Wer keine familiäre Unterstützung erhält, die Schule ohne Abschluss verlässt oder mit sprachlichen Hürden kämpft, startet unter erschwerten Bedingungen ins Berufsleben. Laut Bundesinstitut für Berufsbildung blieben 2024 in Deutschland rund 69.400 Ausbildungsstellen unbesetzt. Ein ungenutztes Potential, das SOS-Kinderdorf mit Bildungs- und Ausbildungsprogrammen in den Fokus rückt. Die Förderung durch Stiftungen leistet hierzu einen entscheidenden Beitrag.
Flexible Ausbildungsmodelle
„Wir haben die jungen Leute da. Wir müssen ihnen nur die Chance geben“, sagt Michaela Schlenker, Sozialpädagogin bei SOS-Kinderdorf Nürnberg. So wie Eleftheria, alleinerziehende Mutter zweier Töchter: Trotz Fachabitur musste sie rund 80 Bewerbungen schreiben. Jetzt macht sie eine Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement – in Teilzeit. Möglich ist das durch ein Modell, bei dem das SOS-Kinderdorf Nürnberg mit Eleftherias Ausbildungsbetrieb und Berufsschule zusammenarbeitet. Statt drei Monate wie die Vollzeitazubis verbringt Eleftheria sechs Monate in jeder Abteilung, die sie durchläuft. Im Stützunterricht von SOS-Kinderdorf bereitet sie sich gerade auf die Abschlussprüfung vor. Die Zusage für eine Festanstellung hat sie schon.
Gezielte Bildungsförderung
Sean wird vom SOS-Kinderdorf Berlin unterstützt. Nach der integrativen Reha-Ausbildung zum Fachpraktiker Küche absolviert er jetzt die klassische Kochausbildung. Seine Lese- und Rechtschreibschwäche ist dank der Förderung im SOS-Unterricht heute fast kein Thema mehr. Ausbildungsberufe mit reduziertem Theorieanteil gibt es nicht nur in der Küche, sondern zum Beispiel auch im Garten- und Landschaftsbau. Im Rahmen der Reha-Ausbildung, die direkt in der SOS-Kinderdorfeinrichtung stattfindet, werden die jungen Menschen in ihrem eigenen Tempo an den Beruf herangeführt. Während der ganzen Zeit steht ihnen ein Team aus Ausbildenden, Lehrkräften sowie sozialpädagogischen und psychologischen Fachkräften zur Seite. „Unsere Abschlussquote liegt bei fast 100 Prozent“, berichtet Nicole Bethke, Einrichtungsleiterin in Berlin.
Wie Stiftungen gezielt unterstützen können
Stiftungen, die in Bildungsförderung investieren, finden bei SOS-Kinderdorf strukturierte Programme und bewährte Konzepte. Fördermittel von Stiftungen fließen bei SOS-Kinderdorf in drei Bereiche.
- Schulische Hilfen
SOS-Kinderdorf bietet Betreuung in Ganztagsschulen und Horten, spezielle Programme für Schulverweigernde sowie Bildungs-, Beratungs- und Vernetzungsangebote für den Schulalltag.
- Berufsorientierung
Der Übergang von der Schule in den Beruf wird jungen Menschen erleichtert, etwa durch vertiefte Orientierung (ab Klasse 8), Bewerbungstrainings und Beratung in SOS-Anlaufstellen.
- Ausbildung und Qualifizierung
SOS-Kinderdorf bietet jungen Menschen in schwierigen Lebenslagen gezielt Unterstützung durch Berufsvorbereitung, qualifizierende Beschäftigung sowie Ausbildung.
Die Förderung von Bildungsprojekten ermöglicht es Stiftungen, gemeinnütziges Engagement mit gesellschaftlichem Mehrwert zu verbinden. Die Qualifizierung junger Menschen hilft, künftige Fachkräfte zu sichern sowie den sozialen Zusammenhalt und die Wirtschaft zu stärken – das kommt der gesamten Gesellschaft zugute.
Mehr zu den Fördermöglichkeiten für Stiftungen finden Sie hier.

Anne Bader
Stiftungsbetreuung
SOS-Kinderdorf e.V.
Tel.: 089/12 606 356
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