Die VRD-Stiftung für erneuerbare Energien trauert um ihren Mitte Oktober verstorbenen Stifter Volker Reimann-Dubbers. Der promovierte Chemiker hatte 1997 die Stiftung gegründet, die die Förderung und Verbreitung erneuerbarer Energien im In- und Ausland zum Zweck hat. Hierzu betreibt die gemeinnützige Heidelberger Organisation unter anderem entsprechende Öffentlichkeitsarbeit, fördert Maßnahmen im Sinne des Klimaschutzes sowie Forschungsprojekte.
Pionier und „Stromrebell“
Der 1943 geborene Volker Reimann-Dubbers gilt als ein Pionier der Energiewende. Die Stadt Schönau im Schwarzwald, eine Hochburg der Antiatomkraftbewegung seit der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl 1986, verlieh ihm 1999 ihre Auszeichnung „Stromrebell“. Als prägend für Reimann-Dubbers nennt die Stiftung dessen Erfahrungen mit Radioaktivität im Rahmen des Chemiestudiums, den Eindruck der Ölkrise im Zuge des Jom-Kippur-Kriegs 1973, das Buch „Der stumme Frühling“ Rachel Carsons sowie „Sonnenstrategie – Politik ohne Alternative“ des SPD-Bundestagsabgeordneten Hermann Scheer.
Er habe früh erkannt, dass „erneuerbare, dezentrale Energieerzeugung, eine ökologische Landwirtschaft (Agroforstwirtschaft) und geschlossene Stoffkreisläufe Grundlage einer nachhaltigen Gesellschaft sind und zum weltweiten Frieden beitragen“, so die Stiftung in ihrem Nachruf. Reimann-Dubbers zählt zu den Impulsgebern für die ersten größeren Gemeinschaftsbeteiligungssolaranlagen in Bürgerbeteiligung in Freiburg. Er erhielt unter anderem den Verdienstorden des Landes Baden-Württemberg „in Anerkennung der vielfältigen Verdienste als Pionier für erneuerbare Energie und die Energiewende“.
Prägende Krankheit
Volker Reimann-Dubbers war beruflich in der Industrie tätig, musste seine Arbeit aber im Alter von 42 Jahren aufgrund seiner Erkrankung an Multipler Sklerose aufgeben. Nach dem Tod seines Onkels Albert Reimann junior, der ihn adoptiert hatte, erbte Reimann-Dubbers rund elf Prozent der Anteile an der Benckiser GmbH. Ihr Verkauf 1997 brachte die Mittel für die Stiftungsgründung ein. Sie war auch eine Reaktion auf die fortschreitende Krankheit, die es „ihm immer schwerer machte, noch mehr selbst tun zu können“, so die Stiftung.
Die zunehmenden körperlichen Einschränkungen habe er mit den Worten akzeptiert: „Ich bin froh, dass es mir so gut geht, wie es mir geht, angesichts dessen, wie es mir gehen könnte.“ Durch einen disziplinierten Lebensstil habe er versucht, das Fortschreiben der Krankheit hinauszuzögern. Auch noch im Rollstuhl und mit begleitender Hilfe nahm er laut Stiftung an Veranstaltungen zum Thema Energiewende in Deutschland teil.
