Friedenstein-Stiftung Gotha bekommt neue Direktorin 

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Kristin Knebel wird zum 1. März 2027 Direktorin der Friedenstein-Stiftung Gotha. Der Stiftungsrat entschied sich nach einem Auswahlverfahren für die promovierte Kunsthistorikerin, die einen Vertrag über acht Jahre unterzeichnet hat. Sie folgt auf Tobias Pfeifer-Helke, der die Stiftung seit 2019 leitet.

Knebel studierte Kunstgeschichte, mittelalterliche Geschichte und evangelische Theologie in Jena und promovierte dort 2003 über Goethes Kunstsammlungen. Nach Volontariaten am Herzog-Anton-Ulrich-Museum in Braunschweig und bei der Klassik-Stiftung Weimar arbeitete sie unter anderem als Kuratorin für Stadtgeschichte in Jena. Von 2022 bis Ende 2024 leitete sie die Museen der Stadt Bamberg. Seit Januar 2025 ist sie Direktorin der Städtischen Museen Jena.

Mehr als 1,15 Millionen Sammelobjekte

In Gotha wird Knebel künftig die musealen Sammlungen betreuen, die im Schloss Friedenstein und im Herzoglichen Museum präsentiert werden. Außerdem führt sie die rund 80 Beschäftigten der Stiftung. „Für die Zukunft der Stiftung müssen die finanziellen und personellen Rahmenbedingungen gesichert werden“, sagte sie laut Pressemitteilung. Gemeinsam mit dem Team wolle sie die Stiftung zu einer zukunftsgewandten Kultureinrichtung weiterentwickeln.

Die Stiftung betreut mehr als 1,15 Millionen Objekte aus über 80 Sammlungsbereichen der Kunst- und Kulturgeschichte sowie der Naturkunde. Die historischen Wurzeln der Sammlungen reichen bis ins Jahr 1640 zurück. Damals ließ Herzog Ernst der Fromme von Sachsen-Gotha im Schloss Friedenstein eine Kunst- und Wunderkammer anlegen. Sie vereinte unter anderem Gemälde, Skulpturen, Münzen, Naturalien und wissenschaftliche Instrumente. Ein großer Teil der Sammlung ist erhalten geblieben und bildet die Grundlage des heutigen „Friedenstein Universums“. Die Stiftung wurde am 1. Januar 2004 als Stiftung Schloss Friedenstein Gotha gegründet. 2023 wurde sie in Friedenstein-Stiftung Gotha umbenannt.

Fossilienfundstelle Bromacker

Die Stiftung bürgerlichen Rechts wird vor allem vom Freistaat Thüringen und der Stadt Gotha finanziert. Hinzu kommen projektbezogene Fördermittel von Bund, Land und EU. Auch Fördervereine unterstützen die Museumsarbeit. Eine aktuelle, vollständige Aufstellung der Einnahmen und ihrer Anteile ist öffentlich nicht ausgewiesen.

Ein Beispiel für die Arbeit der Stiftung ist die Forschung an der Fossilienfundstelle Bromacker im Thüringer Wald. Dort untersuchen Wissenschaftler Überreste und Spuren früher Landwirbeltiere, die vor rund 290 Millionen Jahren lebten. Die Stiftung beteiligt sich an den Ausgrabungen und macht die Forschung für die Öffentlichkeit zugänglich. Zudem führt die Stiftung auch gesellschaftliche Projekte durch. So erschließt sie im Rahmen des Digitalisierungsprojekts „Gotha transdigital“ Bestände für digitale Nutzung und Vermittlung.