferenz im Februar 2027 und richten diese dann aus.
Finanzminister und Botschafterin
Stoltenberg ist derzeit Finanzminister Norwegens. Zuvor war er unter anderem Nato-Generalsekretär, norwegischer Ministerpräsident und UN-Sondergesandter für den Klimawandel. Schmid ist Diplomatin und derzeit Botschafterin für Globale Angelegenheiten. Sie war Generalsekretärin der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) sowie des Europäischen Auswärtigen Dienstes. Außerdem ist sie Präsidentin des Direktoriums des European Institute of Peace und stellvertretende Präsidentin des MSC-Stiftungsrats. Helga Schmid wurde einer breiteren Öffentlichkeit als ursprüngliche deutsche Kandidatin für den Vorsitz der UN-Generalversammlung bekannt. Den Posten erhielt die frühere Außenministerin Annalena Baerbock.
„Mit Jens Stoltenberg und Helga Maria Schmid übernehmen zwei der erfahrensten Diplomaten der Welt die Führung der Münchner Sicherheitskonferenz“, wird Nikolaus von Bomhard, Präsident des Stiftungsrats, in einer Mitteilung der MSC zitiert. Auf der internationalen Tagung beraten Politiker, Militärs, Wirtschaftsvertreter, Vertreter von Nichtregierungsorganisationen und Fachleute informell über sicherheitspolitische Fragen. Im Mittelpunkt stehen aktuelle Themen der Außen-, Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Die Konferenz geht auf die 1963 gegründete Internationale Wehrkunde-Begegnung zurück, die Ewald-Heinrich von Kleist initiierte, ein Widerstandskämpfer des 20. Juli 1944 aus dem Umfeld des Stauffenberg-Kreises.
Stiftung und gGmbH
Die Struktur der Müchner Sicherheitskonferenz beruht auf der Verbindung von gGmbH und Stiftung. Unter Wolfgang Ischinger wurde die MSC 2011 in eine gemeinnützige GmbH überführt. 2018 gründete er zusätzlich die Stiftung Münchner Sicherheitskonferenz bürgerlichen Rechts, um die politische und finanzielle Unabhängigkeit langfristig zu sichern. Schmid und Stoltenberg werden vom Rat der Stiftung in den Vorstand der gGmbH berufen. Die Stiftung wiederum leitet als Vorstandsvorsitzender Benedikt Franke, der gleichzeitig stellvertretender Vorsitzender der gGmbH ist.
Das Stiftungsvermögen entstand vor allem dadurch, dass Ischinger seine Anteile an der MSC-gGmbH in die Stiftung einbrachte. Später kamen Zustiftungen unter anderem des Bundes, des Freistaats Bayern, der Robert-Bosch-Stiftung und der EnBW hinzu. Den vierköpfigen Vorstand der Stiftung leitet Benedikt Franke. Daneben gibt es einen elfköpfigen Stiftungsrat unter Vorsitz von Nikolaus von Bomhard. Weitere Stiftungsgremien sind nach Angaben der Stiftung das Advisory Council sowie ein Board of Trustees.
Staatliche Mittel in Millionenhöhe
Die Münchner Sicherheitskonferenz wird jedes Jahr von zahlreichen Partnern und Sponsoren unterstützt. Zu den staatlichen Unterstützern zählt etwa das Auswärtige Amt. Hinzu kommen akademische Partner wie die Universität der Bundeswehr München, institutionelle Partner wie die Körber-Stiftung und die Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik sowie Partner aus der Wirtschaft. Im Geschäftsjahr 2024/25 erzielte die MSC aus Unterstützerbeiträgen rund 30 Millionen Euro. Zusätzlich erhielt sie staatliche Mittel von knapp zwei Millionen Euro, etwa zur Hälfte vom Bundesministerium der Verteidigung.
