Volkswagen-Stiftung mit veränderter Governance-Struktur

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Strukturveränderung bei der Volkswagen-Stiftung: Die gemeinnützige Wolfsburger Organisation wird nun von einem Vorstand geleitet, das Kuratorium verändert sich zum Aufsichts- und Kontrollorgan. Zum ersten Vorstand hat das 14-köpfige Gremium den vorherigen Generalsekretär Georg Schütte ernannt – seine bisherige Position entfällt.

Verstärkung ab 2028

Während einer Übergangszeit führt Schütte das Vorstandsamt laut Pressemitteilung allein aus. Ab 2028 soll das Gremium laut Satzung aus mindestens zwei Personen bestehen, die das Kuratorium bestellt. Die Amtszeit beträgt fünf Jahre, eine zweite Amtszeit ist möglich. Laut Volkswagen-Stiftung war die Satzungsreform aufgrund von Empfehlungen aus einer Gesamtevaluation sowie der Prüfung durch den Bundesrechnungshof und durch die Stiftungsrechtsreform notwendig geworden. Die je sieben Mitglieder des Kuratoriums werden von der Bundesregierung und der Niedersächsischen Landesregierung berufen. 

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Die aktuelle Satzung der Mehl-Mülhens-Stiftung widerspricht nach Ansicht des Landgerichts Köln dem Willen von Maria Mehl-Mülhens. Auch das Verwaltungsgericht folgte der Sichtweise der Großnichte der Stifterin.

Georg Schütte übernahm 2020 als Generalsekretär die Leitung der Geschäftsstelle der Stiftung in Hannover. Der studierte Journalist war zuvor unter anderem Direktor der Deutsch-Amerikanischen Fulbright-Kommission, Generalsekretär der Alexander-von-Humboldt-Stiftung und zehn Jahre lang Staatssekretär im Bundesministerium für Wissenschaft und Bildung.

„Neben ihrer allgemeinen Förderung steht die Volkswagen-Stiftung insbesondere für eine stetige Weiterentwicklung von Forschung und Lehre in Niedersachsen“, wird Falko Mohrs, Kuratoriumsvorsitzender und niedersächsischer Minister für Wissenschaft und Kultur, in der Pressemitteilung zitiert. „Mit der Satzungsänderung hat die Stiftung jetzt selbst eine Weiterentwicklung erfahren. Das Ergebnis ist eine moderne Governance-Struktur mit der klaren Zuteilung von Verantwortlichkeiten und transparenten Entscheidungs- und Kontrollprozessen.“

Über die Stiftung

Die 1961 gegründete Volkswagen-Stiftung ist Deutschlands größte private Wissenschaftsförderin. Sie unterstützt Projekte in den Natur-, Lebens-, Ingenieur-, Geistes- und Gesellschaftswissenschaften und agiert dabei unabhängig vom Konzern Volkswagen. Das Stiftungskapital beträgt derzeit etwa 4,1 Milliarden Euro, 2023 wurden 611 Millionen Euro für Forschungsprojekte bewilligt.