Trauer um Klaus Tschira

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Klaus Tschira, erfolgreicher Softwareunternehmer und mehrfacher Stifter, ist tot. Wie die Klaus Tschira Stiftung der Redaktion mitteilte, ist er gestern im Alter von 74 Jahren unerwartet verstorben. Laut Medienberichten starb Tschira am Mittag in Heidelberg an den Folgen eines Herzinfarkts. Der Versuch einer Reanimation sei erfolglos geblieben.

Der studierte Physiker wurde am 7. Dezember 1940 in Freiburg im Breisgau geboren und war ab 1966 für IBM tätig. 1972 gründete er gemeinsam mit Hans-Werner Hector, Dietmar Hopp, Hasso Plattner und Claus Wellenreuther die Systemanalyse und Programmentwicklung GbR in Weinheim (Rhein-Neckar-Region), aus der 1988 die SAP AG hervorging.

Ebenso betätigte sich Tschira umfassend als Mäzen: 1995 errichtete er die Klaus Tschira Stiftung, 2008 rief er gemeinsam mit seiner Ehefrau die Gerda und Klaus Tschira Stiftung ins Leben. In den vergangenen zwei Jahren folgten die Heidelberg Laureate Forum Foundation sowie die HITS Stiftung zur Finanzierung des von ihm geleiteten Heidelberger Instituts für Theoretische Studien.

Eine bessere Wertschätzung der Naturwissenschaften in der Öffentlichkeit war dem Verstorbenen ein besonderes Anliegen. Hierbei sah er auch die Forscher selbst in der Pflicht, weshalb seine Stiftung seit vielen Jahren Wissenschaftler darin trainiert, ihre Forschungsergebnisse allgemeinverständlich zu vermitteln. So bot die Klaus Tschira Stiftung von 2001 bis 2012 Kommunikationstrainings für Wissenschaftler an, zuletzt unter dem Namen „Sag’s Klar“. 2012 gründete die Organisation gemeinsam mit dem Karlsruher Institut für Technologie das Nationale Institut für Wissenschaftskommunikation, um diese Arbeit fortzuführen. In diesem Zusammenhang wird auch bereits seit 1997 der Klaus Tschira Preis für verständliche Wissenschaft vergeben.

1999 verlieh ihm der Bundesverband Deutscher Stiftungen den Deutschen Stifterpreis. 2002 bis 2006 war er Mitglied im Beirat des Verbandes und unterstützte diesen auch in den Folgejahren mit erheblichem finanziellem und persönlichem Engagement.

In schöner Erinnerung sind vielen Journalisten die jährlichen Stiftergespräche geblieben, die von 2007 bis 2011 am Sitz der Klaus Tschira Stiftung in der Heidelberger Villa Bosch stattfanden. Neben vielen anderen Referenten war auch Tschira stets dort zu Gast und sprach pointiert, aber auch in einem angenehm unverkrampften Plauderton mit Stiftungsgründern und Medienvertretern. Redaktionsleiter Gregor Jungheim war selbst im September 2011 bei einem dieser Gespräche zu Gast. Entsprechend löste die Nachricht von Tschiras Tod große Betroffenheit im Team der STIFTUNG aus.