AGUS-Stiftung – Hilfe für Hinterbliebene von Suizidopfern

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Jährlich sterben etwa zehntausend Menschen in Deutsch durch eine Selbsttötung. Wenn man bedenkt, dass durch Verkehrsunfälle nur etwa halb so viele Bundesbürger umkommen, ist der Suizid in unserer Gesellschaft definitiv keine Randerscheinung. Die Gründe sind vielfältig, Alkohol, Depressionen oder psychische Erkrankungen können ein Motiv sein. Die Hinterbliebenen sind oft so verzweifelt, dass ebenfalls die gleichen Gedanken entwickeln können wie der Verstorbene. Um die Hinterbliebenen in dieser schweren Stunde aufzufangen wurde 2006 die die AGUS-Stiftung von Dr. Klaus Bayerlein und Emmy Meixner-Wülker ins Leben gerufen, die aus der 1989 in Bayreuth gegründeten Selbsthilfegruppe AGUS hervorging.

Förderbereich

Viele Hinterbliebenen fallen nach dem Freitod in ein tiefes Loch, aus dem sie nur schwer wieder rauskommen. Das Leben danach ist oft mit eigenen Schuldzuweisungen und dem Verlassensein verbunden. Die AGUS-Stiftung versucht solche Menschen nach dem schweren Schicksalsschlag zu unterstützen. Dazu ist beispielsweise eine telefonische Beratung durch die Stiftung möglich. Auch stellt der Verein auf Wunsch Kontaktvermittlungen zwischen Betroffenen mit ähnlichem Schicksal her. Ebenso werden Selbsthilfegruppen vermittelt, denn gemeinsam lässt sich die Trauer einfacher bewältigen. Inzwischen wurden durch die Fördergelder über 30 AGUS-Selbsthilfegruppen im ganzen Bundesgebiet gegründet. Dort können sich Hinterbliebende treffen um ihre Trauer gemeinsam zu verarbeiten. Die Gruppen werden von professionellen Teamleitern geleitet, deren Schulung ebenfalls durch die AGUS-Stiftung unterstützt wird. Bundesweit findet auch eine Jahresversammlung statt. Dort werden wichtige Fachvorträgen zum Thema Suizid gehalten. Auch ein Internetforum wird durch die Stiftung gesponsert, indem Betroffene Rat suchen und sich austauschen können.

Anerkennung der AGUS-Stiftung

Die selbstlose Arbeit der Stiftung über Jahre hinweg blieb natürlich nicht ohne Anerkennung. In der Vergangenheit hat die AGUS-Stiftung eine Vielzahl von unterschiedlichen Auszeichnungen erhalten. 2002 und 2005 bekam AGUS den bekannten Hans-Rost-Preis von der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention – Hilfe in Lebenskrisen (DGS) verliehen. 2002 konnte die Stiftung AGUS ebenso den Bürgerkulturpreis des Bayerischen Landtags in Empfang nehmen, der für das vorbildliche bürgerschaftliche Engagement in München verliehen wurde. Schließlich wurde AGUS für das Projekt „startsocial 2005“ von den Juroren für die Bundesprämierung benannt. Dabei wurde die Stiftung für Hinterbliebene von Suizidopfern am 7.4.2006 in einem feierlichen Festakt zusammen mit 24 weiteren Hilfsprojekten mit einer Urkunde geehrt.