Bertelsmann-Stiftung erhält neues Vorstandsmitglied

Artikel anhören
Artikel zusammenfassen
LinkedIn
URL kopieren
E-Mail
Drucken

Prof. Andreas Pinkwart wird zum 1. Juli 2026 Mitglied des Vorstands der Bertelsmann-Stiftung. Das Kuratorium berief den Wirtschaftswissenschaftler, der bislang dem Aufsichtsgremium der Stiftung angehörte, in den Vorstand um die Vorsitzende Brigitte Mohn. Gemeinsam mit Wilhelm-Friedrich Uhr werden die drei das neue Führungstrio bilden.

Wissenschaftler und Politiker

Pinkwart gilt laut Stiftung als Experte für Wirtschaft, Innovation und Digitalisierung. Bis Ende Juni ist er noch Professor für Innovations- und Technologiemanagement an der TU Dresden. Zum 1. Oktober übernimmt er zudem im Nebenamt eine Seniorprofessur mit Schwerpunkt „Strategic Entrepreneurship“ an der Universität Bonn.

Aus der nordrhein-westfälischen Landespolitik bringt Pinkwart langjährige Regierungserfahrung mit: Von 2005 bis 2010 war er stellvertretender Ministerpräsident sowie Minister für Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie. Von 2017 bis 2022 amtierte in Nordrhein-Westfalen als Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie.

Lesen Sie hier:

Claudia Straßer von der Childinvest Foundation spricht in dieser Folge von STIFTOPHON – zugehört über wirkungsorientierte Philanthropie, digitale Ansprache und die Relevanz der Rechtsform Stiftung.

Brigitte Mohn betonte in der Pressemitteilung, man brauche erfahrene Führungspersönlichkeiten, um Innovationskraft aus Zivilgesellschaft und Wissenschaft in staatliche Handlungsfähigkeit zu übersetzen. Pinkwart selbst sagte: „Ich kenne und schätze die Bertelsmann-Stiftung als einen wichtigen Ort für gesellschaftliche Reformen in Deutschland und Europa.“ Er wolle im Vorstand Lösungsansätze für die dringend gebotene Modernisierung des Landes entwickeln.

Pinkwart folgt auf Prof. Daniela Schwarzer, die den Vorstand der Bertelsmann-Stiftung zum 30. Juni verlässt. Sie übernimmt anschließend die Präsidentschaft der privaten Hertie School in Berlin. Dies ist der zweite Wechsel innerhalb eines Jahres. Im Juli 2025 war Hannes Ametsreiter nach sieben Monaten als Vorstandsvorsitzender ausgeschieden. Seitdem leitet Bertelsmann-Gesellschafterin Brigitte Mohn das Gremium.

Stiftung mit Milliardenkapital

Die Bertelsmann-Stiftung wurde 1977 vom Bertelsmann-Eigentümer Reinhard Mohn gegründet und zählt heute zu den größten Stiftungen in Deutschland. 2024 verfügte sie über ein Eigenkapital von rund 1,4 Milliarden Euro. Sie besitzt rund 77 Prozent der Anteile des Bertelsmann-Konzerns, der 2025 einen Umsatz von rund 19 Milliarden Euro erzielte. In Ihrer Arbeit setzt sie Impulse für gesellschaftlichen Fortschritt und engagiert sich in den Bereichen Bildung, Gesundheit, soziale Gerechtigkeit und Digitalisierung. Insgesamt beschäftigt die Stiftung mehr als 330 Mitarbeiter in Gütersloh und Berlin sowie in verbundenen Organisationen in Washington und Barcelona.