Die Open Society Foundations (OSF), eine Gruppe von Stiftungen, steht unter neuer Leitung: Der 93-jährige Gründer George Soros hat die Verantwortung an seinen Sohn Alexander übergeben. Laut Medienberichten wurde der 37-jährige Alexander bereits im Dezember letzten Jahres zum Vorsitzenden der Stiftungsgruppe ernannt. Er hatte angekündigt, sich persönlich abseits der Stiftungsarbeit stärker politisch zu engagieren als sein Vater – und will sich unter anderem dafür einsetzen, eine Wiederwahl von Donald Trump zum US-Präsidenten zu verhindern, indem er sich aktiv an Wahlkampagnen beteiligt.
1,5 Milliarden US-Dollar an Fördergeldern pro Jahr
Die OSF gehören zu den weltweit größten Stiftungen und setzen jährlich etwa 1,5 Milliarden Dollar für Projekte ein. Als Zweck geben sie an, Gruppen zu unterstützen, die sich für Demokratie und Menschenrechte einsetzen. Die Stiftungen sind in über 120 Ländern weltweit aktiv. Die OSF vergeben unter anderem Zuschüsse an Gruppen oder Einzelpersonen, die sich für Demokratie, Menschenrechte und Gerechtigkeit einsetzen. Auch Impact Investing oder rechtliche Maßnahmen nutzt die Stiftungsgruppe, um sich zu engagieren.
George Soros gelangte in den 1970er-Jahren als Hedgefonds-Manager zu Reichtum. Das Wirtschaftsmagazin Forbes schätzt sein Privatvermögen auf 6,7 Milliarden US-Dollar. Einen großen Teil davon soll der Philanthrop den OSF hinterlassen haben.
Soros, der in seinem Geburtsland Ungarn den Holocaust überlebte, ist seit langem antisemitischen Anfeindungen ausgesetzt. So war er etwa das Ziel einer Kampagne der Partei Fidesz des ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban. Der behauptete, Soros sei verantwortlich für die Migration Hunderttausender nach Europa.
Anfeindungen auch gegen den Sohn
Alexander Soros sieht sich ähnlichen Anfeindungen ausgesetzt. Der studierte Historiker, der in der Vergangenheit durch sein Partyleben für Aufmerksamkeit sorgte, möchte sich als neuer Leiter der Stiftung für Themen wie Geschlechtergerechtigkeit und das Recht auf Abtreibung einsetzen.
Aufgrund des massiven Drucks der ungarischen Regierung schlossen die OSF ihre Niederlassung in Budapest im Jahr 2018 und verlagerten sie nach Berlin. In Russland wurden die OSF bereits 2015 zur unerwünschten Organisation erklärt. Seit vergangenem Jahr ist Sandra Breka die neue Geschäftsführerin in Berlin, die zuvor die Robert-Bosch-Stiftung leitete.
