Humboldt-Stiftung verabschiedet
Thomas Hesse

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Thomas Hesse verlässt nach über drei Jahrzehnten die Alexander-von-Humboldt-Stiftung, in der er zahlreiche Positionen bekleidete und die Förderkultur geprägt hat. Hesse, seit 1993 in der Stiftung, begann als Referent in der Auswahlabteilung, war später als Referatsleiter für internationale Fördertätigkeit verantwortlich und übernahm ab 2000 die Leitung der Auswahlabteilung. Ab 2011 war er stellvertretender Generalsekretär. Nach dem Ausscheiden von Enno Aufderheide führte er vom April 2024 bis Ende April 2025 die Geschäfte als Generalsekretär in Vertretung. Hesse studierte Biologie in Bonn. Seine Dissertation fertigte er am Max-Planck-Institut für Züchtungsforschung in Köln an und wurde 1989 an der Universität Bonn promoviert. Als Postdoktorand forschte er anschließend weiterhin am Max-Planck-Institut für Züchtungsforschung sowie beim Agrarchemie-Konzern Monsanto in St. Louis in den Vereinigten Staaten.

Robert Schlögl, Präsident der Alexander-von-Humboldt-Stiftung, würdigte Hesses Verdienste laut Pressemitteilung: „Thomas Hesse begegnete mir als ein besonders liebenswerter Mensch, der stets ein offenes Ohr hatte, der Menschen zusammenbringen konnte, der Netzwerke knüpfte und bewahrte, als jemand, der im besten Sinne die Humboldt-Familie weltweit verkörperte. Seine Verdienste um die Stiftung stehen für sich selbst.”

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Hesse trieb die „digitale Wende“ in der Stiftung voran, in deren Rahmen die Auswahl- und Förderverfahren digitalisiert wurden. Als Referatsleiter verantwortete er das Feodor-Lynen-Forschungsstipendienprogramm, das deutsche Postdoktoranden bei Forschungsvorhaben im Ausland unterstützt. Zu seinen Innovationen zählen die Entwicklung des Sofja-Kovalevskaja-Preises, der mit 1,65 Millionen Euro dotiert ist und an Spitzenachwuchsforscher verliehen wird. Zudem entwickelte Hesse den Wolfgang-Paul-Preis zur Humboldt-Professur weiter.

International stärkte Hesse die Sichtbarkeit der Stiftung: Auf mehr als 300 Dienstreisen in über 20 Ländern pflegte er den Kontakt zu Partnerinstitutionen und förderte den internationalen wissenschaftlichen Austausch. Als Nachfolger hat Markus Zanner zum 1. Mai 2025 das Amt des Generalsekretärs der Stiftung übernommen.

Über die Stiftung

Die gemeinnützige Alexander-von-Humboldt-Stiftung wurde 1953 von der Bundesrepublik Deutschland als Stiftung bürgerlichen Rechts gegründet und hat ihren Sitz in Bonn. Sie verfolgt das Ziel, Wissenschaft und Forschung sowie die interkulturelle Verständigung durch internationale Forschungskooperationen zu fördern. 2024 förderte die Stiftung knapp 2.000 wissenschaftliche Forschungsaufenthalte weltweit. Sie zählt ein internationales Netzwerk in 140 Ländern mit über 30.000 Alumnis. Darunter befinden sich 60 Nobelpreisträger.

Im Jahr 2024 arbeiteten 291 Mitarbeiter für die Stiftung, davon 154 in Teilzeit. Die Ausgaben zur Erfüllung des Stiftungszwecks beliefen sich auf fast 134 Millionen Euro. 97 Prozent davon stammen aus Zuwendungen des Bundes.