Deutsche Stiftung Friedensforschung erhält Zustiftungen vom Bund

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Die Deutsche Stiftung Friedensforschung erhält im Jahr 2024 eine Zustiftung in Höhe von zwei Millionen Euro aus dem Bundeshaushalt. Der Beschluss des Haushaltsausschusses des Bundestages sieht laut Pressemitteilung der Stiftung zudem Zahlungen in gleicher Höhe für die Jahre 2025 bis 2029 vor. Ziel der Zustiftungen in Höhe von zwölf Millionen Euro sei es, die Förderleistungen für die Friedens- und Konfliktforschung und die Kapitalbasis der Deutschen Stiftung Friedensforschung mittelfristig zu sichern. Die finanziellen Mittel würden über das Bundesministerium für Bildung und Forschung bereitgestellt.

Der Vorsitzende des Stiftungsvorstands Ulrich Schneckener, Professor für Internationale Beziehungen sowie Friedens- und Konfliktforschung an der Universität Osnabrück, sprach laut Pressemitteilung von „einer sehr erfreulichen und wegweisenden Entscheidung für die Deutsche Stiftung Friedensforschung. Mit den Zustiftungen erhält die Stiftung die notwendige Planungssicherheit für die Förderung von Projekten und für die Umsetzung des weiterentwickelten Förderkonzeptes“.

23 Millionen Euro bisher verteilt

Die Deutsche Stiftung Friedensforschung mit Sitz in Osnabrück wurde im Jahr 2000 durch den Bund als unabhängige Einrichtung der Forschungsförderung für die Friedens- und Konfliktforschung gegründet. In Verwaltung der Stiftung befindet sich zudem die Ludwig-Quidde-Stiftung, benannt nach dem Aktivisten und Friedensnobelpreisträger Ludwig Quidde (1858–1941). Diese vergibt auch den Ludwig-Quidde-Preis für herausragende wissenschaftliche Arbeiten aus dem Bereich der Friedens- und Konfliktforschung.

Seit ihrer Gründung stellte die Deutsche Stiftung Friedensforschung nach eigenen Angaben Fördermittel in einer Gesamthöhe von 23 Millionen Euro für die strukturelle und inhaltliche Weiterentwicklung des Forschungsfelds bereit. Die Stiftung wurde im Jahr 2000 mit einem Startkapital von umgerechnet rund 25 Millionen Euro ausgestattet, Ende 2023 betrug das Vermögen laut Stiftung 27,2 Millionen Euro. Zustiftungen des Bundes gab es auch in den Jahren 2020 bis 2023 – in Höhe von jeweils 1,5 Millionen Euro. Der Wissenschaftsrat hatte nach einer Evaluation der Deutschen Stiftung Friedensforschung der Bundesregierung die dringliche Empfehlung vorgelegt, die Deutsche Stiftung Friedensforschung finanziell besser auszustatten.

Die Stiftung darf laut Satzung Kapital verzehren, sofern die Erfüllung des Stiftungszwecks anders nicht zu verwirklichen ist. „Von dieser Möglichkeit wird regelmäßig Gebrauch gemacht, so dass die Zustiftungen nicht ausschließlich zu einer Erhöhung des Stiftungskapitals verwendet, sondern auch zu einem erheblichen Anteil der Absicherung der Forschungsprojektförderung benötigt werden. Die Höhe des Stiftungskapitals ist deshalb eine variable Größe“, so die Geschäftsstelle.