Das sind die größten Stiftungen Deutschlands

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Der Bundesverband Deutscher Stiftungen hat eine Liste mit den größten Stiftungen in Deutschland herausgegeben. Demnach haben die 60 finanzstärksten Stiftungen im Jahr 2023 fünf Milliarden Euro für die Erfüllung ihrer Satzungszwecke ausgeschüttet. 

Diese Mittel fließen direkt in Bildungsprogramme, soziale Projekte, Forschung, Kulturförderung und viele andere gemeinwohlorientierte Bereiche, schreibt der Bundesverband in einer Pressemitteilung. Er verweist darauf, dass nur die größten Stiftungen berücksichtigt wurden und zudem nicht bei allen Stiftungen die Geschäftsberichte öffentlich verfügbar seien. Der tatsächliche Gesamtbetrag des für die Gesellschaft geleisteten Beitrags der größten Stiftungen sei deshalb noch weitaus höher.

Liste nicht auf Rechtsform Stiftung beschränkt

Bei der Liste der Stiftungen privaten Rechts liegt die Volkswagen-Stiftung zur gemeinnützigen Förderung von Wissenschaft und Technik in Forschung und Lehre mit 603,6 Millionen Euro an Zweckausgaben an erster Stelle. Ihr Eigenkapital beträgt 3,02 Milliarden Euro. Auf sie folgt die Stiftung Liebenau mit 491 Millionen Euro an Zweckausgaben, die unter anderem in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Pflege, Quartiersarbeit, Teilhabe und Familie fördert. Die Stiftung Liebenau weist laut der Liste ein Eigenkapital von 539 Millionen Euro auf. 

An der Größe des Eigenkapitals gemessen ist die gemeinnützige Robert Bosch Stiftung GmbH mit 5,38 Milliarden Euro die größte Stiftung privaten Rechts – der Verband beschränkt sich hier nicht auf die eigentliche Rechtsform Stiftung. Ihre Zweckausgaben beliefen sich 2023 auf 127,1 Millionen Euro. Die Stiftung, deren Anfänge auf den Unternehmensgründer Robert Bosch zurückgeht, unterstützt Projekte in den Bereichen Gesundheit, Bildung und globale Fragen. 

Die Liste der Stiftungen des öffentlichen Rechts wird von Kenfo (Fonds zur Finanzierung der kerntechnischen Entsorgung) mit 636,8 Millionen Euro Zweckausgaben und einem Eigenkapital von 21,4 Milliarden Euro angeführt. Auf sie folgt die Conterganstiftung mit 169,6 Millionen Euro an Zweckausgaben. 

Signal an die Politik

Die 2023 in Deutschland gestiftete Summe von über fünf Milliarden Euro unterstreiche die gesellschaftliche Bedeutung des Sektors, sagte Friederike von Bünau, Generalsekretärin des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen. „Wir hoffen, dass dies auch für die Politik ein Signal ist, in der kommenden Legislaturperiode endlich die geplanten Verbesserungen der Rahmenbedingungen für Stiftungen umzusetzen, damit der Sektor noch wirksamer arbeiten kann.“ 

Der Bundesverband Deutscher Stiftungen vertritt die Interessen der deutschen Stiftungen gegenüber Politik und Gesellschaft. Mit mehr als 4.300 Mitgliedern ist er der größte und älteste Stiftungsverband in Europa. Über Stiftungsverwaltungen sind ihm rund 9.800 Stiftungen mitgliedschaftlich verbunden.