DBU erhält 400 Millionen vom Bund

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Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2024 zurück. Wie DBU-Generalsekretär Alexander Bonde auf der digitalen Jahrespressekonferenz mitteilte, ist das Stiftungskapital im vergangenen Jahr um 456 Millionen Euro auf insgesamt 2,93 Milliarden Euro gestiegen. Dies ist der größte Kapitalzuwachs seit Gründung der Stiftung.

Zustiftung vom Bund

Ein wesentlicher Grund für das starke Wachstum sei eine Zustiftung des Bundes in Höhe von 400 Millionen Euro für den Meeresnaturschutz. Gleichzeitig plant die Stiftung, ihr jährliches Förderziel ab 2026 um zehn Millionen Euro anzuheben und künftig 60 bis 70 Millionen Euro pro Jahr bereitzustellen.

DBU-Finanzchef Michael Dittrich bezeichnete 2024 als ein gutes Jahr für die Vermögensanlage der Stiftung. Die Aktienmärkte entwickelten sich sehr positiv. Aktuell setze sich das DBU-Portfolio aus etwa 55 Prozent verzinslichen Wertpapieren, rund 30 Prozent Aktien und etwa 15 Prozent Sachwerten zusammen. Die Erträge seien auf 106,2 Millionen Euro gestiegen (2023: 97,6 Millionen). Die stillen Reserven seien durch die gute Entwicklung an den Börsen auf 279,9 Millionen Euro angewachsen (2023: 185,5 Millionen). Zudem habe die DBU 56 Millionen Euro aus laufenden Erträgen als Rücklagen bilden und damit die Inflationsrate von 2,2 Prozent im Jahr 2024 vollständig ausgleichen können. Dittrich betonte: „Das Stiftungsziel, neben einer stabilen Ausschüttung auch den realen – also inflationsbereinigten – Wert des Stiftungskapitals zu erhalten, wurde erneut erreicht.“

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Lange Zeit schien die Entwicklung nur eine Richtung zu kennen: Nachhaltigkeit in der Kapitalanlage wird wichtiger. Zinswende, Rüstungsdiskussion sowie zum Teil auch steigender politischer Druck haben die Situation verändert und skeptische Stimmen verstärkt. Blick auf eine mitunter emotional geführte Debatte.

Trotz stabiler Aktienmärkte bleibe das Kapitalmarktumfeld für Stiftungen anspruchsvoll. Die Inflation sei zwar deutlich gesunken, dafür habe die Europäische Zentralbank die Leitzinsen von 4,5 Prozent auf 2,15 Prozent reduziert. „Damit wird es für Stiftungen schwieriger, ausreichende Erträge für den gemeinnützigen Zweck zu erwirtschaften. Deshalb müssen vermehrt auch riskantere Anlageformen in Betracht gezogen werden“, so Dittrich.

Sorgen bereitet dem DBU-Finanzchef die derzeit angespannte Lage im internationalen Handel. Sollte es zu einer weiteren Deglobalisierung kommen, beispielsweise durch neue Handelsbarrieren, hätte das vor allem für Exportnationen wie Deutschland erhebliche Nachteile. „Höhere Kosten, ein Rückgang des Wohlstands und instabilere Finanzmärkte könnten die Folgen sein.“

Über die DBU

Die Bundesrepublik Deutschland gründete 1990 die Deutsche Bundesstiftung Umwelt. Sie hat die Rechtsform einer rechtsfähigen Stiftung des bürgerlichen Rechts und sitzt in Osnabrück. Ihr gesetzlicher Zweck ist die Förderung innovativer, modellhafter und lösungsorientierter Projekte zum Schutz der Umwelt. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der mittelständischen Wirtschaft. Sie soll dabei in der Regel außerhalb staatlicher Programme tätig werden und durch ihre Maßnahmen nachhaltige, praktische Effekte sowie Multiplikatorwirkungen erzielen. Mit einem Stiftungskapital von aktuell rund 2,93 Milliarden Euro ist die DBU laut eigener Aussage eine größten Stiftungen Europas.