ECF beruft Jochen Flasbarth zum Geschäftsführer

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Anfang 2027 übernimmt Jochen Flasbarth die Führung der European Climate Foundation (ECF). Der Aufsichtsrat der Stiftung hat den deutschen Staatssekretär laut Pressemitteilung der Stiftung zum künftigen Chief Executive Officer ernannt. Vorbehaltlich der noch laufenden Regelungen für seinen Wechsel aus dem Staatsdienst soll Flasbarth sein Amt am 1. Februar 2027 antreten. Er folgt auf Laurence Tubiana, die seit 2017 die Geschäfte der Stiftung führt.

Gefragter Staatssekretär

Flasbarth ist derzeit Staatssekretär im Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit. Dieses Amt hatte er bereits von 2013 bis 2021 inne. Anschließend wechselte er als Staatssekretär ins Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, wo er sich unter anderem mit internationaler Entwicklungszusammenarbeit und Klimafinanzierung befasste. Zuvor war Flasbarth Präsident des Umweltbundesamtes und leitete im Bundesumweltministerium die Abteilung Naturschutz und nachhaltige Naturnutzung. Von 1992 bis 2003 stand er zudem dem Naturschutzbund Deutschland vor.

Mit dem Führungswechsel endet bei der ECF eine Ära, die eng mit Laurence Tubiana verbunden ist. Die französische Ökonomin, Diplomatin und Hochschullehrerin spielte als französische Klima-Botschafterin und Sonderbeauftragte eine zentrale Rolle bei den Verhandlungen zum Pariser Klimaabkommen. 2001 gründete sie den Pariser Thinktank IDDRI, der zu nachhaltiger Entwicklung und internationalen Beziehungen arbeitet und den sie bis 2014 leitete. Tubiana lehrt zudem an der Hochschule Sciences Po in Paris. In den vergangenen Jahren übernahm sie mehrere internationale Beratungs- und Leitungsfunktionen, unter anderem im Umfeld der französischen Entwicklungsagentur AFD. Zuletzt war sie Sondergesandte für Europa für die 30. UN-Klimakonferenz im brasilianischen Belém.

Über 700 Partnerorganisationen

Die European Climate Foundation wurde Anfang 2008 in Den Haag als gemeinsame Initiative mehrerer Stiftungen gegründet. Rechtlich ist sie als niederländische Stiftung organisiert. Neben dem Sitz in Den Haag unterhält sie verschiedene Büros in anderen europäischen Städten, etwa in Berlin, London und Warschau. Nach eigenen Angaben will die ECF den Übergang in eine klimaneutrale Welt beschleunigen. Im Mittelpunkt stehen die Minderung von Treibhausgasemissionen, die Unterstützung klimapolitischer Vorhaben und die Förderung sauberer Energietechnologien.

Die Stiftung versteht sich vor allem als Förderer und Netzwerkplattform. Nach eigenen Angaben unterstützt sie mehr als 700 Partnerorganisationen mit Fördermitteln und fachlicher Begleitung. Dabei fördert sie Kooperationen über Länder- und Sektorgrenzen hinweg, Analyse- und Kommunikationsprojekte sowie Initiativen in Bereichen wie fossilfreie Energie, sauberer Verkehr, industrielle Transformation und internationale Klimapolitik. Finanziert wird die ECF nach eigenen Angaben vor allem von Stiftungen und privaten Geldgebern.